Politik

Nach Leak zur Iran-MissionTrump droht Journalisten mit dem Gefängnis

07.04.2026, 10:39 Uhr
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Pressefreiheit spielt für den Mann im Weißen Haus eine untergeordnete Rolle. (Foto: AFP)

Die frühen Berichte der US-Medien über die Rettungsaktion im Iran stören den US-Präsidenten. Denn diese beruhen seinen Angaben zufolge auf einem Leak, welches die Rettungsmission erschwerte. Medien droht er nun mit harten Strafen, sollten sie ihre Quelle nicht preisgeben.

US-Präsident Donald Trump hat Journalisten, die zuerst über das vermisste zweite Besatzungsmitglied im Iran berichtet hatten, mit Gefängnis gedroht. "Sie sagten im Grunde genommen: 'Wir haben einen, und es fehlt jemand'", so Trump. Der Iran habe bis dahin nicht gewusst, dass noch eine weitere Person vermisst werde.

"Wer auch immer es war, wir glauben, wir werden es herausfinden können, denn wir werden zu dem Medienunternehmen gehen, das die Informationen veröffentlicht hat, und sagen: 'Es geht um die nationale Sicherheit: Gebt sie heraus oder geht ins Gefängnis'", erklärte der Republikaner. "Und wir wissen, von wem – und ihr wisst, von wem – wir sprechen".

Allerdings führte der US-Präsident nicht aus, auf welches Medium oder welchen Journalisten er sich damit bezog. Er bezeichnete diesen jedoch als "kranke Person".

Rettung durch Leak "deutlich erschwert"

"Denn manche Dinge darf man einfach nicht tun, denn als sie das taten, wusste plötzlich das ganze Land Iran, dass sich irgendwo auf ihrem Boden ein Pilot befand, der um sein Leben kämpfte", so Trump. Der Iran hatte nach dem Absturz des F-15E-Kampfjets eine Belohnung für denjenigen ausgerufen, der eines der Besatzungsmitglieder gefangen nimmt. Die Evakuierungsaktion sei durch das Leak "erheblich erschwert" worden, sagte der US-Staatschef.

Das Weiße Haus erklärte auf Anfrage der "Washington Post" zu den Trump-Kommentaren lediglich: Es gibt eine Untersuchung. Details wurden nicht genannt.

Die Aussagen des 79-jährigen Republikaners riefen umgehend Kritik hervor. "Präsident Trumps Drohung, Journalisten zur Offenlegung ihrer Quellen zu zwingen, gibt Anlass zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich der Pressefreiheit, da die Fähigkeit von Journalisten, ihre Arbeit zu verrichten, zum Teil davon abhängt, dass sie die Identität ihrer Quellen schützen können", erklärte der Direktor des Knight First Amendment Institute an der Columbia Universität, Jameel Jaffer. "Präsident Trumps Drohung sollte als Versuch verstanden werden, die Presse einzuschüchtern und Journalisten daran zu hindern, die Arbeit zu leisten, die die Öffentlichkeit von ihnen erwartet."

Trump verklagt Medien

Der Direktor von Reporter ohne Grenzen für Nordamerika, Clayton Weimers, warnte, dass es sich dabei nicht nur um "typisches Trump-Geschwätz" handle. "Wir sollten ihn sowohl ernst als auch wörtlich nehmen. Es ist dieselbe Trump-Regierung, die einen Richter in die Irre geführt hat, um die Arbeits- und Privatgeräte der 'Washington Post'-Reporterin Hannah Natanson zu beschlagnahmen."

Im Januar war die Wohnung der Reporterin vom FBI durchsucht worden. Die Beamten waren dabei nach eigenen Angaben auf der Suche nach angeblich illegal geleakten Informationen. Dafür beschlagnahmten sie jedoch auch Telefone und Computer der Journalistin.

Trump und viele weitere Vertreter seiner Regierung drohen regelmäßig kritischen Journalisten und Medien. Der US-Präsident verklagte verschiedene Medien auch bereits wegen ihrer Berichterstattung.

Quelle: ntv.de, lme

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