IT-Störung behobenZüge fahren nach bundesweitem Ausfall wieder

Eine Störung im digitalen Bahnfunk legt in der Nacht in Deutschland den Zugverkehr lahm. Das Problem wird rasch behoben, schon am Morgen rollen fast alle Züge wieder. Kritik gibt es dennoch.
Nach der bundesweiten Störung ist der Zugverkehr in Deutschland nach Angaben der Deutschen Bahn am Morgen "weitgehend reibungslos" wieder angelaufen. Grund sei die "rasche Problembehebung in der Nacht", teilte die Deutsche Bahn mit. Es könne aber "noch vereinzelt zu Einschränkungen kommen". Reisende sind gebeten, ihre Verbindungen zu prüfen.
Vor den Informationsschaltern der Bahn hatten sich zuvor vielerorts lange Warteschlangen von Reisenden gebildet. Das Unternehmen kündigte an, Taxi- und Hotelgutscheine auszugeben sowie - falls möglich - Aufenthaltszüge zur Verfügung zu stellen.
Auch der S-Bahn-Verkehr rollt nach dem bundesweiten Stillstand wieder an. In Berlin wurde aber mitgeteilt, dass es auf den Linien "noch zu Verspätungen und Zugausfällen" kommen könne. Auf dem S-Bahn-Ring fuhren die ersten Züge wieder.
Trotz der raschen Problembehebung kritisierte Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer die Bahn scharf. "Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität", sagte Krischer. "Ich erwarte, dass die Bahn diesen Vorfall transparent und lückenlos aufklärt. Es kann nicht sein, dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen", sagte er.
Der NRW-Minister äußerte auch Kritik am Notfallmanagement der Bahn. "Hier braucht es Notfallmechanismen, die ein solches Desaster in Zukunft vermeiden", forderte Krischer. "Menschen verlassen sich darauf, mit der Bahn wenigstens einigermaßen pünktlich ans Ziel zu kommen."
Bahnverkehr stand bundesweit still
Eine deutschlandweite Störung hatte bei der Deutschen Bahn am späten Dienstagabend für rund zwei Stunden Stillstand gesorgt. Es waren etliche Reisende betroffen. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder.
Der Grund für den Stopp des Zugverkehrs war eine Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R. IT-Experten der DB hätten pausenlos an der Entstörung gearbeitet, mit Erfolg. "Die Störung konnte so innerhalb kurzer Zeit behoben werden", hieß es. Man danke allen Fahrgästen für die Geduld. Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte der "Bild"-Zeitung, die Lage sei mit einem Notfallsystem stabilisiert worden.
Von der Störung betroffen waren nicht nur Fern- und Regionalverkehrszüge, sondern auch S-Bahnen, die von der DB betrieben werden, und Privatbahnen. Still stand außerdem der Güterverkehr, der vor allem abends und nachts unterwegs ist. Der Verband der privaten Güterbahnen forderte deshalb eine genaue Aufarbeitung des zweistündigen Ausfalls.