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"Bei Stufe 2 immer gefahren" Vulkan-Touranbieter verteidigt Ausflug

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Mehrere Ausflugsgäste kamen bei einer Tour auf der Vulkaninsel ums Leben. Andere Touristen sahen den Ausbruch von einem Boot aus.

(Foto: INSTAGRAM @ALLESSANDROKAUFFMANN)

Trotz Warnstufe 2 besuchten Touristen die Vulkaninsel White Island. Ein betroffener Reiseunternehmer verteidigt das Vorgehen und spricht von einer großen Tragödie. Offenbar waren Touren bei dieser Warnstufe Normalität.

Nach dem Vulkanausbruch in Neuseeland mit mindestens fünf Toten hat die Polizei Ermittlungen eingeleitet. Dabei gehe es um die "Umstände" der Naturkatastrophe auf der Insel Whakaari (White Island), sagte Polizeivertreter John Tims. Der Reiseanbieter "White Island Tours" hatte nach dem Vulkanausbruch erklärt, Sicherheitsvorschriften ernst genommen zu haben

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Bislang bestätigte die Polizei den Tod von sechs Menschen. Acht weitere Personen werden noch vermisst. Es gab aber kaum Hoffnung, sie nach der Naturkatastrophe noch lebend zu finden, hieß es. In der Woche vor dem Ausbruch war die für die Vulkaninsel geltende Warnstufe angehoben worden; Touristen durften dennoch das beliebte Ausflugsziel weiter ansteuern.

Am Montag habe Warnstufe 2 gegolten, die vor "mäßiger bis erhöhter Vulkanaktivität" warne, sagte der Chef von White Island Tours, Paul Quinn, dem Sender TVNZ. Auf dieser Stufe seien stets weitere Ausflüge zum Vulkan unternommen worden. Zwei Reiseleiter seines Unternehmens zählen seinen Angaben zufolge zu den Vermissten. "Das ist eine große Tragödie, unglücklicherweise auch für uns", erklärte er weiter.

Im Normalfall würden sie schon vorher entscheiden, falls eine Fahrt zu gefährlich sei: "Normalerweise würden wir diesen Anruf in der Nacht zuvor tätigen und sagen, dass wir nicht fahren. Das hängt hauptsächlich vom Wetter ab."

Der Unternehmer bekräftigte, dass Warnstufe 2 nicht das niedrigste Niveau vulkanischer Aktivität war, es jedoch immer noch als sicherer Grad angesehen wurde. "Es hat anscheinend in den vergangenen 30 Jahren immer Touren gegeben. In dieser Zeit war der Vulkan immer aktiv und auch in dieser Warnstufe. Aber es ist ein sehr unberechenbarer Vulkan", versuchte Premierminsterin Jacinda Ardern eine Erklärung zu finden.

Der Touranbieter reagierte umgehend und richtete auf seiner Internetseite einen Notfall-Link ein: "Wir befinden uns derzeit in einem Notfall. Wenn Sie nach Informationen über eine Person suchen, die möglicherweise nach Whakaari / White Island gereist ist und die Sie nicht direkt kontaktieren konnten, registrieren Sie sich bitte auf der Seite des neuseeländischen Roten Kreuzes."

Quelle: ntv.de, sgu/AFP