Panorama

Regionen geben höhere Zahlen an Zweifel an offizieller Toten-Statistik in Spanien

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Särge werden im Parkhaus eines Leichenhauses in Barcelona gelagert.

(Foto: dpa)

Mehr als 19.000 Menschen sind in Spanien an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der Höhepunkt scheint überschritten. Doch die Regionen äußern zunehmend Zweifel an der nationalen Statistik. Denn sie erheben höhere Opferzahlen.

In Spanien sind weitere 551 Menschen an der Lungenerkrankung Covid-19 gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in der Corona-Krise auf 19.130, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Die Zahl der Infektionsfälle stieg um 5183 auf 182.816 - offiziell die zweithöchste Zahl weltweit nach den USA.

Die Zahl der Todesfälle pro Tag ist seit zwei Wochen rückläufig. Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Pandemie Anfang April überschritten wurde. Damals wurden an einem Tag 950 Todesfälle gezählt.

Die offiziellen Opferzahlen sind in Spanien jedoch zunehmend umstritten: Nach Angaben der Regionalbehörden in Madrid und Katalonien tauchen Tausende Tote nicht in der nationalen Statistik auf. Katalonien gab die Zahl der Covid-19-Todesfälle am Mittwoch mit insgesamt mehr als 7000 an, während in der nationalen Statistik von Donnerstag 3855 aufgeführt wurden. Die Region Madrid verweist auf mehr als 10.000 Tote, das spanische Gesundheitsministerium nennt für die Region 6877 Todesfälle.

In Spanien gelten besonders strenge Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. Seit dem 14. März gilt für die Bevölkerung eine strikte Ausgangssperre. Diese wurde zuletzt mehrmals verlängert.

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Unter den jüngsten Todesfällen ist auch der berühmte chilenische Schriftsteller Luis Sepúlveda, der in Spanien an den Folgen einer Coronavirus-Infektion starb. Sepúlveda wurde durch Romane wie "Tagebuch eines sentimentalen Killers" oder Kinderbücher wie "Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte" international bekannt. Aus seiner Heimat Chile hatte er wegen seines Widerstandes gegen die Diktatur von Augusto Pinochet flüchten müssen. Sepúlveda lebte lange Jahre im Exil, auch in Deutschland.

Quelle: ntv.de, mli/AFP