Panorama

Die Wetterwoche im Schnellcheck Altweibersommer fegt Polarluft fort

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Ab Mittwoch wird es vor allem im Süden Deutschlands sonnig.

(Foto: picture alliance / zb)

Nach dem ersten Schneefall sorgt Hoch "Stefan" nun noch einmal für angenehme Temperaturen: Bis Freitag kommt der sonnige Altweibersommer richtig in Fahrt. Am Wochenende kann es dann aber schon wieder ungemütlich werden, meint ntv-Wetterexperte Björn Alexander.

Der Winter hat sich den Alpen mit Schneefällen und einer Schneedecke bis 1500 Meter, im Allgäu bis auf 1200 Meter zum ersten Mal gemeldet. Auf der Zugspitze liegen inzwischen 60 Zentimeter Schnee. In Balderschwang im Allgäu (1037 Meter Höhe) kamen in den letzten drei Tagen 128 Liter pro Quadratmeter zusammen, vorübergehend ging der Regen am Samstag auch hier in Schnee über.

Derweil hat der Zustrom an feuchtkalter Polarluft jetzt seinen Höhepunkt erreicht und es geht langsam aufwärts. Denn in den nächsten Tagen verstärkt sich der Einfluss von Hoch "Stefan" über dem Atlantik. Damit setzt sich Schritt für Schritt der Altweibersommer bei uns durch, auch wenn die Temperaturen hierbei nur zögerlich ansteigen. Insbesondere in den teils nebligen, teils klaren Nächten wird es mit Tiefstwerten von oft nur 10 bis 4 Grad nämlich ziemlich frisch.

Nacht zum Montag: In den Hochlagen winterlich

In der Nacht erreicht ein Regenband den Süden. Dann sind in den Alpen oberhalb von etwa 1500 Metern nochmals 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee mit entsprechend winterlichen Verhältnissen zu erwarten. Und auch im übrigen Land geht es wechselhaft mit Schauern und Auflockerungen sowie einem teilweise lebhaften Wind weiter. Dazu kühlt es sich auf 10 bis 4, an der Nordsee auf 12 Grad ab.

Montag: Freundlicher und nachlassender Wind

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Von der Eifel bis zum Schwarzwald und Bodensee beginnt die neue Wetterwoche meist trocken und zeitweise sonnig. Sonst erwartet uns erneut ein Mix aus sonnigen Abschnitten und zum Teil gewittrig kühlen Duschen - am meisten Sonne zwischen den Schauern bekommt der Norden. Der Wind lässt hierbei zwar nach; es bleibt aber weiterhin kühl mit maximal 10 bis 17 Grad.

Dienstag: Geteilte Aussichten

Hoch "Stefan" läuft sich allmählich warm und drängt die Schauer immer weiter ostwärts ab, während sich der Westen vermehrt über die Sonne freuen kann. Die Temperaturen springen ebenso etwas an und quittieren uns die Wetterbesserung mit 11 bis 18 Grad.

Mittwoch bis Freitag: Altweibersommer kommt in Fahrt

Für die Freunde des Altweibersommers stehen goldene Zeiten an. Denn nach Auflösung von Nebelfeldern, die sich in Form von Tau an Wiesen und Sträuchern und den Spinnweben niederschlagen, ist es zeitweise sonnig und trocken. Am meisten Sonne gibt es im Süden. Erst am Freitagnachmittag sind im äußersten Nordwesten mehr Wolken und etwas Regen möglich. Dabei wird es langsam wärmer mit 13 bis 19, am Rhein um 20 Grad, in Freiburg und am Kaiserstuhl sind sogar bis zu 22 oder 23 Grad zu warten. Übrigens ist am Freitag kalendarischer Herbstanfang, was wir dann am Wochenende wettertechnisch zu spüren bekommen.

Wetter am Wochenende: Tiefs werden aufdringlicher

Die Unsicherheiten sind noch groß, aktuell überwiegt bei den Wettercomputern aber der Trend zum Tiefdruckeinfluss. Damit dürfte es aus Westen unbeständiger und nasser werden. Dabei ist es vorerst aber noch eher mild mit Tageshöchstwerten zwischen 14 und 20 Grad.

Spät- und Altweibersommer - was ist der Unterschied?

Der Spätsommer kann uns etwa bis Mitte September beehren. Im Anschluss bis etwa Mitte Oktober können wir bei Hochdruckwetter dann eher den Altweibersommer erleben. Aufgrund der schwindenden Kraft der Sonne und der kürzer werdenden Tage werden Temperaturen von über 25 Grad nämlich immer unwahrscheinlicher. Außerdem kommen die Nächte gerne mal mit Nebel und kühlen Temperaturen daher.

Mit alten Frauen - was man vielleicht denken könnte - hat das ursprünglich allerdings wenig bis gar nichts zu tun. Der Wortteil "Weiber" hat seine Wurzel im Wort "weiben" aus dem Althochdeutschen. Und das bedeutete ehemals "weben". Also das Weben der Spinnweben, die der Morgentau sichtbar grau erscheinen lässt. Erst später kamen dann auch weitere Interpretationen hinzu, die dann was mit älteren Frauen mit silbernem oder grauen Haar oder dem gealterten Sommer zu tun haben.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 18. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de

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