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"Die Weltkirche steht ihm offen" Tebartz-van Elst geht wohl ins Ausland

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Ein neuer Bischof könnte hier einziehen. Fragen nach der Moral würde das Bistum bei der Entscheidung nicht stellen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Tebartz-van Elst wohnt noch immer in seiner Limburger Residenz. Miete muss er nicht zahlen. Ausziehen muss er auch nicht - jedenfalls nicht sofort. Und wenn doch, wird er wohl ins Ausland gehen, denn Deutschland geht nicht unbefangen mit dem Ex-Bischof um.

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Der damalige Bischof von Limburg muss für seine Wohnung keine Miete zahlen.

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Der abberufene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steht vor einem beruflichen Neuanfang im Ausland. Die Bischofskongregation in Rom suche für ihn intensiv eine Aufgabe in der Weltkirche, sagte Bistumsleiter Wolfgang Rösch der "Frankfurter Neuen Presse". Die neue Aufgabe werde wohl nicht im deutschsprachigen Raum sein. In Deutschland könne es keinen unbefangenen Neuanfang geben. Rösch geht davon aus, dass der Theologe wegen seiner Fähigkeiten im Ausland "zweifellos mit einer großen Wertschätzung" rechnen könne.   

Der Papst hatte Tebartz-van Elst Ende März wegen des Finanzskandals um den neuen Bischofssitz und der Kritik an dessen Führungsstil abberufen. Einen Nachfolger für ihn gibt es noch nicht.

Der emeritierte Bischof wohnt derweil noch immer in seiner Limburger Residenz. Der Bau hatte wegen seiner immensen Kosten in Höhe von rund 31 Millionen Euro für Aufruhr gesorgt. Miete muss Tebartz-van Elst nicht zahlen - ledig die Nebenkosten. Die Frage, wann der Gescholtene auszieht, dann das Bistum nicht beantworten. "Aber jeden Tag länger in Limburg macht es schwieriger - für den beurlaubten Bischof und für das Bistum", sagte Rösch der FNP.

Neuer Bischof könnte einziehen

Unklar ist auch, wie das luxuriöse Diözesangebäude künftig genutzt werden soll. Das wird sich erst entscheiden, wenn ein neuer Bischof im Amt ist. Der hat dann die freie Wahl, seinen Wohnsitz festzulegen. Fragen der Moral werden von Seiten des Bistums in diesem Fall nicht angesprochen.

Seinen Job verloren hat inzwischen auch der Fahrer Tebartz-van Elsts. Der Mann hatte auch als Zeremoniar gedient. Seine neue Aufgabe soll er nach Angaben des Bistums weder im Bischöflichen Ordinariat noch im Bistum selbst finden.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa