Panorama

Film über die Höhlenrettung Westhauser wurde mehrfach wiederbelebt

Elf Tage lang brauchten Höhlenretter im vergangenen Jahr, bis sie den schwer verletzten Forscher Johann Westhauser aus 1000 Metern Tiefe geborgen hatten. Doch vor allem in den ersten Stunden hing sein Leben am seidenen Faden.

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Westhauser nach seiner Rettung im Krankenhaus.

(Foto: dpa)

Die Rettung des verunglückten Höhlenforschers Johann Westhauser gilt als echtes Meisterstück. Doch beim Neujahrsempfang der Tourismusregion Berchtesgaden/Königsee wurde deutlich, dass es zwischenzeitlich ziemlich dramatisch um den 54-Jährigen stand.

Bei Westhausers erstem öffentlichen Auftritt nach der spektakulären Rettungsaktion vor einem halben Jahr wurde auch ein Film und ein Vortrag darüber gezeigt. Darin beschrieb Thomas Matthalm, dass Westhauser während des schwierigen Transports aus der Riesending-Schachthöhle im Untersberg insgesamt achtmal wiederbelebt werden musste. Stundenlang sei Westhauser bewusstlos gewesen und habe immer wieder Krampfattacken erlitten. Matthalm, der Westhauser auf der Höhlentour begleitete, hatte sich in den ersten 26 Stunden nach dem Unglück allein um den Schwerverletzten gekümmert.

Matthalm bemühte sich, Wasser aus einer weit entfernten Quelle zu besorgen. Er versorgte seinen Freund mit Wärmflaschen. Um Licht zu sparen, lagen beide stundenlang in völliger Dunkelheit. Westhausers Begleiter hielt Wache, manchmal sang er und betete auch – 26 Stunden lang, bis die ersten Helfer eintrafen. Bisher hatte es geheißen, Westhauser sei die ganze Zeit über in einem stabilen Zustand gewesen.

Unfall in der Tiefe

Der Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) war zu Pfingsten 2014 in rund 1000 Metern Tiefe von einem Steinschlag getroffen worden und hatte ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Seine Rettung aus Dunkelheit und Kälte dauerte insgesamt elf Tage.

Bei dem Neujahrsempfang wurde Westhauser mit stehenden Ovationen empfangen. Er sei sehr froh, dass seinen Rettern nichts passiert ist, sagte der Wissenschaftler. Mit Tränen in den Augen dankte er den Männern und Frauen der Bergwacht und der Höhlenrettung. "Mein Dank geht an alle, die mitgeholfen haben, dass ich hier stehen kann und noch am Leben bin", sagte Westhauser sichtlich bewegt.

Trotz seiner guten Genesung sei er noch nicht wieder in der Verfassung, Höhlen zu erkunden. Er kündigte jedoch an, im August wieder in die Riesendinghöhle steigen zu wollen: "Dort wo es passiert ist, geht es noch weiter, da gibt es noch nicht erkundete Passagen."

Quelle: n-tv.de, sba

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