Panorama

Es geht um mehr als einkaufen Weihnachtswerbung macht Politik

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Der Weihnachtsmann als Sehnsuchtsfigur, die nicht alles schafft - so ist es beim ICRC.

Youtube/International Committee of the Red Cross

Werbung soll zum Geld ausgeben animieren, besonders in der Vorweihnachtszeit. Doch manche Geschenke sind mit keinem Geld dieser Welt zu bezahlen, diese Geschichte erzählen 2018 gleich mehrere Spots.

Dass sich die Weihnachtszeit nähert, merkt man unter anderem daran, dass plötzlich ganz andere Werbespots laufen. Jetzt räkeln sich nicht mehr gut gebaute junge Männer unter der Dusche und auch junge Frauen beißen nicht mehr lasziv in Süßigkeiten. Nein, jetzt kommt die Zeit, in denen Familien zusammenkommen, der Blick in gemütlich beleuchtete Häuser fällt und alle friedlich miteinander konsumieren.

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Die großen Handelskonzerne investieren in ihre Weihnachtswerbungen beachtliche Summen und engagieren namhafte Regisseure. 2018 landete die britische Warenhauskette John Lewis dabei einen Werbehit. In dem Spot unter dem Titel: "Ein Junge und ein Klavier" folgt der Zuschauer der rückwärts erzählten Lebensgeschichte von Popstar Elton John bis zu jenem Weihnachten in der Kindheit des heute 71-Jährigen, an dem er sein erstes Klavier bekam. Die Botschaft lautet: "Manche Geschenke sind mehr als ein Geschenk".

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Für heftige Diskussionen sorgte eine Werbekampagne der Lebensmittelkette Iceland. In dem eineinhalb Minuten langen Spot, der wie ein Trickfilm gestaltet ist, wundert sich ein kleines Mädchen, warum ein Orang-Utan-Junges in seinem Kinderzimmer Chaos anrichtet. Die Idylle des liebevoll eingerichteten Zuhauses wird dann mit dokumentarischen Aufnahmen von der Abholzung des Regenwaldes unterbrochen. Ebenso wie das Mädchen berichtet nun das Orang-Utan-Junge, dass Maschinen für die Produktion von Palmöl sein Zuhause zerstört und seine Mutter getötet haben. Deshalb habe es gehofft, nun hier eine Heimat zu finden. Der Spot ist den 25 Orang Utans gewidmet, die jeden Tag sterben. Wegen der politischen Botschaft der Werbung, die in Zusammenarbeit mit der Umweltorganisation Greenpeace entstand, verweigerten einige TV-Sender die Ausstrahlung.

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Aus seiner politischen Botschaft macht der Weihnachtsspot des Internationalen Roten Kreuzes gar keinen Hehl. Darin streift der Weihnachtsmann begleitet von Weihnachtsmusik durch eine umkämpfte Stadt:  Schüsse fallen, Sprengsätze detonieren, Menschen laufen um ihr Leben. In einem weitgehend zerstörten Haus findet der Mann im roten Mantel schließlich ein Mädchen, das offenbar in den Kämpfen allein zurückgeblieben ist. Er kniet sich zu dem Kind mit den angstgeweiteten Augen und hält seine Hand, aber dann wird er durchsichtig und verschwindet schließlich ganz. Die Botschaft des Spots: Es gibt Geschenke, die der Weihnachtsmann nicht bringen kann. Und das einzige Geschenk, das viele Kinder sich wünschen, ist wieder bei der eigenen Familie zu sein. Das Rote Kreuz bringt jedes Jahr Hunderte Familien wieder zusammen, die von bewaffneten Auseinandersetzungen oder Naturkatastrophen auseinander gerissen wurden. Dann wird um Spenden gebeten.

Quelle: n-tv.de, sba

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