Panorama

Gaskocher explodiert Zugbrand in Pakistan fordert 65 Todesopfer

Während einer Zugfahrt in Pakistan wollen Passagiere auf einem Gaskocher ihr Frühstück zubereiten. Doch der Kocher explodiert, bald stehen drei Waggons in Flammen. Viele Passagiere können sich nicht mehr retten.

Bei einem schweren Unglück in einem Zug im Südosten Pakistans sind mindestens 65 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 30 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Polizeichef der Stadt Rahim Yar Khan mit. Ein von Passagieren mitgebrachter Gaskocher sei explodiert, als die Reisenden ihr Frühstück zubereiteten, sagte der Eisenbahnminister Shaikh Rashid Ahmed. Die Mitnahme von Gaskochern ist eigentlich verboten.

Mindestens drei Eisenbahnwaggons waren durch die Explosion in Brand geraten. Daraufhin sprangen die Passagiere nach Angaben des Ministers von dem schnell fahrenden Zug, um sich zu retten. Bilder in lokalen Medien zeigen Zugwaggons, die lichterloh brennen, auf Videos sind weinende Menschen zu hören.

Eine Rettungskraft, Baqir Hussain, gab an, der Großteil der Opfer sei in den Waggons verbrannt. Weitere Menschen seien infolge des Absprungs vom Zug gestorben. Nun würden DNA-Tests zur Identifizierung der Opfer durchgeführt - denn die Körper der allermeisten Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Hussain befürchtet, dass es noch mehr Tote geben könnte. "Es könnte sein, dass nur wenige überlebt haben", sagte er.

Schienennetz seit Jahrzehnten vernachlässigt

Mittlerweile konnten Feuerwehrleute den Brand löschen. In den drei betroffenen Waggons waren nach Angaben eines Vertreters der Eisenbahn mehr als 200 Menschen gereist. Die Armee teilte mit, dass auch Rettungsteams des Militärs Verletzte in Krankenhäuser bringen oder fliegen.

Der Zug war unterwegs von Karachi in die Stadt Lahore, als das Feuer ausbrach. Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan drückte seine Trauer über den Vorfall aus und wies die Behörden an, den Verletzten die bestmögliche medizinische Behandlung zukommen zu lassen, berichtete Radio Pakistan. Er sprach auch den Familien der Opfer sein Beileid aus.

Zugunglücke sind in Pakistan keine Seltenheit. Das Schienennetz wird angesichts von Korruption, Misswirtschaft und fehlender Investitionen seit Jahrzehnten vernachlässigt. An den Übergängen fehlt es oft an Schranken und Signalsystemen. Erst Anfang Juli waren bei einem schweren Zugunglück in Ostpakistan mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Damals war ein Reisezug auf einen Güterwaggon geprallt.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa/AFP