Panorama

Katastrophenfall nahe Ingolstadt Zehn Verletzte bei Raffinerie-Brand

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Zeitweise sind bis zu 600 Helfer nahe Ingolstadt im Einsatz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am Morgen bricht aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer auf einem Raffinerie-Gelände in Bayern aus. Hunderte Menschen müssen ihre Häuser verlassen. Durch die Druckwelle werden etliche umliegende Gebäude beschädigt.

Bei einem Großbrand auf dem Gelände einer Raffinerie in der Nähe von Ingolstadt sind zehn Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Hunderte Anwohner wurden in Sicherheit gebracht und konnten erst nach Stunden zurück in ihre Häuser. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sprach von einem erschreckenden Ausmaß der Zerstörung.

Am frühen Morgen gegen 5.00 Uhr explodierten aus bislang ungeklärten Gründen mehrere Tanks der Raffinerie der Firma Bayernoil, wie das Innenministerium in München mitteilte. Deshalb kam es zu einem Großbrand auf dem Gelände. Die Verletzten sind alle Mitarbeiter des Unternehmens, wie ein Polizeisprecher sagte. Doch nicht nur auf dem Firmengelände, das zum Unternehmen Bayernoil, gehört, kam es zu Schäden - auch in den Wohngebieten gingen durch die Druckwelle Fensterscheiben zu Bruch oder fielen Ziegel von den Dächern.

Das Landratsamt Pfaffenhofen rief den Katastrophenfall aus, der am Abend aber wieder aufgehoben wurde. Wegen der starken Rauchentwicklung und Explosionsgefahr mussten die Anwohner aus der näheren Umgebung evakuiert werden - rund 1800 Menschen wurden in einer Turnhalle untergebracht. Am frühen Nachmittag konnten sie in ihre Häuser zurückkehren.

600 Helfer im Einsatz

Die Polizei sperrte auch weiträumig Straßen ab, so dass es zu Verkehrsbehinderungen kam. Sie forderte alle Anwohner in einem Umkreis von 20 Kilometern dazu auf, wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Zahlreiche Feuerwehren sowie Rettungsdienste und das Technische Hilfswerk waren im Einsatz - in der Spitze bis zu 600 Kräfte, wie das Innenministerium mitteilte. Am frühen Nachmittag war das Feuer unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauerten aber noch an. 

Die Firma Bayernoil betreibt seit 1967 in Vohburg eine Erdölraffinerie auf einem 127 Hektar großen Gelände. Das Gelände liegt an der Donau. Die Raffinerie bekommt ihr Rohöl über die Transalpine Pipeline (TAL) aus Triest in Italien. In Vohburg wird es dann weiterverarbeitet - etwa zu Benzin, Dieselkraftstoff, Heizöl, Kerosin, Bitumen und Schwefel. In Vohburg und am zweiten Standort Neustadt an der Donau werden 10,3 Millionen Tonnen Rohöl jährlich aufbereitet.

Das Unternehmen erklärte, Aussagen zur Ursache des Vorfalls und zum Ausmaß des Schadens seien noch nicht möglich. Erste Sachverständige seien am Ort des Unglücks. Das Unternehmen rief die Anwohner auf, entstandene Schäden auf Fotos zu dokumentieren und mit der Rechnung der Schadensbehebung einzuschicken.

Innenminister Herrmann erklärte, die Ermittlungen zur Aufklärung der Unglücksursache liefen auf Hochtouren. Dazu würden auch Brandexperten der Kriminalpolizei Ingolstadt und aus dem Landeskriminalamt hinzugezogen.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa