Panorama

Absturz in Mexiko ohne Tote Viele retten sich selbst aus den Flammen

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Aus der abgestürzten Maschine auf einem Feld nahe des Flughafens Durango schlagen Flammen.

(Foto: AP)

In Mexiko stürzt ein Flugzeug kurz nach dem Start ab und geht binnen Sekunden in Flammen auf. Wie durch ein Wunder gibt es keine Toten. Die meisten Menschen können sich selbstständig aus dem Inferno befreien.

Im mexikanischen Durango haben 103 Menschen einen Flugzeugabsturz überlebt. Von den 99 Passagieren, darunter elf Kinder, sowie vier Besatzungsmitglieder mussten die meisten mit lediglich leichten Blessuren ins Krankenhaus gebracht werden. Bei den meisten Verletzungen handelt es sich um Verbrennungen. Der Gouverneur von Durango, José Rosas, sagte, dass es nur zwei Schwerverletzte gebe: Der Pilot habe nach dem Unglück an der Wirbelsäule operiert werden müssen. Ein kleines Mädchen habe Verbrennungen an 25 Prozent des Körpers erlitten.

Die Maschine mit der Flugnummer AM2431 der Airline Aeroméxico war kurz nach dem Start während eines heftigen Hagelsturms von einer Böe erfasst worden. Das Flugzeug vom Typ Embraer 190 ging kurz hinter der Startbahn zu Boden, rutschte rund 300 Meter über ein Feld und ging dann in Flammen auf.

Nach dem Absturz war das Flugzeug, das ursprünglich das Ziel Mexiko-Stadt hatte, auf dem Feld zu sehen, Rauch stieg über dem Wrack auf. Passagiere verließen die Maschine. Rettungskräfte, die Armee und das Rote Kreuz eilten zum Unglücksort.

"Es war unglaublich schrecklich"

"Wir waren auf der Startbahn, als die Sicht schlechter wurde", erzählte die Passagierin Jacqueline Flores, die mit ihrer 16-jährigen Tochter reiste, der Nachrichtenagentur AFP. "Als wir schon in der Luft waren, fühlte es sich an, als würde sich das Flugzeug wieder ausbalancieren, aber dann stürzte es zu Boden." Zudem sagte die 47-Jährige: "Ich dachte, wir wären zurück auf die Startbahn gefallen, weil es eine harte Oberfläche war, dann schlitterten wir über den Boden, bis es stoppte." Gepäck sei durch den Gang gerutscht und es habe nach Rauch gerochen. "Ich öffnete meinen Gurt und sah Flammen und ich wusste, wir müssen springen. Es gab ein Loch direkt neben uns, das Flugzeug war kaputt."

Passagier Lorenzo Nunez aus Chicago, der sich mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen aus dem Flugzeug retten konnte, sagte der Nachrichtenagentur AP: "Es war unglaublich schrecklich." Alles habe in wenigen Sekunden in Flammen gestanden.

Nach Angaben von Gouverneur Rosas halfen sich die Passagiere gegenseitig, das Flugzeug schnell durch Löcher zu verlassen, die bei dem Unglück in den Rumpf gerissen worden waren. Überdies seien die Notrutschen aktiviert worden, bevor der Brand ausgebrochen sei. Etliche Passagiere konnten sich bereits aus dem Inferno befreien, bevor die ersten Rettungskräfte an der Unglücksstelle eingetroffen waren.

Nach Angaben von Aeroméxico-Chef Andrés Conesa war die 2008 in den Dienst genommene Maschine "perfekt gewartet". Er dankte der Crew "für ihre Professionalität" und lobte das Verhalten der Passagiere.

Quelle: ntv.de