Gegen Stigma und DiskriminierungUganda wählt "Miss HIV-positiv"

In Ugandas Hauptstadt Kampala gewinnt die 22-jährige Robina den Schönheitswettbewerb "Miss Y+" für HIV-Positive. Die Siegerin ist seit ihrer Geburt infiziert und will den Sieg nutzen, um Betroffene von ihren Chancen zu überzeugen.
Seit ihrer Geburt ist Robina Babirye HIV-positiv. Jetzt verhilft ihr die Infektion zu Ruhm: Sie ist Ugandas gekrönte "Miss Y+" Schönheitskönigin 2015. Robina setzte sich beim Finale des Schönheitswettbewerbs für HIV-Positive in der Hauptstadt Kampala gegen alle Mitbewerberinnen durch.
"Ich will den Sieg dazu nutzen, die jungen Menschen und andere Gruppen, die wegen der Krankheit mit Stigma und Diskriminierung leben müssen, von ihren Chancen zu überzeugen", sagte sie nach der Endausscheidung. Im ostafrikanischen Uganda leben geschätzt etwa 1,5 Millionen Menschen mit HIV. 2014 gab es 137.000 Neuinfektionen.
Der Schönheitswettbewerb Y+ steht für "youth positive" ("Jugend positiv"). Er wurde dieses Jahr zum zweiten Mal ausgetragen, um das mit einer HIV-Infektion verbundene Stigma zu bekämpfen. Infizierte können inzwischen dank entsprechender Medikation den Ausbruch einer Aids-Erkrankung vermeiden und weitgehend normal ein langes Leben führen.
Als Silas Lubangakere in der mit rund 500 Menschen voll besetzten Halle zum Gewinner bei den Männern ausgerufen wurde, fiel der 21-Jährige auf die Knie vor Freude. "Ich bin einfach nur glücklich."