Panorama

Lungenkrankheit breitet sich aus Was bedeutet das Coronavirus für Reisende?

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Am südkoreanischen Flughafen Incheon müssen sich Reisende aus China einer Fieber-Kontrolle unterziehen.

(Foto: REUTERS)

Das Coronavirus breitet sich weiter in China und anderen Ländern aus. Gerade Asien-Reisende stellen sich nun die Frage, wie sie mit dem Ausbruch der Epidemie umgehen sollen. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen für Urlauber und Geschäftsleute.

Was rät das Auswärtige Amt China-Reisenden?

Das Auswärtige Amt hat eine eindeutige Position: Nicht notwendige Reisen nach China sollten verschoben werden. Touristen, die dennoch unterwegs sind, sollten sich in eine Krisenvorsorgeliste eintragen, damit die deutschen Behörden über ihren Aufenthaltsort informiert sind. Außerdem sollten sich Reisende auf Planänderungen einstellen, beziehungsweise eine vorzeitige Abreise aus China prüfen.

Für die Provinz Hubei, in der der Erreger ausgebrochen war, besteht eine Teilreisewarnung: "Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan wird als moderat eingeschätzt. Die chinesischen Behörden haben seit 23. Januar 2020 Reisebeschränkungen für Wuhan und andere Städte der Provinz Hubei erlassen. Eine Ausreise mit Zug, Flug, Bus oder Fähre ist derzeit nicht möglich. Vor Reisen in die Provinz Hubei wird gewarnt", erklärt das Auswärtige Amt auf seiner Website.

Was kann während der Reise geschehen?

Aufgrund der schnellen Ausbreitung des neuen Erregers kommt es verstärkt zu Fieberkontrollen bei der Ein- und Ausreise. Auch in den Metropolen werden weitere Kontrollen durchgeführt. Die chinesische Regierung hat außerdem Großveranstaltungen in Peking aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres abgesagt und die Neujahrsferien im Land verlängert. Individualtouristen müssen damit rechnen, dass sie ihre geplante Route nur mit großen Einschränkungen durchführen können.

Inwiefern beeinflusst das Virus die Mobilität?

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes haben neben Hubei auch andere Provinzen Einschränkungen der Reisefreiheit verhängt. Davon kann auch auch der Fernreiseverkehr betroffen sein. Allgemein ist derzeit mit erheblichen Einschränkungen innerhalb Chinas zu rechnen. Touristenattraktionen wie die Verbotene Stadt in Peking, der Mauerabschnitt Badaling im Norden Pekings sowie das Disneyland in Shanghai sind beispielsweise geschlossen.

Können geplante China-Reisen umgebucht werden?

Große Reiseveranstalter bieten ihren Kunden aufgrund des Erregers die Möglichkeit, ihre geplante Reise zu überdenken: "Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Tatsache, dass die Mobilität innerhalb Chinas sehr stark eingeschränkt ist, bieten Reiseveranstalter ihren Kunden derzeit kostenlose Stornierungs- und / oder Umbuchungsmöglichkeiten an", erklärt Kerstin Heinen vom Deutschen Reiseverband (DRV) auf Anfrage von ntv.de. Die Verbraucher sollten sich bei Fragen an ihren jeweiligen Veranstalter oder ihr Reisebüro wenden.

Der DRV und die Unternehmen würden in engem Kontakt mit dem Auswärtigen Amt stehen und die Situation und Entwicklung sehr aufmerksam verfolgen, um gegebenenfalls schnell agieren zu können, erklärt Heinen weiter.

TUI-Reisende, die in den kommenden zwei Wochen einen China-Trip geplant haben, können gebührenfrei auf einen anderen Termin umbuchen. Studiosus bietet seinen Kunden sogar bei einer Abreise bis zum 31. Mai kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an.

Gäste, die bei der FTI Group gebucht haben, können bei Trips bis zum Abreisedamtum 21. Februar umbuchen. Auch DER-Touristik reagiert mit seinen Veranstaltermarken auf die weitere Ausbreitung des gefährlichen Erregers: "Wir bieten für die Veranstaltermarken Dertour, Meiers Weltreisen und ADAC Reisen, welche China im Programm haben, kostenlose Umbuchungen und Stornierungen für China-Reisen mit Abreisetermin bis 31.3.2020 an. Wir kontaktieren unsere Reisegäste aktiv und bitten sie, ihre Reiseabsichten zu überdenken", erklärt das Unternehmen auf seiner Website.

Die Hauptreisezeit für China ist der Sommer. In den Monaten Januar, Februar, März finden saisonbedingt nur wenige Reisen statt, teilte der Deutsche Reiseverband mit.

*Datenschutz

Wie verhalten sich die internationalen Fluggesellschaften?

Die britische Fluggesellschaft British Airways setzt wegen der Virus-Ausbreitung alle Flüge in die Volksrepublik und von dort nach Großbritannien aus. Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa fliegt chinesische Städte bisher wie geplant an. Die Mitarbeiter können - wenn sie wollen - einen Mundschutz tragen. Für Passagiere sind solche Masken allerdings nicht vorgesehen.

Falls Lufthansa-Reisende dennoch ihren Flug verschieben wollen, können sie zwischen den Abreisedaten 24. Januar und 23. Februar ihre China-Flüge kostenlos verschieben. Alle Flugreisen müssen sich bei der Ankunft am Flughafen auf Fieberkontrollen einstellen.

Welche Meldepflichten gibt es für Chinareisende und Flugpersonal?

Bei Flügen aus China sollen die Piloten vor dem Landen den Tower über den Gesundheitszustand der Passagiere informieren. Reisende aus China sollen Angaben zu Flug, Aufenthaltsort und Erreichbarkeit in den nächsten 30 Tagen machen. Die Inkubationszeit des neuen Erregers beträgt bis zu zwei Wochen.

Haben die Chinesen Reisebeschränkungen für Flüge nach Europa?

Ja. Die chinesische Regierung hat Pauschalreisen ins Ausland verboten, um weitere Ansteckungen mit dem neuen Virus zu verhindern. Europa-Rundreisen, bei denen Chinesen mehrere Länder Europas besuchen, sind damit auch untersagt. Wie lange dieses Pauschalreise-Verbot in Kraft bleibt, ist derzeit unklar.

Was ist bei Reisen in andere asiatische Länder zu beachten?

Das neue Virus hat sich nicht nur in China, sondern auch in Hongkong, Japan, Macau, Malaysia, Nepal, Singapur, Südkorea, Taiwan und Thailand verbreitet. Reisende sollten sich deshalb genau über die Schutzmaßnahmen gegen das Virus informieren. Überall müssen Touristen mit möglichen Flughafen-Kontrollen rechnen.

Quelle: ntv.de