Ein Toter, rund 50 ErkrankteVerdacht auf Norovirus: 1700 Menschen dürfen Kreuzfahrtschiff nicht verlassen

Es sind keine guten Wochen für Anbieter von Kreuzfahrten: Nach den Schreckensnachrichten über das Hantavirus leiden auf einem riesigen Passagierschiff vor Frankreich nun Dutzende Menschen an Magen-Darm-Erkrankungen. 1700 Reisende sind dem Ufer nah, dürfen aber nicht von Bord gehen.
Wegen einer Welle von Magen-Darm-Erkrankungen auf einem Kreuzfahrtschiff dürfen die rund 1700 Passagiere und Crew-Mitglieder ein im südwestfranzösischen Bordeaux eingelaufenes Schiff nicht verlassen. Mediziner seien an Bord der "Ambition" gegangen, um die Lage zu bewerten und Proben zu nehmen, teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden und die Präfektur mit. Nach Angaben des Kapitäns seien rund 50 Passagiere erkrankt. Wie die örtliche Zeitung "Sud Ouest" und weitere französische Medien berichteten, starb ein über 90 Jahre alter britischer Passagier.
Die französischen Behörden betonten, es gebe keinen Grund, einen Zusammenhang zwischen diesem Ausbruch an Bord des aus Belfast und Liverpool kommenden Kreuzfahrtschiffes und dem von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Schiff "Hondius" herzustellen. Im Laufe des Tages wollten die Behörden über das weitere Vorgehen entscheiden, sobald erste Untersuchungsergebnisse vorliegen. Die "Ambition" wollte eigentlich Kurs Richtung Spanien nehmen.
Die von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene "Hondius" hatte am Sonntag den Hafen von Teneriffa angesteuert, wo die Passagiere evakuiert wurden. Derzeit sind elf bestätigte oder wahrscheinliche Hantavirus-Fälle im Zusammenhang mit der "Hondius" erfasst. Darunter sind auch die drei verstorbenen Passagiere, bei denen eine Infektion mit dem Hantavirus-Typ Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird.