Panorama

Coronavirus breitet sich ausTürkei meldet mehr als 100.000 Infizierte

23.04.2020, 21:16 Uhr
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Weitere 115 Menschen verstarben laut offiziellen Angaben an der Lungenkrankheit Covid-19. (Foto: picture alliance/dpa)

Bisher hat die türkische Regierung auf landesweite Ausgangssperren während der Corona-Pandemie verzichtet. Nun verzeichnet das Land einen Rekord bei den Neuinfektionen. Schätzungen zufolge liegt die Türkei auf Platz sieben der am schwersten betroffenen Länder.

In der Türkei haben sich offiziellen Angaben zufolge nun mehr als 100.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Gesundheitsminister Fahrettin Koca meldete am Abend, die Zahl der bestätigten Fälle sei innerhalb der vergangenen 24 Stunden um weitere 3116 angestiegen und liege jetzt bei 101.790. Außerdem seien weitere 115 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 verstorben. Insgesamt gibt es den offiziellen Zahlen zufolge damit 2491 Tote in der Türkei. Erholt haben sich demnach bisher 18.491 Menschen.

Säulen+ Coronavirus Türkei - fortlaufend aktualisiertDen viel zitierten Daten der Johns-Hopkins-Universität in den USA zufolge liegt die Türkei auf Platz sieben der am schwersten betroffenen Länder. Seit Mittwochnacht gilt in 31 Städten und Provinzen über ein langes Wochenende noch bis Sonntag um Mitternacht eine weitgehende Ausgangssperre. Am Freitag beginnt der heilige Fastenmonat Ramadan. Der heutige Donnerstag war ein nationaler Feiertag in der Türkei, die unter anderem das 100-jährige Bestehen ihres Parlaments feierte. Vielerorts sangen am Abend die Menschen in der größten Stadt der Türkei, Istanbul, auf Einladung des Bürgermeisters die Nationalhymne vom Balkon. Daran schloss sich Applaus für das Gesundheitspersonal an. Auf dem Bosporus ließen Schiffe ihre Hörner erklingen.

Die türkische Regierung hat bisher darauf verzichtet, landesweite, längere Ausgehverbote zu verhängen, um die bereits angeschlagene Wirtschaft nicht weiter zu beeinträchtigen. Sie hat dafür partielle Ausgehverbote verfügt: für die meisten Unter-20-Jährigen, Menschen ab 65 Jahre und chronisch Kranke. Außerdem wurden unter anderem Schulen und Universitäten, Cafés und Bars geschlossen und Großveranstaltungen und gemeinsame Gebete in Moscheen verboten. Während des Ramadan ist unter anderem das Fastenbrechen in großen Gruppen untersagt.

Quelle: ntv.de, lri/dpa

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