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Rennen hat ernsten HintergrundTech-Bros veranstalten Spermien-Wettbewerb

28.04.2026, 10:40 Uhr
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Ganz so spektakulär wie im Werbevideo sieht das in der Realität vermutlich nicht aus. (Foto: youtube/Sperm Racing)

Laut Studien gehen die Spermienzahlen bei Männern seit Jahren zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber was könnte helfen? Mehrere junge Tech-Unternehmer glauben: ein Spermien-Wettrennen.

Männer aus aller Welt sind eingeladen, ihre Spermien in einem Wettlauf gegeneinander antreten zu lassen. Bei diesem als "Sperm Racing World Cup 2026" bezeichneten "wissenschaftlich fundierten Wettkampfsport" werden im Mai in San Francisco an einem noch nicht bekannt gegebenen Ort 128 Samenproben, die jeweils ein anderes Land repräsentieren, auf einer mikroskopischen Rennstrecke gegeneinander antreten.

Der Besitzer der schnellsten Spermien kann stolze 100.000 Dollar mit nach Hause nehmen. In einem Werbespot treten durchtrainierte Konkurrenten gegeneinander an und animierte Nachbildungen von Spermien rasen durch ein Rohr - man könnte sich fast an eine Kampfsportwerbung erinnert fühlen. "Wir suchen den gesündesten Mann der Welt", verkündet der Sprecher dazu.

Der Wettlauf hat einen ernsten Hintergrund. Die Tech-Unternehmer Eric Zhu, Garret Niconienko, Nick Small und Shane Fan wollen damit auf die weltweit sinkenden Fruchtbarkeitsraten von Männern aufmerksam machen. Studien zeigen, dass die Spermienzahlen seit Jahren zurückgehen. Als Gründe werden unter anderem Fettleibigkeit, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, chronische Krankheiten und Umwelteinflüsse genannt. Ärzte beurteilen die Spermiengesundheit aber nicht nur anhand der Anzahl, sondern auch anhand der Beweglichkeit. Spermien legen im Verhältnis zu ihrem Gewicht enorme Entfernungen zurück, um eine Eizelle zu erreichen und zu befruchten.

K.-o.-Runden und Duelle

Um an dem Rennen teilnehmen zu können, müssen die Teilnehmer unter anderem mindestens 18 Jahre alt, frei von sexuell übertragbaren Krankheiten und in der Lage sein, biologische Proben gemäß den Wettbewerbsbestimmungen abzugeben.

Fan sagte der britischen Zeitung "Daily Mail", dass sich bereits mehr als 10.000 Männer für den Wettbewerb beworben hätten. Darunter seien Bewerber aus den USA, dem Iran, Israel und sogar Nordkorea. Aus allen Einsendungen werden schließlich 128 Männer ausgewählt, die im eigentlichen Wettbewerb gegeneinander antreten. Jede Nation wird durch einen Teilnehmer vertreten. Die Organisatoren geben an, dass das Turnierformat gängigen Sportveranstaltungen ähneln wird, mit K.-o.-Runden und direkten Duellen, bis ein Gesamtsieger feststeht.

Die Teilnehmer werden jedoch nicht persönlich erscheinen, sondern erhalten ein Set zur Abgabe einer Samenprobe. Diese wird dann nach Kalifornien geschickt und dort "mithilfe fortschrittlicher Labortechniken wie Inkubation, Spermienwäsche, Pipettieren und Zentrifugieren" verarbeitet, erklärte Zhu in einem Video vom Dezember.

Sekunden oder lange Minuten

Anschließend treten die Konkurrenten unter einem Mikroskop auf einer speziell angefertigten mikrofluidischen Bahn gegeneinander an. Auf der müssen die Spermien eine gerade Strecke von 400 Mikrometern zurücklegen - was ungefähr der Größe eines Salzkorns entspricht. "Währenddessen fließt ein kontrollierter Mikrostrom durch den Kanal, der Widerstand erzeugt und jeden Rennfahrer an seine Grenzen bringt", sagte Zhu. Trotz der winzigen Strecke können die Zeiten von wenigen Sekunden bis über 40 Minuten variieren.

Ähnlich wie bei einer regulären Sportveranstaltung wird das Rennen mit hochauflösenden Kameras verfolgt und online übertragen, während auf riesigen Bildschirmen der Fortschritt, Ranglisten und sogar Gesundheitsdaten der Teilnehmer angezeigt werden. Die langsameren Schwimmer werden aussortiert, bis nur noch die schnellsten übrig sind. Das Spermium, das als erstes die Ziellinie überquert, wird zum Sieger erklärt - und sein Besitzer kassiert den sechsstelligen Preis.

Quelle: ntv.de, sba

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