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Polizei erschoss Unbeteiligten Tödlicher Telefonstreich: 19-Jähriger in Haft

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Die Polizei ging wegen des Telefonstreichs von einer Geiselnahme aus - und erschoss einen unbeteiligten Familienvater.

(Foto: AP)

Ein Streit über 1,50 Dollar im Computerspiel "Call of Duty" führt zu einem üblen Telefonstreich, der wiederum in einer Katastrophe endet: Die Polizei erschießt im US-Bundesstaat Kansas versehentlich einen völlig unbeteiligten Mann. Nun wird der 19-Jährige verurteilt, der den Anruf provoziert hatte.

Nach einem Telefonstreich mit tödlichem Ausgang für einen Unbeteiligten ist in den USA ein 19-Jähriger zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Er wurde wegen Verschwörung und Behinderung der Justiz verurteilt, weil er einen 26-Jährigen dazu angestiftet hatte, einen sogenannten "Swatting"-Anruf bei der Polizei zu machen. Dabei handelt es sich um einen Streich, bei dem mit einem gefälschten Telefonanruf der Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos provoziert wird. In den USA wird das Kommando "Swat-Team" genannt. Im Zuge dieses Streichs war im Dezember 2017 ein unbeteiligter Mann von der Polizei erschossen worden.

Der 19-Jährige und sein bereits zu 20 Jahren Haft verurteilter Komplize hatten sich laut BBC über das Computerspiel "Call of Duty" kennengelernt. Dort gerieten sie mit einem dritten Spieler in Streit über einen Spieleinsatz von 1,50 US-Dollar - und beschlossen deshalb, diesem ein Swat-Team auf den Hals zu hetzen. Der heute 26-jährige Komplize wählte deshalb den Polizeinotruf und gab an, seinen Vater getötet zu haben und den Rest der Familie als Geiseln gefangen zu halten. Dazu nannte er die vermeintliche Adresse des Spielers, mit dem er in Streit geraten war.

Polizist freigesprochen

Tatsächlich machten sich Polizeibeamte auf den Weg zu der angegebenen Adresse in Wichita im US-Bundesstaat Kansas - an der jedoch ein völlig unbeteiligter 28-Jähriger lebte. Als der zweifache Familienvater unbewaffnet die Tür öffnete, wurde er von der Polizei erschossen.

Der nun verurteilte 19-Jährige hatte vor dem Gericht in Kansas gestanden, den 26-Jährigen zu dem Anruf angestiftet zu haben. Nach dem Absitzen seiner Haftstrafe darf er zwei Jahre lang keine Computerspiele spielen. Vor Gericht sagte er laut BBC, der Vorfall tue ihm "schrecklich leid" und er denke jeden Tag daran zurück. Er habe nie beabsichtigt, dass etwas Derartiges passiere.

Das Urteil für den dritten involvierten Spieler steht noch aus. Der Polizist, der den 28-jährigen Familienvater erschossen hatte, wurde freigesprochen. Ihm konnte nicht nachgewiesen werden, dass er sich in der vermeintlichen Gefahrensituation unvernünftig verhalten hatte.

Quelle: n-tv.de, ftü

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