Panorama

Gesichts-OP von der Krankenkasse Transsexuelle scheitert vor Gericht

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Nicht alle Wünsche müssen die Krankenkassen auch erstatten, urteilt das Bundessozialgericht. (Symbolbild)

(Foto: imago stock&people)

Müssen Krankenkassen umfassende Schönheitsoperationen bei Transsexuellen bezahlen? Nein, entscheidet das Bundessozialgericht. "Eine deutliche Annäherung" an das gewünschte Geschlecht reicht. Schließlich hätten viele Männer und Frauen auch Wünsche an ihr Aussehen, für die sie selbst bezahlten.

Das Bundessozialgericht (BSG) hat den Anspruch einer Transsexuellen abgelehnt, die sich eine "gesichtsfeminisierende Operation" erstatten lassen wollte. Insgesamt müssten die gesetzlichen Krankenkassen Transsexuellen nur Behandlungen bezahlen, die zu einer "deutlichen Annäherung" an das gewünschte Aussehen führen, betonten die Kasseler Richter in ihrem Beschluss.

Damit wiesen die obersten Sozialrichter die Klage einer Transsexuellen aus Hamburg ab. Neben einer Korrektur des Adamsapfels hatte sie bei einer Operation in Belgien auch ihren Augenbrauenknochen korrigieren, die Stirn liften und den Haaransatz absenken lassen. Die Krankenkasse zahlte letztlich gut 2000 Euro für den Adamsapfel. Weitere 6000 Euro für die "gesichtsfeminisierende Operation" übernahm sie dagegen nicht. Das Landessozialgericht Hamburg bestätigte dies und ließ die Revision nicht zu. Hiergegen legte die Klägerin eine sogenannte Nichtzulassungsbeschwerde ein. Diese wies das BSG nun ab.

"Das BSG vertritt in ständiger Rechtsprechung, dass die Ansprüche Transsexueller auf geschlechtsangleichende Operationen auf einen Zustand beschränkt sind, bei dem aus der Sicht eines verständigen Betrachters eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts eintritt", heißt es in dem Kasseler Beschluss. Die Frau habe nicht dargelegt, dass dies hier nicht erfüllt sei.

Zur Begründung verwiesen die Kasseler Richter auch auf das Gleichbehandlungsgebot. Denn auch andere Frauen, die ihr Aussehen als nicht ausreichend weiblich empfänden, könnten für entsprechende Schönheitsoperationen kein Geld von der Krankenkasse verlangen. So hatte das BSG bereits 2012 entschieden, dass Transsexuelle nur dann Anspruch auf eine Brustvergrößerung haben, wenn sie durch ihre Hormonbehandlung nicht schon eine Brust mit Körbchengröße A haben.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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