Panorama

Starkregen, Gewitter und Hagel Unwetter richtet große Schäden in NRW an

Heftige Gewitter verursachen Zerstörungen und Überflutungen in Nordrhein-Westfalen. In Solingen muss der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des Brandanschlags abgebrochen werden. In Wuppertal stürzt das Dach eines Uni-Gebäudes ein.

Heftige Unwetter mit starken Regenfällen sind am Nachmittag über Nordrhein-Westfalen gezogen und haben Schäden vor allem in den Regionen Wuppertal und Aachen angerichtet.

"In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes am späten Nachmittag. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren.

Das Dach eines Gebäudes der Universität Wuppertal stürzte ein. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht, wie die Uni nach dem Unwetter auf ihrer Webseite mitteilte. Zudem stünden der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser. "Nach ersten Einschätzungen ist der Ausmaß des Schadens erheblich", erklärte Rektor Lambert Koch. Die Feuerwehr sei im Einsatz.

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"Eine unfassbare Situation", sagte eine Polizeisprecherin.

(Foto: REUTERS)

In der Wuppertaler Innenstadt knickte nach heftigen Regenfällen auch das Dach einer Tankstelle weg und beschädigte mehrere Autos. Unter dem Dach hätten insgesamt 14 Fahrzeuge geparkt, erklärte die Polizei. "Es ist eine unfassbare Situation gewesen", sagte eine Sprecherin. Ein Fahrer habe sein Auto noch rechtzeitig verlassen können, bevor das Dach auf seinen Wagen gestürzt sei. Er wurde leicht verletzt. Wassermassen drangen auch in ein Wuppertaler Einkaufszentrum ein. In das Tiefgeschoss sei am Nachmittag Wasser gelaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Nachdem Gleise überspült worden waren, stellte die Deutsche Bahn im Raum Wuppertal den Zugverkehr ein. "Die Züge stehen alle am Bahnsteig", sagte ein Sprecher. Maßnahmen für Ersatzverkehr seien in die Wege geleitet worden. Auch die Schwebebahn fuhr nicht mehr. Die Bahn riet Fahrgästen, sich mit der Bahn-App über die Lage zu informieren.

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Auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens ist der Bahnverkehr beeinträchtigt. Es gebe es witterungsbedingte Verspätungen in den Regionen Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Aachen und Euskirchen, so der Bahnsprecher. Auch im Raum Hilden warteten die Züge zeitweise an Bahnhöfen. Bei Nettersheim in der Eifel wurde die Autobahn 1 überschwemmt. Zeitweise wurde die Fahrbahn in Richtung Blankenheim gesperrt.

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Die Gedenkveranstaltung in Solingen musste abgebrochen werden.

(Foto: dpa)

In Solingen, einer Nachbarstadt von Wuppertal, musste der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des dortigen Brandanschlags abgebrochen werden. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter den Bäumen gesucht. Sie waren danach aber von den Veranstaltern zum Verlassen des Ortes aufgefordert worden. Bei der Gedenkveranstaltung wurde daran erinnert, dass in der Nacht des 29. Mai 1993 vier Rechtsradikale das Haus der türkischstämmigen Familie Genc in Solingen angezündet hatten. Damals starben fünf Frauen und Mädchen.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag 450 Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. In einem Stadtteil von Aachen fiel zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte. In Duisburg lief Wasser in den Keller des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten. Wasser lief auch in ein Foyer der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

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Quelle: n-tv.de, hvo/dpa

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