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Für Betrunkene und Verirrte Thailand will Touristen Armband anlegen

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Backpacker in Bangkok: Eine Einschränkung der Partymöglichkeiten in Thailand könnte Touristen verschrecken.

(Foto: imago stock&people)

Der Mord an zwei britischen Backpackern hat in Thailand eine Debatte über die Sicherheit von Touristen in Gang gesetzt. Erwägt werden nun unter anderem Armbänder zur Identifizierung oder einheimische "Aufpasser" für hilfsbedürftige Besucher.

Das thailändische Tourismusministerium erwägt, Besucher des Landes zu Zwecken der Identifizierung mit Armbändern auszustatten. Demnach habe Ministerin Kobkarn Wattanavrangkul sich bereits an verschiedene Hotels gewandt und besprochen, ob die Armbänder dabei helfen könnten, in Not geratene oder betrunkene Touristen leichter zu identifizieren.

"Sobald Touristen in ein Hotel einchecken, bekommen sie ein Armband mit einer zu ihrer Ausweisnummer passenden Seriennummer, auf dem außerdem auch die Anschrift ihres Hotels vermerkt sein soll. Sollten sie also zum Beispiel spät nachts beim Feiern zu viel getrunken haben oder sich verirren, kann ihnen so leicht geholfen werden", sagte Kobkarn laut der britischen Zeitung "The Guardian".

Die Ministerin sagte, dass ein möglicher nächster Schritt elektronische Ortungsgeräte beinhalten könne. Darüber sei jedoch noch nicht näher gesprochen worden.  In der Diskussion sei zudem ein "Kumpel-System" gewesen, bei welchem Touristen ein ortsansässiger Aufpasser zugewiesen werden soll.

Backpacker-Mord immer noch ungeklärt

Kobkarn gab zu, dass die Idee mit dem Armband nicht nur auf Zuspruch gestoßen sei. "Die meisten begrüßen den Vorschlag, aber manche Hotels befürchten, dass die Touristen die Bänder nicht tragen wollen." Ebenso sei erwogen worden, auf einigen Inseln eine Sperrstunde für Bars einzuführen und die Verbote für Strandparties zu verschärfen. Allerdings steht zu befürchten, dass dies partyhungrige Touristen gleich ganz von einem Besuch abhalten könne.

In Thailand hatte der Mord an zwei britischen Rucksackreisenden eine Debatte über die Sicherheit von Besuchern des südostasiatischen Landes entfacht. Am 15. September wurden die Leichen der 23-jährigen Hannah Witheridge und des ein Jahr älteren David Miller am Strand der im Süden des Landes gelegenen Insel Koh Tao entdeckt. Die Autopsie ergab, dass beide durch heftige Gewalteinwirkung ums Leben kamen, jedoch gibt es auch über zwei Wochen nach der Tat keinen Durchbruch bei der Suche nach dem oder den Schuldigen.

Die Behörden befürchten, dass der Mord die wichtige Tourismusbranche empfindlich treffen könnte. Durch Besucher aus dem Ausland generiert Thailand rund ein Zehntel seiner Wirtschaftsleistung. Die in der ersten Jahreshälfte neben der Hauptstadt Bangkok das ganze Land betreffenden Proteste gegen die Regierung, im Zuge welcher fast 30 Menschen getötet wurden, setzten der Branche bereits zu. Im August war die Zahl der Touristen gegenüber dem Vorjahr um fast zwölf Prozent gesunken. Seit dem Putsch Ende Mai herrscht in dem Land immer noch das Kriegsrecht.

Quelle: n-tv.de, bwe

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