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Frostiges Wochenende Winterwalze rollt auf Deutschland zu

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Nach eher warmem Jahresbeginn zeigt sich der Winter nochmal von seiner ungemütlichen Seite: mit Schnee, knackiger Kälte und in der kommenden Woche auch mit glatten Straßen. Der Februar dürfte dann aber vermutlich wieder eher zu warm beginnen.

ntv: Nach dem sehr milden und nassen Wetter der vergangenen Wochen probt der Winter jetzt ein Comeback. Wie nachhaltig ist die Entwicklung?

Björn Alexander: Nach jetzigem Stand will die Kälte samt wiederkehrenden Schneeschauern und entsprechender Glätte bis mindestens Mitte nächster Woche anhalten. Je nach Wettermodell bleibt es auch bis in den Februar hinein beim winterlichen Wettertreiben. Wobei die Unterschiede bei den Prognosen insgesamt ziemlich groß sind.

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In der Eifel hat es schon geschneit.

(Foto: dpa)

Was beutetet das im Detail?

Wenn wir beispielsweise auf die zweite Hälfte der nächsten Wetterwoche blicken, dann sieht das Europäische Wettermodell aktuell gute Chancen für eine geschlossene Schneedecke in weiten Teilen unseres Landes. Andere Prognosen lassen es wieder milder werden, sodass sich der Winter eher auf das Bergland konzentriert.

Welche Trends gibt es anschließend?

Die experimentellen Langfristvorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA sehen einen rund zwei Grad zu warmen und teilweise zu nassen Februar auf uns zukommen - also eher eine Wetterlage mit Tiefdruckgebieten und einer eher westlichen bis südwestlichen Strömung. Gleichzeitig sprechen andere Entwicklungen für spürbar kältere Ansätze.

Was für Entwicklungen sind das?

Wiederholt trat in letzter Zeit ein sogenanntes Major Warming in einigen Computermodellen auf.

Das bedeutet?

Dass in einer Höhe von etwa 20 bis 25 Kilometern eine plötzliche Erwärmung auftritt. Normalerweise liegen die Temperaturen dort deutlich unter minus 60 Grad, springen beim Warming aber in Richtung Gefrierpunkt oder etwas darüber.

Mit welchen Folgen für uns?

ntv-Meteorologe Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

(Foto: ntv)

Davon merken wir am Boden zuerst einmal nichts. Doch im weiteren Verlauf könnte es zu einer Teilung des Polarwirbels, zum sogenannten Polarwirbel-Split kommen, die dann mit Kaltluft aus östlichen bis nordöstlichen Breiten bei uns einhergehen kann. Eine vergleichbare Situation wie im Februar 2021 oder März 2013, als es massive Winterbrüche gab. Es ist und bleibt somit sehr spannend, wie die Weichenstellung für den letzten Wintermonat und den Trend ins Frühjahr 2023 läuft.

Zurück zur naheliegenden Vorhersage: Was bringen uns die nächsten Tage?

Nach Polartief "Ingo", das vor allem im Westen und der Mitte Schnee und Glätte gebracht hat, zieht in der Kaltluft polaren Ursprungs am Freitag ein weiteres Tief heran - abermals mit Schneeschauern. Anschließend folgt am Samstag ein kleines Zwischenhoch, bevor ein Tief über Osteuropa wieder für Glätte sorgen wird. Montag und Dienstag übernimmt ein neues Hoch. Langeweile will aber dennoch nicht aufkommen, denn anschließend geht es wieder wechselhafter weiter, mit erheblicher Rutschgefahr.

Eine Achterbahnfahrt mit welchen Einzelheiten?

Im Anschluss an eine frostige und zum Teil glatte Nacht schneit es am Freitag tagsüber zunächst vor allem im Süden. Später sind dann auch im Westen Schnee, Regen und entsprechende Glätte möglich. Sonst bleibt es trocken und zeitweise sonnig bei minus 2 bis plus 4 Grad.

Und am Wochenende?

Bringt uns der Samstag einen vielfach freundlichen Beginn. Erst später ziehen im Osten und Südosten Wolken mit etwas Schnee oder Schneeregen auf. Und die verlagern sich mit Glättegefahr am Sonntag in Richtung Westen. Dabei ist es nachts frostig, mit teilweise strengem Frost, also unter minus 10 Grad. Tagsüber erreichen die Werte meist minus 5 bis plus 3 Grad.

Was zeigen die Wetterkarten zum Beginn der neuen Woche?

Montag an den Alpen noch Flocken. Im großen Rest ist es unterdessen schöner und trocken. Dazu bleibt es - nach einem eisigen Start - tagsüber ebenfalls kalt mit minus 6 bis plus 3 Grad. Und auch am Dienstag dominiert ruhiges Winterwetter, das abseits von Nebel und Hochnebel Sonne im Gepäck hat.

Dann wird es brenzlig?

So sieht es aus. Zum Mittwoch übernehmen nämlich erneut die Tiefdruckgebiete und bringen Niederschläge. Je nach Timing und Wettermodell mit der Gefahr für einen brisanten bis gefährlichen Mix aus Schnee, Regen sowie gefrierendem Regen oder Glatteis. Hier bleibt abzuwarten, wie standhaft die Kälte ist und wie die Tiefdruckgebiete im Detail tatsächlich ziehen. Fakt ist: Die Winterdienste haben vorerst alle Hände voll zu tun.

Quelle: ntv.de

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