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Zuzahlungen von über 3500 EuroWo ein Platz im Pflegeheim am meisten kostet

17.11.2025, 13:51 Uhr
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Der Eigenanteil bei einem Pflegeheimplatz variiert je nach Bundesland stark. (Foto: picture alliance/dpa | Sina Schuldt, ntv.de)

Ein Platz im Pflegeheim ist teuer: Etwa 2950 Euro pro Monat müssen die Betroffenen im Schnitt aus eigener Tasche zahlen. Je nach Region fallen die Eigenanteile jedoch unterschiedlich hoch aus.

Bei den Kosten für Pflegeheime gibt es einer Studie zufolge große regionale Unterschiede. Am teuersten ist die Pflege im ersten Jahr mit durchschnittlich 4078 Euro pro Monat in Coburg, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Auswertung mitteilt. Allerdings würden einzelne Heime den Wert verzerren, den Bewohner aus eigener Tasche zuzahlen müssen. Am günstigsten ist der Eigenanteil demnach in Wilhelmshaven mit 2288 Euro. Im Schnitt lagen die selbst aufzubringenden Kosten bei 2948 Euro.

"Die Kosten der vollstationären Pflege variieren regional stark", lautet das Fazit der Untersuchung. Sachsen-Anhalt (2456 Euro) und Niedersachsen (2585 Euro) weisen die geringsten Eigenbeteiligungen auf, während die höchsten Kosten überwiegend in Nordrhein-Westfalen (3314 Euro) zu beobachten sind.

Die Unterschiede sind zudem durch ein starkes Stadt-Land-Gefälle geprägt. In dicht besiedelten Regionen wie Düsseldorf, Köln, Hamburg und Stuttgart sei die Kostenbelastungen überdurchschnittlich hoch, hieß es weiter. In ländlich geprägten Regionen fallen die Eigenbeteiligungen hingegen oftmals unterdurchschnittlich aus.

Bestimmender Faktor für die Höhe der selbst zu tragenden Eigenbeteiligung sind den Angaben nach die pflegebedingten Kosten (EEE). Darunter fallen vor allem Personalkosten, die den größten Anteil ausmachen. Dabei gebe es teils herhebliche regionale Unterschiede bei der Bezahlung der Beschäftigten. Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz und die Tarifpflicht seit 2022 hätten die Pflege enorm verteuert, schreibt das arbeitgebernahe Institut weiter.

Neben den Löhnen spielt auch der Mietpreis eine Rolle. In Regionen mit hohen Wohnkosten liegen die Preise für vollstationäre Pflege "signifikant höher". Zudem hat auch die Größe der Heime einen Einfluss. "Denn die Kosten für den vollstationären Heimaufenthalt sind im Durchschnitt in größeren Einrichtungen niedriger", hieß es.

Die Studie basiert auf der Auswertung von Preisdaten von insgesamt 10.820 vollstationären Pflegeheimen in Deutschland, die auf der Plattform "pflegelotse.de" des Verbands der Ersatzkassen bereitgestellt werden. Für Erhebung wurden den weiteren Angaben zufolge Pflegegrade 2 bis 5 betrachtet sowie die vier Kostenkomponenten Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.

Quelle: ntv.de, lst/rts

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