Panorama

"Stehen gegen Zensur"Viele Pulitzer-Preise für Berichterstattung über Trump

05.05.2026, 16:17 Uhr
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Das FBI hatte Mitte Januar Laptops und Handys bei Hannah Natanson von der "Washington Post" beschlagnahmt. Nun wird sie ausgezeichnet. (Foto: via REUTERS)

Seit ihrem Amtsantritt geht die Regierung von US-Präsident Trump gegen unliebsame Berichterstattung vor und erschwert Journalisten ihre Arbeit. Die renommierten Pulitzer-Preise würdigen in diesem Jahr nun Arbeiten, die sich davon nicht einschüchtern lassen.

Die Pulitzer-Preise gehen in diesem Jahr an gleich mehrere Arbeiten zu den Auswirkungen der Politik des US-Präsidenten Donald Trump. "Wenig überraschend konzentrierte sich ein Großteil der Berichterstattung auf die umstrittensten Themen des Jahres 2025", sagte Marjorie Miller bei der Verkündung der Sieger und nannte unter anderem Einwanderungspolitik, drastische Kürzungen der US-Entwicklungshilfe sowie die Akten zu Jeffrey Epstein und den Netzwerken um den Sexualstraftäter als Beispiele für Einreichungen. Der Preis in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" ging an die "Washington Post" für ihre Berichterstattung über Trumps Bemühungen, die Bundesbehörden umzugestalten.

Pulitzer-Verwalterin Miller prangerte vor der Bekanntgabe der Preisträger den zunehmenden Druck auf Journalisten in den USA an. "Wir stehen für zivilen Diskurs und gegen Zensur", sagte sie. "Leider muss das heute wiederholt werden, in einer Zeit, in der der Zugang von Medien zum Weißen Haus und zum Pentagon eingeschränkt wird, die Meinungsfreiheit auf den Straßen in Frage gestellt wird und der US-Präsident Klagen in Milliardenhöhe wegen Verleumdung und Böswilligkeit gegen zahlreiche Print- und Rundfunkmedien eingereicht hat."

Der Preis in der Kategorie "Investigativer Journalismus" ging an die "New York Times". Die Zeitung habe aufgedeckt, wie Trump seine Macht ausgenutzt habe, um Geld zu verdienen und seine Familie und Verbündeten zu bereichern, hieß es in der Begründung. Die Recherchen zeigten auf, wie Trumps Verbündete und Familienmitglieder von Verbindungen zu wohlhabenden Golfmonarchien und von ihren Investitionen im Bereich der Kryptowährungen profitierten.

In der Kategorie "Lokale Berichterstattung" wurde die "Chicago Tribune" ausgezeichnet. Sie habe aufgezeigt, wie US-Einwanderungsbehörden die Stadt im US-Bundesstaat Illinois im Rahmen von Trumps Vorgehen gegen undokumentierte Migranten einer "belagerungsähnlichen Invasion" ausgesetzt hatten.

Eine besondere Auszeichnung erhielt zudem die Journalistin Julie K. Brown vom "Miami Herald" für ihre Berichterstattung in den Jahren 2017 und 2018 über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. "Ihre Serie 'Perversion of Justice', die vor fast einem Jahrzehnt veröffentlicht wurde, zeigte auf, wie Staatsanwälte Epstein vor bundesweiten Anklagen wegen Sexhandels schützten, als ihm erstmals vorgeworfen wurde, junge Frauen missbraucht zu haben", sagte Pulitzer-Verwalterin Miller bei der Verkündung des Preises.

In der Kategorie "Berichterstattung im Inland" ging der Preis an die Nachrichtenagentur Reuters für ihre Berichte über Trumps Einsatz der Macht seines Amtes, um "Rache an seinen Gegnern zu nehmen". Die Nachrichtenagentur Associated Press wurde in der Kategorie "Auslandsberichterstattung" ausgezeichnet für ihre Reportagen darüber, wie Washington US-Unternehmen erlaubte, Überwachungstechnologie an China zu verkaufen.

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In weiteren Kategorien wurden Fotos aus dem Gazastreifen sowie Berichte über einen Schusswaffenangriff an einer Schule im US-Bundesstaat Minnesota und über KI-Manipulation bei der Facebook-Mutter Meta geehrt. Die Auszeichnungen werden von der renommierten New Yorker Columbia University verliehen. Die 1917 von dem Zeitungsverleger Joseph Pulitzer gestifteten Preise sin die höchste Auszeichnung im US-Journalismus. 

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa