Panorama

NRW passt Meldeverfahren an Zahl der Infektionen steigt auf über 143.000

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(Foto: picture alliance/dpa)

Während Kanzlerin Merkel an die Bürger appelliert, sich weiter an die Corona-Kontaktsperren zu halten, steigt die Zahl der Infektionen in Deutschland auf mehr als 143.000. Zudem kündigt ein weiteres Bundesland die Einführung einer Maskenpflicht an.

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Infektionen nach einer Berechnung von ntv.de auf 143.150 gestiegen. Demnach sind bis zum Abend 4515 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 82.994 Personen gelten mittlerweile als genesen.

In der Entwicklung der Fallzahlen muss diesmal ein starker Sondereffekt berücksichtigt werden. In Nordrhein-Westfalen stellt das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales zu Wochenbeginn das Meldeverfahren um. Künftig werden nur noch jene Daten veröffentlicht, die nach den Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes erfasst und ans Robert-Koch-Institut weitergeleitet werden.

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Die Meldung der Fallzahlen, die das Ministerium bisher direkt aus den betroffenen Kommunen erreichten, entfallen. Die Anpassung soll die Meldewege vereinheitlichen und die Behörden vor Ort entlasten. Durch die Umstellung weist NRW aktuell jedoch niedrigere Fallzahlen aus als am Vortag. Der Sondereffekt schlägt anteilig auch auf die Entwicklung der bundesweiten Fallzahlen durch.

Thüringen will Maskenpflicht

Wie in mehreren anderen Bundesländern soll nun auch in Thüringen wegen der Coronavirus-Pandemie eine Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr eingeführt werden. Das sagte Regierungssprecher Günter Kolodziej am Abend. In Sachsen gilt eine Maskenpflicht seit Montag, Mecklenburg-Vorpommern zieht nächsten Montag nach, Bayern ebenfalls, in Baden-Württemberg entscheidet das Kabinett am Dienstag. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner wird die Maßnahme nach Angaben ihres Hauses am Dienstag dem Kabinett vorschlagen. Die Maskenpflicht soll dann ab Freitag gelten.

Angesichts der Wiedereröffnung von Geschäften in vielen Bundesländern hat Kanzlerin Angela Merkel eindringlich an die Bevölkerung appelliert, sich streng an die Corona-Kontaktsperren zu halten. Es wäre "jammerschade", wenn man die jüngsten Lockerungen wieder zurücknehmen müsste, weil sich die Ausbreitung des Coronavirus wieder beschleunige.

"Wir dürfen keine Sekunde aus den Augen verlieren, dass wir trotz allem noch ganz am Anfang der Pandemie stehen und noch lange nicht über dem Berg sind", erklärte Merkel. Es gehe jetzt darum, dass man die Erfolge bei der Eindämmung der Pandemie nicht aufs Spiel setzte. Es gelte darum einen erneuten Shutdown zu vermeiden.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa