Panorama

Maskenpflicht in Texas US-Infektionszahlen erreichen neuen Rekord

In rasantem Tempo steigt die Zahl der Corona-Infektionen in den USA: Innerhalb eines Tages infizieren sich mehr als 56.000 Amerikaner mit dem Virus. Rekord. Während selbst enge Verbündete des Präsidenten die Kehrtwende in Richtung Lockdown machen, spricht Donald Trump von "großartigen Neuigkeiten".

In den USA breitet sich das Coronavirus immer schneller aus: Innerhalb eines Tages infizierten sich nach Berechnungen der "New York Times" 56.576 Menschen mit dem Erreger - so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Todesopfer stieg demnach auf 128.824. Inzwischen sind mehr als 2,758 Millionen Infektionen nachgewiesen worden. Damit sind die Vereinigten Staaten sowohl hinsichtlich der Ansteckungs- als auch der Totenzahlen das mit Abstand am schlimmsten betroffene Land der Welt.

Die Rate der Infektionen hatte in den USA in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Kritiker bezeichneten deswegen die Lockerungen der Corona-Beschränkungen als voreilig. In mehreren Regionen des Landes wurden diese Restriktionen inzwischen teilweise wieder rückgängig gemacht oder neue Arten von Beschränkungen verhängt.

Besonders betroffen vom zuletzt starken Anstieg der Infektionszahlen sind einige Bundesstaaten im Süden - wie etwa Texas und Florida, aber auch der Westküstenstaat Kalifornien. In Texas ordnete der als enger Verbündeter von Präsident Donald Trump geltende republikanische Gouverneur Greg Abbott eine Maskenpflicht für alle Bezirke an, in denen mindestens 20 Corona-Infektionen nachgewiesen wurden. Auch verhängte Abbott ein Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern. Zudem gelten nun Abstandsregeln.

Trump: "Testverhalten ist besser"

Indes begründete Trump den rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen erneut damit, dass in dem Land weitaus mehr auf das Virus getestet werde als anderswo. "Es gibt eine Zunahme der Coronavirus-Fälle, weil unser Testverhalten so massiv und so gut ist, viel größer und besser als in jedem anderen Land", schrieb er am späten Abend auf Twitter. Dies seien großartige Neuigkeiten. Außerdem sei die Sterblichkeitsrate zurückgegangen, und jüngere Menschen erholten sich viel leichter und schneller.

Kritiker werfen ihm vor, das Infektionsgeschehen herunterspielen zu wollen. Sie verwiesen auf eine steigende Zahl von Krankenhauseinweisungen und argumentieren, dass bei einer Ausweitung der Tests die Anzahl der positiven Resultate zurückgehen oder zumindest gleich bleiben müsste, wenn Trumps These stimmen sollte. Auch renommierte Experten weisen Trumps Begründung zurück: Sie machen vorrangig die Lockerung von Corona-Beschränkungen für den Anstieg verantwortlich.

Feuerwerk mit 7500 Besuchern

Warum unterscheiden sich die Zahlen?

Sowohl die Johns-Hopkins-Universität (JHU) als auch die "New York Times" (NYT) liefern regelmäßig aktuelle Corona-Infektionszahlen für die USA. Seit Beginn der Pandemie bezieht sich ntv.de auf den NYT-Datenstand, weil sie die Daten der Gesundheitsbehörden in den Bundesstaaten einzeln einsammelt und dies eine Auswertung bis auf County-Ebene ermöglicht.

Ungeachtet der grassierenden Pandemie gehen die Vereinigten Staaten anlässlich des Nationalfeiertags am 4. Juli heute in ein verlängertes Wochenende. Dies schürt neue Sorgen, dass die Infektionsraten weiter hochschnellen könnten. Zum 4. Juli zieht es die US-Bürger zu Familientreffen und Picknicks ins Freie, außerdem gibt es Feuerwerke. Die kalifornische Metropole Los Angeles hat die Feuerwerke allerdings abgesagt und die Strände für das Wochenende gesperrt.

Dagegen hält Trump an einem großen Feuerwerk am Freitagabend am Mount Rushmore fest, dem gigantischen Monument für frühere US-Präsidenten im Bundesstaat South Dakota. Daran sollen 7500 Zuschauer teilnehmen. Am Unabhängigkeitstag selbst will Trump in der Hauptstadt Washington an einer großen Zeremonie teilnehmen, zu der ebenfalls ein großes Feuerwerk geplant ist.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/dpa

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