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Steinwurf an der Autobahn Unbekannter verletzt schlafendes Kind

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Gemeingefährliche Steinwürfe auf vorbeifahrende Autos: Der oder die Täter müssen im Fall einer Verurteilung mit hohen Haftstrafen rechnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das ist der Alptraum eines jeden Autofahrers: Bei der nächtlichen Fahrt auf der Autobahn trifft ein von einer Brücke geschleuderte Stein den eigenen Wagen. In Baden-Württemberg schlägt ein solches Wurfgeschoss in die Heckscheibe eines Familienautos.

Ein Unbekannter hat in der Nacht zum Sonntag einen Stein auf die Autobahn A5 bei Baden-Baden geworfen und dadurch ein Kind verletzt, das auf der Rückbank eines vorbeifahrenden Wagens schlief. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Stein offenbar gegen 0.40 Uhr von einer Brücke geworfen.

Das lebensgefährliche Geschoss traf das unter der Brücke durchfahrende Auto an der Heckscheibe. Das Kind saß im Inneren des Fahrzeugs auf der Rückbank. Durch Glassplitter der berstenden Heckscheibe erlitt es Schnittverletzungen. Weitere Details etwa zum Alter des Kindes nannten die Beamten nicht. Die Polizei sucht Zeugen des Vorfalls, die sich unter der Rufnummer 07223 - 80 847 112 direkt an das zuständige Autobahnpolizeirevier Bühl wenden können.

Steinwürfe auf fahrende Autos können schnell tödliche Folgen haben. In den vergangenen Wochen gab es bundesweit mehrere solcher Attacken. Auf der A98 in Baden-Württemberg etwa waren Mitte Mai eine Autofahrerin und ihr Kind wohl nur knapp Verletzungen durch Steinwürfe entgangen. Jugendliche hatten auf einer Brücke gesessen und Gegenstände auf die Autobahn geworfen. Die Windschutzscheibe des Wagens wurde getroffen. "Nur mit viel Glück blieb das Schlimmste aus", teilte die Polizei damals mit.

Versuchter Mord

Wenige Tage zuvor waren auf der A8 in Baden-Württemberg ein Autofahrer und die Insassin eines weiteren Fahrzeugs nur knapp schweren oder tödlichen Verletzungen durch Steinewerfer entgangen. Der oder die Täter verschwanden spurlos. Die Polizei hofft auch hier auf Hinweise aus der Bevölkerung.

In früheren Fällen waren Ermittler Steinewerfern auch durch die Auswertung von DNA-Material auf die Spur gekommen. In einem aufsehenerregenden Prozess verurteilte das Landgericht Ellwangen im Frühjahr 2017 einen 37-jährigen Täter in einem ähnlich gelagerten Fall wegen versuchten Mordes zu neuneinhalb Jahren Gefängnis.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa