Panorama

Typisches April-Wetter "Tilman" wärmt auf - "Waltraud" kühlt ab

17.04.2026, 11:52 Uhr
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Ausschreiten ist nur noch am Samstag ohne Regenschirm gefahrlos möglich. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

In manchen Landesteilen steigen die Temperaturen noch einmal auf bis zu 25 Grad, doch dann geht es abwärts: Es wird kühler, regnerischer und auch Gewitter sind möglich.

ntv.de: Was bewegt unser Wetter in diesen Tagen?

Björn Alexander: Zunächst einmal gibt's noch häufiger Sonne und Temperaturen, die zum Teil in Richtung Sommermarke, also gegen die 25 Grad ansteigen. Am Wochenende und zu Beginn der kommenden Tage wird es dann erst einmal kühler und auch wechselhafter mit Schauern. Allerdings: Allzu große Regenmengen sind vorerst nicht in Sicht - auch wenn das durchaus hilfreich wäre.

Wie sieht es denn bei der Regenbilanz bisher aus?

Zur Halbzeit des Frühlings, also am 15. April, sind im deutschlandweiten Mittel bisher gut 46 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Das entspricht bezogen auf den gesamten Frühling und im Vergleich zu den letzten drei Jahrzehnten gerade einmal 27 Prozent.

Wo ist es besonders trocken?

Insbesondere im Süden und Osten ist die Lage durchaus ernst. Im Berliner Raum sind teilweise kaum 10 Liter pro Quadratmeter gefallen. Sowohl im Oberboden als auch in den tieferen Bodenschichten ist die Dürre dementsprechend enorm. In der Folge ist die Waldbrandgefahr im Osten ebenfalls sehr hoch. Bis einschließlich Samstag herrscht gebietsweise die zweithöchste Warnstufe 4 (von 5)! Erst ab Sonntag sorgen Regengüsse dort - zumindest vorübergehend - für eine Entspannung der Lage.

Die Allergiker unter uns dürfte durchwachseneres Wetter möglicherweise auch freuen?

Davon ist mal auszugehen. Gerade die Birkenpollen, die als hochallergen gelten, sind verbreitet in hohen bis sehr hohen Konzentrationen unterwegs. Da wirkt eine kühle Dusche in Form von Schauern sicherlich schon mal wohltuend.

Dann schauen wir doch mal auf die Details fürs Wetter. Worauf können wir uns einstellen?

Am Freitag gibt es dank Hoch "Tilman" nochmals freundliche, teilweise auch sonnige Aussichten. Gleichzeitig rücken mit Tief "Waltraud" aus Westen auch schon mal ein paar Wolken ran, die im Laufe des Samstags dann auch von Regen begleitet sein können. Das betrifft die Nordwesthälfte, während es im Süden und Osten noch länger schön bleibt. Und mit Sonne wird es gleichzeitig am wärmsten mit Spitzen bis um die 24 Grad, bevor es im Laufe des Wochenendes von Nordwesten schrittweise kühler wird.

Was heißt das konkret?

Am Freitag ist es oftmals frühlingshaft, mit einem Touch von Frühsommer. Lediglich an den Küsten bewegen sich die Temperaturen zum Teil bei unter 15 Grad. Der Samstag bringt in der Südosthälfte nochmals 21 bis 24 Grad. Der Sonntag kühlt dann allgemein ab bei 10 bis 19 Grad. Am Montag werden es dann nur noch 8 bis 18 Grad.

Wie ist das Wetter dabei?

Der Samstag verläuft im Westen und Norden unbeständig und später teilweise nass. Der Süden und der Osten bekommen zunächst noch deutlich mehr Sonne, bevor sich am Sonntag das Blatt wendet. Sprich: Im Westen und Nordwesten wird’s freundlicher, Richtung Süden und Osten geht es mit Regengüssen und Gewittern weiter. Der Montag wird dann generell wechselhaft und teilweise gewittrig.

Frühling, Frühsommer, Gewitter - in welche Richtung schwingt das Wetterpendel anschließend?

Für den Norden und die Mitte steigen die Chancen auf freundlichere Zeiten. Denn derzeit spekulieren die Wettercomputer auf ein Hoch, das sich von den Britischen Inseln und dem Atlantik her langsam zu uns ausbreitet. Im Süden würde es hingegen bei dieser Konstellation länger trüb und nass bleiben. Dabei bleiben wir auf der eher frischen Seite mit Spitzen von knapp unter 10 bis an die 15 Grad und in den Alpen fällt in den Hochlagen auch wieder Schnee.

Gibt es schon Prognosen für das Monatsende und den bevorstehenden Wonnemonat?

Mit entsprechenden Unsicherheiten gibt es diese natürlich. Wiederholt spielt bei den längerfristigen Berechnungen ein Tief über Skandinavien mit. Das wäre zum letzten Aprilwochenende und zum Wechsel in den Mai ein eher unbeständiger und mittelprächtig warmer Ansatz. Für den Mai favorisiert die experimentelle Langfristvorhersage momentan einen zu warmen und durchschnittlich nassen Verlauf. Das wären um die 65 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter im Deutschlandmittel. Für die unterdurchschnittliche Regenbilanz wäre das zwar nicht der ganz große Wurf, aber zumindest schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ganz traurig müssen die Sonnenhungrigen unter uns dann übrigens auch nicht sein. Denn der Standard-Mai hätte für uns über 200 Stunden Sonne im Gepäck.

Quelle: ntv.de

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