"Es war eine Exekution"US-Polizisten erschießen Rollstuhlfahrer

Immer wieder kommt es in den USA in den vergangenen Monaten zu tödlichen Übergriffen von Polizeibeamten. Nun wird erneut ein besonders haarsträubender Fall von Polizeigewalt bekannt.
In Wilmington im US-Bundesstaat Delaware rufen Anwohner den Notruf. Ein Mann soll sich selbst angeschossen haben. Als die Beamten eintreffen, eskaliert die Situation jedoch sofort. Der 28-jährige Schwarze Jeremy McDole stirbt in einem regelrechten Kugelhagel. Er saß seit seinem 18. Lebensjahr gelähmt im Rollstuhl. Mehrere Polizisten waren offenbar an der Tat beteiligt, berichtet die britische Zeitung "The Guardian".
Auf einem Handyvideo eines unbeteiligten Zuschauers ist der Vorfall detailliert zu sehen: Zunächst nähert sich ein Polizist dem späteren Opfer McDole und fordert ihn vehement dazu auf, seine Hände zu heben und die Waffe fallen zu lassen. Ein Schuss ist zu hören. Der 28-jährige McDole sitzt stark blutend in seinem Rollstuhl und bewegt seine Hände.
Dann kommen weitere Polizisten hinzu, schreien und eröffnen nach kurzer Zeit ihrerseits das Feuer. Die Beamten berufen sich zwar darauf, McDole habe eine Pistole vom Kaliber 38 bei sich getragen. Diese ist auf dem veröffentlichten Video jedoch nicht zu sehen.
McDoles Familie steht derweil immer noch unter Schock. Sein Onkel, Eugene Smith, war Augenzeuge der Tat und sagte: "Es war eine Exekution und nichts anderes." Wilmingtons Bürgermeister Dennis Williams und Polizeichef Bobby Cummings sprachen der Familie ihr Beileid aus.
Der Tod von Jeremy McDole wird nun von den örtlichen Justizbehörden untersucht. Unabhängig von den Ermittlungen wurden die vier beteiligten Polizisten vorsorglich vom Dienst suspendiert. Williams versprach eine "lückenlose Aufklärung". Die Ermittler kündigten zudem an, weitere Zeugen vernehmen zu wollen.