Panorama

Lebenslang für Mörder Tötungsvorsatz schon beim ersten Schlag

Die Beziehung wirkt nach außen harmonisch, doch dann tötet der Mann seine Frau. Angeblich kann er sich nicht gut erinnern. Doch ein altes Google-Suchergebnis überzeugt die Richter vom Gegenteil.

Urteil über selbstständige Geistheiler

Der Richter sah einen klaren Tatvorsatz.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

Für die tödliche Messerattacke auf seine Frau hat das Landgericht München einen 43-Jährigen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Mehrfach hatte er im April 2016 mit einem Messer auf sein Opfer eingestochen. Die Kammer wertete die Tat als heimtückischen Mord. Der Nachhilfelehrer hatte zu Prozessbeginn gestanden, seine Frau getötet zu haben. Allerdings könne er sich nur noch an einzelne Momente erinnern.

Eine Handlung im Affekt schloss das Schwurgericht aus. Vor der Tat hatte der Angeklagte im Internet die Suchanfrage "weinflasche voll kopf kaputt" gestellt. Der Vorsitzende Richter sprach daher von einem "Tötungsvorsatz schon beim ersten Schlag".

Mutter und Bruder der Getöteten hatten im Prozessverlauf eine gute Ehe geschildert, frei von Gewalt. Allerdings engte der Nachhilfelehrer seine Partnerin massiv ein. Zudem litt der Mann an Panikattacken, hypochondrischen Störungen und einer Depression. Trotz der psychischen Erkrankungen erkannte das Gericht keine verminderte Schuldfähigkeit. Der Richter betonte, es bestehe "kein kausaler Zusammenhang mit der Tat".

Nach der Tat hatte sich der Mann aus dem dritten Stock des Wohnhauses gestürzt. Seither sitzt er im Rollstuhl. "Die schweren Verletzungen können nicht dazu führen", schließt der Richter sein Urteil, "dass die lebenslange Freiheitsstrafe verkürzt wird."

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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