Panorama

Bruchlandung in der LaguneUS-Taucher entdecken toten Passagier

02.10.2018, 11:13 Uhr
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Bilder von der Unglücksstelle belegen: Die Boeing 737-800 versank erst nach rund einer Stunde vollständig im Wasser der Lagune. (Foto: © U.S. Navy photo by Lt. Zach Niezgodski )

Grausiger Fund im Inneren des versunkenen Linienfliegers vor der Küste der Pazifikinsel Chuuk: Die Bruchlandung im Wasser verläuft doch nicht so glimpflich wie zunächst erhofft. Taucher des US-Militärs stoßen in der Kabine auf die Leiche eines Mannes.

Bei der Bruchlandung eines Passagierflugzeugs in einer Lagune im Pazifik ist anders als bislang bekannt doch ein Passagier ums Leben gekommen. Drei Tage nach der ungeplanten Landung im Wasser entdeckten Taucher in dem Wrack des Fliegers eine männliche Leiche, wie die Fluggesellschaft Air Niugini mitteilte. Nach dem Unglück hatte die Fluggesellschaft aus Papua-Neuguinea zunächst mitgeteilt, dass alle 35 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder an Bord gerettet worden seien.

Die Todesursache ist noch unklar. Gerichtsmediziner müssen nun feststellen, ob der Flugreisende schon beim Aufschlag der Maschine auf der Wasseroberfläche zu Tode kam oder ob er während der Evakuierungsbemühungen noch am Leben war. Berichten zufolge dauerte es mehr als eine Stunde, bis das zweistrahlige Verkehrsflugzeug im Wasser der Lagune versunken war.

Die Boeing 737-800 von Air Niugini hatte am vergangenen Freitag die Landebahn des Flughafens von Weno im Inselstaat Mikronesien verfehlt. Ersten Erkenntnissen zufolge setzte das Flugzeug kurz vor der Piste im Wasser auf und ging in Sichtweite der Landebahn in der Chuuk-Lagune nieder. Dort begann die Maschine langsam zu sinken. Inselbewohner eilten den Absturzopfern in Booten zu Hilfe, andere Insassen versuchten das Ufer schwimmend zu erreichen.

An Bord der Maschine gingen Passagiere zunächst von einer "sehr harten Landung" aus, wie Augenzeugen des Vorfalls berichteten. Doch bereits nach wenigen Sekunden war allen Flugreisenden klar, dass der Jet nicht an Land, sondern im Wasser aufgesetzt war. Nach Angaben der Fluggesellschaft entdeckten Taucher die Leiche, als sie die Maschine und die Lagune erneut durchsuchten. Nach Angaben der Regierung von Mikronesien wurde sie von US-Marinetauchern geborgen. Einzelheiten über den Toten wurden zunächst nicht genannt.

US-Team in der Nähe

Bei der Bruchlandung wurden nach Angaben der Regierung neun Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Zufällig anwesende Soldaten der US-Marine unterstützen lokale Helfer bei der Rettung der Passagiere. Die Navy-Soldaten, darunter auch Spezialtaucher, waren damit beschäftigt, Unterwasser-Arbeiten an einer Anlegestelle für Schiffe auszuführen, als die Maschine unweit ihrer Baustelle aufschlug.

Die Unglücksursache ist noch immer unklar. Experten aus Mikronesien, Papua-Neuguinea und den USA nahmen jeweils eigene Ermittlungen auf. Am Tag der Bruchlandung herrschten schwierige Wetterbedingungen mit heftigem Regen und beschränkter Sicht. Der Flughafen der Insel Weno befindet sich zudem in exponierter Lage direkt an der Küste. Die einzige Landebahn des Chuuk International Airport (IATA-Code TKK) ist knapp zwei Kilometer lang, ragt aber an beiden Ende über die Küstenlinie hinaus in die Lagune.

Quelle: mmo/AFP

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