Panorama
Blick von Rendang auf den Vulkan Mount Agung am 29. September.
Blick von Rendang auf den Vulkan Mount Agung am 29. September.(Foto: dpa)
Samstag, 30. September 2017

Teilentwarnung auf Bali: Tausende Geflohene dürfen nach Hause

Seit Tagen brodelt der Vulkan Agung auf Bali; Experten fürchten, dass ein Ausbruch bevorsteht. Trotzdem darf nun etwa die Hälfte der geflüchteten Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Die höchste Warnstufe wird für sie aufgehoben.

Ein Teil der aus Angst vor einen Vulkanausbruch auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali aus ihren Dörfern geflohenen 140.000 Menschen darf nach Hause zurückkehren. Gouverneur I Made Mangku Pastika habe für 51 Dörfer die vor rund einer Woche verhängte höchste Warnstufe aufgehoben, erklärte ein Sprecher der Nationalen Katastrophenschutzbehörde am heutigen Samstag. Für Menschen, die außerhalb der Gefahrenzone im Umkreis von neun Kilometern um den Vulkan Agung lebten, bestehe kein Grund zur Flucht, sagte der Gouverneur zudem.

Ohne ihre Kühe wollten viele Menschen ihre Häuser nicht verlassen.
Ohne ihre Kühe wollten viele Menschen ihre Häuser nicht verlassen.(Foto: AP)

In der Gefahrenzone leben nur 70.000 Menschen - damit könne mehr als die Hälfte der Geflüchteten in ihre Häuser zurückkehren, erklärte die Regierung. Die Übrigen sollen in Notunterkünften oder bei Verwandten untergebracht werden.

Auch Kühe in Sicherheit gebracht

Auf Druck der Anwohner würden rund 18.000 Kühe aus der Sperrzone in Sicherheit gebracht, sagte der Behördensprecher. Ihre Besitzer hätten sich geweigert, ihre Häuser zu verlassen, sollten die Tiere nicht mitkommen können. Die Regierung hat für die Anwohner aus der Sperrzone Notunterkünfte wie Turnhallen oder Zelte bereitgestellt.

Die Behörden hatten eine Evakuierung in neun Kilometern Umkreis um den mehr als 3000 Meter hohen Berg Agung angeordnet, nachdem dieser seine vulkanische Aktivität verstärkt hatte. Die Experten fürchten einen bevorstehenden Ausbruch. Allein zwischen Mitternacht in der Nacht zum Samstag und 06.00 Uhr morgens zählten Geologen mehr als 200 Erdstöße an dem Vulkan.

Nach Einschätzung eines Experten kann der Ausbruch des Gunung Agung noch mehrere Wochen auf sich warten lassen. Der Vulkanforscher Gede Suantika, der auch für Indonesiens Regierung tätig ist, sagte: "Der Agung kann jederzeit ausbrechen. Aber er kann auch noch Tage oder Wochen vor sich hin brodeln." Der jüngste Ausbruch des Gunung Agung liegt schon mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Im Frühjahr 1963 wurden mehr als 1100 Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de