Panorama

Überflutungen vor allem im Süden Tief "Axel" hält Einsatzkräfte auf Trab

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Im thüringischen Plaue hat Tief "Axel" für Überflutungen gesorgt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit schweren Regenfällen und sturmartigen Böen zieht Tief "Axel" in der Nacht über Deutschland hinweg. Im Süden der Republik melden zahlreiche Gemeinden Überschwemmungen. Auch eine Klinik muss wegen des Unwetters evakuiert werden. Ein Autofahrer kommt ums Leben.

Tief "Axel" hat am Montagabend und in der Nacht in mehreren Bundesländern für heftige Regenfälle gesorgt. "Bislang gab es an den Alpen stellenweise bereits mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Südlich von München waren es innerhalb von nur 24 Stunden etwa 115 Liter", sagte n-tv Meteorologe Björn Alexander. Auch abseits der süddeutschen Regenzentren habe es bisher schon sehr ergiebig geregnet. "Im thüringenschen Ruhla fielen um die 70 Liter. In Ostwestfalen kamen durch Gewitter und kräftigen Regen über Nacht ebenfalls große Mengen zusammen. In Bad Lippspringe geschätzt um 80 Liter pro Quadratmeter."

Schon am Montag hatten Gewitter und heftige Regenfälle vielerorts in Deutschland Schäden angerichtet und die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. In einem Kreißsaal im niedersächsischen Helmstedt stürzte nach heftigen Regenfällen die Decke ein. Der Saal und die Intensivstation des Krankenhauses wurden geräumt. Nach Angaben der Feuerwehr waren sechs Menschen betroffen - drei Frauen aus der Entbindungsstation und drei Intensivpatienten. Sie wurden am Montagabend aus dem Klinikum in andere Krankenhäuser verlegt. Ursache für den Deckeneinsturz war nach ersten Erkenntnissen, dass sich auf dem Dach des Klinikums wegen eines verstopften Fallrohrs Regenwasser gestaut hatte. 

Bahnstrecke im Allgäu gesperrt

In Baden-Württemberg löste die Stadt Wangen im Allgäu Hochwasseralarm aus. Der Fluss Obere Argen, der durch die Stadt fließt, habe den Auslösepegel für den Alarm von 2,30 Metern um 1.30 Uhr überschritten, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Behörden setzten einen Hochwasser-Einsatzplan in Kraft, verteilten Sandsäcke und richteten ein Bürgertelefon sowie einen Liveticker ein. Im bayerischen Aurach kam ein Autofahrer auf der regennassen Autobahn 6 ins Schleudern, kam von der Fahrbahn ab und wurde in einem angrenzenden Wald zwischen zwei Bäumen eingeklemmt. Der Mann starb noch an der Unfallstelle. Die starken Regenfälle bereiten auch Bahnreisenden in Bayern Probleme. Auf drei regionalen Strecken, darunter Augsburg-Ulm, fielen Züge aus.

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Auch in Berlin legte der Starkregen den Verkehr zeitweise lahm.

(Foto: imago images / A. Friedrichs)

Mehrere Pegelstände in Bayern erreichten in der Nacht die Meldestufe 3 von 4, bei der Überflutungen einzelner bebauter Grundstücke oder vereinzelte Verkehrseinschränkungen zu erwarten sind. Örtlich hatten Meteorologen sogar mit Pegelständen der höchsten Warnstufe gerechnet, die wurden bis zum frühen Morgen allerdings nicht erreicht. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz führte "Axel" zu sturmartigen Böen und einigen vollgelaufenen Kellern. Auch in Hessen standen einige Keller unter Wasser, außerdem mussten einige Straßen zwischenzeitlich gesperrt werden. Die Autobahn 4 zwischen Herleshausen in Hessen und Gerstungen in Thüringen musste in einer Richtung wegen einer überfluteter Fahrbahn gesperrt werden. Auch in Thüringen liefen mehrere Keller voll, außerdem mehrere Turnhallen und ein Jugendclub.

Unwetter zieht Richtung Süden

Weiter nördlich in Deutschland beschäftigten vor allem Blitzschläge die Einsatzkräfte. In Mecklenburg-Vorpommern steckten Blitze auf der Ostseeinsel Rügen und in der Gemeinde Gnevkow jeweils ein Reetdach in Brand. Beide Häuser waren nach dem Feuer unbewohnbar. In Berlin sorgte ein kurzes aber heftiges Gewitter am Montagnachmittag für einen Ausnahmezustand bei der Feuerwehr, die wetterbedingt rund 180 Mal ausrücken musste.

Auch für den heutigen Dienstag muss noch mit Dauerregen und Unwettern. "Im Verlauf des Tages verlagert sich der intensivste Regen jetzt in die Südhälfte", so Alexander. "Vom Odenwald und dem Rhein-Neckar-Raum bis zu den Alpen kommen heute nochmal verbreitet 10 bis 30 Liter pro Quadratmeter, Richtung Alpen stellenweise auch noch einmal 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter hinzu."

Nach Einschätzung des n-tv Meteorologen drohen bis einschließlich Mittwochabend im Bereich der Nordalpen heftige Regenschauer. Bis ins Alpenvorland seien es flächig bis um die 100 Liter pro Quadratmeter. In den Staulagen, beispielsweise im Allgäu und Bregenzer Wald, dürften in Spitzen sogar mehr als 200 Liter fallen, sagte er.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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