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Donnerstag, 31. August 2017

Größte Evakuierung Deutschlands: "Um 8 Uhr muss die Sperrzone frei sein"

Eine Weltkriegsbombe mit enormer Sprengkraft soll am Sonntag in Frankfurt entschärft werden. Ein 1,5 Quadratkilometer großes Areal wird zwölf Stunden zur Sperrzone erklärt. Die Stadt Frankfurt bittet die Bürger um Gehorsam.

Nach dem Fund einer fast zwei Tonnen schweren englischen Luftmine im Frankfurter Westend nehmen die Vorbereitungen für die Evakuierung Form an. Dies werde die größte Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Deutschland sein, sagte Stadtrat Markus Frank zu Beginn der Pressekonferenz zu der Feuerwehr, Polizei und die Stadt Frankfurt geladen hatten. Mehr als 60.000 Menschen werden davon betroffen sein.

Die Bomben-Entschärfung soll am frühen Sonntagmorgen beginnen und wird voraussichtlich bis in den späten Nachmittag dauern. "Um 8 Uhr muss die Sperrzone frei sein", so Frank weiter. Er appellierte an die Bürger, ab 6 Uhr das rund 1,5 Quadratkilometer große Areal in der Stadt zu verlassen. Die Entschärfung werde voraussichtlich mindestens bis zum späten Nachmittag dauern.

Die Polizei wird die Räumung der Wohnung den Anwohner in Eigenregie überlassen. Menschen, die ihre Wohnung nicht selbständig verlassen können, würden von den Einsatzkräften begleitet, so Frank. Die Polizei werde das evakuierte Gebiet anschließend noch einmal abfahren, um sicherzustellen, dass es menschenleer ist. Die Entschärfung sei von 12 bis 16 Uhr geplant.

Tausende Helfer werden im Einsatz sein. Unter anderem sollen zwei Krankenhäuser, darunter die größte Geburtsstation Hessens, und 20 Altenheime geräumt werden. Geplante Operationen werden verschoben. In der Sperrzone befinden sich auch der Sitz der Deutschen Bundesbank, das Frankfurter Polizeipräsidium und der Sitz des Hessischen Rundfunks.

Sperrzone darf bis 20 Uhr nicht betreten werden

Der Leiter des Kampfmittelräumdienstes, Dieter Schweitzer, teilte mit, dass sein Dienst eine solche Bombe noch nicht entschärft habe. Entsprechend aufregend sei der Einsatz auch für seine Mitarbeiter. Es sei nicht geplant, die Bombe zu sprengen. Der Sprengkörper habe drei Zündsysteme, so Schweitzer. Zunächst werde eine sogenannte Raketenklemme eingesetzt, die den Zünder vernichten soll. Wenn dies nicht funktioniert, dann werde der Zünder mit einer Wasserschneideanlage herausgeschnitten.

Bis 20 Uhr wird es am Sonntag verboten sein, sich in der Sperrzone aufzuhalten, sagte der Leiter des Ordnungsamts Jörg Bannach. Wer dies nicht beachtet, muss mit Zwangsmaßnahmen rechnen. "Wir hoffen, dass jeder so vernünftig ist, jegliche Gefahrensituationen zu vermeiden." Das Ende der Sperrung soll über Lautsprecher und soziale Medien bekanntgegeben werden.

Wer wissen möchte, ob seine Straße in der Sperrzone liegt, kann sich an eine speziell eingerichtete Hotline richten. Die Nummer der Hotline lautet 069-212 111. Die Bevölkerung wird angehalten, keine Notrufnummern anzuwählen, sondern sich ausschließlich an die Hotline zu wenden.

Quelle: n-tv.de