Panorama

"Das sind Choräle"Weimer legt der Unesco deutsche Fangesänge ans Herz

24.06.2026, 20:00 Uhr
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Goethe, Schiller, Stadionkurve - Wolfram Weimer spielt mitunter auch gern steil. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine Verbindung von Gesang, Musik und Choreografien - Kulturstaatsminister Weimer schwärmt davon, was sich in und um deutsche Stadien abspielt. Und das gelte es zu bewahren und zu würdigen. Zeit also, dass die Unesco die hiesige Fankultur zum Kulturgut erklärt.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ist spätestens mit Beginn der WM vom Fußball-Fieber gepackt - und wohl auch schon länger begeistert von der deutschen Fankultur. Und zwar dermaßen, dass seiner Ansicht nach "die Fankultur in Deutschland zu den immateriellen Kulturgütern der Unesco zählen sollte", wie er der "Bild"-Zeitung sagt. Und einmal in Fahrt legt er nach und begründet seinen überraschenden Vorstoß: "Das hat nicht nur mit emotionaler Tiefe zu tun und damit, dass sie so viele Menschen vereint, sondern auch mit dem, was da in der Verbindung von Gesang, Musik und Choreografien, also inszenierter Ästhetik, geschieht."

Und damit ist er mit seiner Begeisterung längst nicht am Ende: "Da werden Lieder komponiert und in Wechselgesängen gesungen", sagt der CDU-Politiker und Eintracht-Frankfurt-Anhänger weiter. Was für Menschen, die dem Fußball nichts abgewinnen können, vielleicht nur als Gegröle daherkommt - für Weimer sind es "Choräle". Kurzum: "Deutsche Fankultur ist wirklich etwas Besonderes. Sie ist ein immaterielles Kulturgut. Ich würde die Unesco auffordern, das auf die Liste zu nehmen."

Mit Blick auf die Weltmeisterschaft gibt sich Weimer wenig überraschend als Fan des DFB-Teams. "Von dieser Mannschaft bin ich begeistert", sagt der CDU-Politiker. Der frühere Bundestrainer Berti Vogts habe mal gesagt, "die Mannschaft ist der Star", erinnert sich der Kulturstaatsminister. "Das hat lange nicht gestimmt. Bei dieser Mannschaft habe ich aber das Gefühl, dass es wieder so sein könnte."

Weimers Fußballbegeisterung kühlt indes beim Blick aufs Preisschild der DFB-Trikots schnell ab. "Wenn Familien dafür aber über 100 Euro zahlen müssen, ist das zu viel." Er forderte den DFB auf, bei den Ertragserwartungen "etwas bescheidener" zu sein und dafür zu sorgen, "dass für normale Familien in Deutschland ein Familiensatz Trikots nicht zum Vermögen wird". Für das "High-Performance-Trikot", wie es die Spieler beim Spiel tragen, ruft Ausstatter Adidas übrigens sogar 150 Euro auf. Für 50 Euro weniger gibt es das "Authenthic Heimtrikot".

Quelle: ntv.de, jwu