Panorama

Drosten warnt vor Leichtsinn Zahl der Corona-Toten steigt auf über 5000

131923753.jpg

Chefarzt Lorenz Nowak untersucht in einem isoliertem Intensivbett-Zimmer in der Asklepios-Klinik in Gauting (Bayern) einen positiv getesteten Corona-Patienten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Pandemie fordert immer mehr Opfer: Deutschlandweit erhöht sich die Zahl der verstorbenen Patienten auf mehr als 5000. In der Debatte um Lockerungen kritisiert derweil Virologe Christian Drosten die Öffnung von Shoppingmalls und warnt davor, die bisherigen Erfolge zu verspielen.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland ist nach Berechnungen von ntv.de auf 147.508 gestiegen. Demnach sind bis zum Abend 5018 Infizierte gestorben, mehr als 48.800 Menschen sind aktuell mit dem Virus infiziert. Rund 93.600 Personen gelten mittlerweile als genesen. Das sind 2749 bestätigte Infektionen und 280 Todesfälle mehr im Vergleich zum Vortag. Grundlage für die Zahlen sind Meldungen von Ländern und Gemeinden.

Unterdessen sieht der Virologe Christian Drosten die Gefahr, dass Deutschland bisherige Erfolge bei der Corona-Eindämmung verspielt und die Situation entgleitet. Er bedauere es derzeit "sehr, zu sehen, dass wir gerade dabei sind, vielleicht diesen Vorsprung hier komplett zu verspielen", sagte der Leiter der Virologie der Charité im NDR-Podcast. Deutschland zähle im internationalen Vergleich zu den erfolgreichsten Ländern bei der Pandemie-Bekämpfung.

*Datenschutz

Drosten kritisierte, dass nun wieder komplette Shoppingmalls voller Menschen seien, weil die einzelnen Geschäfte darin kleiner seien als 800 Quadratmeter. "Man muss sich da schon mal fragen, ob das alles noch wirklich sinnvoll ist." Mit Blick auf Anfragen, die ihn erreichten, warnte er auch vor "Einzelauslegungen" nach den ersten Lockerungen: "Wenn alle anfangen, sich die eigenen Interpretationsspielräume auszulegen ganz frei, dann starten an vielen Orten in Deutschland plötzlich neue Infektionsketten." 

Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Donnerstag in einer Regierungserklärung ihre Politik zur Bewältigung der Corona-Krise erläutern. Dabei will Merkel auf die Lage in Deutschland und in der EU eingehen. Der Rede der Kanzlerin schließt sich eine anderthalbstündige Debatte der Abgeordneten an. Für besonderen Zündstoff dürfte dabei die Frage sorgen, wann und in welcher Weise die Corona-Schutzmaßnahmen wieder gelockert werden können.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP