Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 04:45 Angelina Jolie auf Überraschungsbesuch in Charkiw +++

08.09.2026, 00:01 Uhr

Die für ihr humanitäres Engagement bekannte US-Schauspielerin Angelina Jolie hat ukrainischen Angaben zufolge überraschend die Stadt Charkiw besucht - und sich dabei auch ein Boxstudio angeschaut. "Die berühmte Schauspielerin Angelina Jolie besuchte den Boxklub 'Spadkoyemez' in Charkiw", erklärt der ukrainische Boxverband im Onlinedienst Instagram. Ein dazu veröffentlichter Schnappschuss des Verbandes zeigt Jolie gemeinsam mit ihrem Sohn Knox in einem Boxstudio. Der Sohn des Filmstars habe gemeinsam mit ukrainischen Verteidigern ein Muay-Thai-Training in dem Klub absolviert, fügt der Verband hinzu. Weder die Schauspielerin noch die ukrainische Regierung äußerten sich zunächst dazu. 

+++ 03:55 EU-Außenbeauftragte Kallas: Russland ist nicht an Frieden interessiert +++

Trotz des neuen Vorstoßes der US-Vermittler hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. "Wir sehen nicht, dass Russland wirklich an Frieden interessiert ist", sagt Kallas bei einem Besuch in Litauen. Moskau habe kein einziges Zugeständnis gemacht. Stattdessen zeige sich das Gegenteil: "Wenn sie die Initiative am Boden verlieren, bombardieren sie Zivilisten aus der Luft", sagt Kallas auf einer Pressekonferenz in Vilnius. Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hatten am Wochenende zuerst Moskau und dann erstmals Kiew besucht. Unmittelbare Fortschritte meldeten sie nach der Reise allerdings nicht. "Ich freue mich, dass die Sondergesandten zum ersten Mal auch Kiew besucht haben. Für die Ukrainer bedeutete dies drei Tage ohne Bombardierungen der Zivilbevölkerung. Ich denke, das ist die positive Seite dieses Besuchs", sagt Kallas. Kremlchef Wladimir Putin hatte für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler eine dreitägige Pause der Angriffe auf Kiew verkündet, die Ukraine verzichtete im Gegenzug in dieser Zeit auf Angriffe gegen Moskau. 

+++ 02:55 Russland setzt Angriffe auf Kiew nach dreitägiger Pause fort +++

Nach dem Ende einer dreitägigen Angriffspause wegen des Besuchs ranghoher US-Vermittler in Kiew hat Russland seine Attacken auf die ukrainische Hauptstadt ukrainischen Angaben zufolge wieder aufgenommen. Die russische Armee habe die Bezirke Boryspil und Fastiw mit Drohnen angegriffen, teilt der ukrainische Katastrophenschutz am späten Abend im Onlinedienst Telegram mit. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass bestätigte zuvor, dass die von Russlands Staatschef Wladimir Putin angeordnete Angriffspause abgelaufen sei. Kiews Militärverwaltung teilt mit, dass wegen der Gefahr eines Drohnenangriffs durch den "Feind" Luftalarm in der Hauptstadt ausgelöst worden sei. Sie forderte die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen.

+++ 01:36 Präsident Selenskyj hofft auf Friedensverhandlungen noch vor dem Winter +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht nach der jüngsten Reise der US-Vermittler nach Moskau und Kiew ein mögliches Fenster für Friedensverhandlungen noch vor dem Winter. Zwar rechne Kremlchef Wladimir Putin mit einem neuen brutalen Winter, um die Ukraine zu schwächen, doch wolle der russische Staatschef US-Präsident Donald Trump nicht vor den Zwischenwahlen Anfang November verärgern, sagt Selenskyj im Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios. "Mein Gefühl sagt mir, dass Putin Trump braucht, er will ihn nicht verärgern." Er gehe dennoch davon aus, dass Moskau den Winter nutzen wolle, um die Ukraine weiter unter Druck zu setzen. "Russland denkt wirklich, dass ihnen dieser Winter helfen könnte, uns niederzuringen", sagt Selenskyj. Damit solle Kiew gezwungen werden, mehr Bereitschaft zu Kompromissen zu zeigen. Er warnte, dass auch die Ukraine wirtschaftlichen Druck auf Russland ausüben könne: "Als sie unsere Stromversorgung angriffen, haben wir ihre Möglichkeiten zum Verkauf von Öl und Gas blockiert." 

+++ 00:27 Ukrainischer Generalstaatsanwalt kündigt Rücktritt an +++

Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko reicht seinen Rücktritt ein. "Dies ist eine politische Entscheidung, und ich habe sie bewusst getroffen", erklärt er auf Telegram. Er wolle nicht, dass sein Amt als Instrument der politischen Auseinandersetzung genutzt werde. Die ukrainischen Antikorruptionsbehörden Nabu und Sapo haben nach eigenen Angaben eine kriminelle Organisation aufgedeckt, die Betrugs-Callcenter betreibt. Die Gruppe soll von einem Beamten der Generalstaatsanwaltschaft gesteuert worden sein. Krawtschenko weist eine Verwicklung in den mutmaßlichen Betrug zurück. An dieser Darstellung halte er fest, teilt er mit. Zudem bittet er Präsident Wolodymyr Selenskyj und das Parlament, sein Rücktrittsgesuch anzunehmen.

+++ 23:12 SPD-Landeschefin in Baden-Württemberg stellt Waffenhilfe für Kiew in Frage +++

Nach dem klaren AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt will die baden-württembergische SPD-Landesvorsitzende Isabel Cademartori eine Neuausrichtung der deutschen Ukraine-Politik, berichtet der SWR. Die Landtagswahl habe gezeigt, dass viele Menschen die deutsche Außenpolitik kritisch sähen, "was die Unterstützung der Ukraine angeht und den Umgang mit Russland. Da müssen wir auch darüber nachdenken, ob wir das immer als so alternativlos darstellen müssen oder ob auch Impulse einer Friedenslösung gegenübergesetzt werden müssen, auch von den demokratischen Parteien", sagt die Bundestagsabgeordnete dem Sender. Man müsse "klarer machen, dass wir auch daran arbeiten, dass dieser Krieg zu Ende geht und eine Lösung für den Frieden gefunden wird". In der SPD ist die Frage, ob man angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine mit Moskau sprechen sollte, hochumstritten.

+++ 22:10 US-Vermittler Witkoff: "Bedeutende Fortschritte" bei Gesprächen erzielt +++

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bezeichnet die Gespräche in Moskau und Kiew über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine als erfolgreich und deutet die Möglichkeit neuer trilateraler Friedensgespräche an. "Es wurden bedeutende Fortschritte erzielt", erklärt Witkoff im Onlinedienst X. Es habe auch "Bewegung bei der Planung weiterer trilateraler Gespräche" gegeben, fügt Witkoff hinzu. Die beiden US-Gesandten Witkoff und Jared Kushner waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen. Sie trafen sich am Samstag in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und tags darauf mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Nach Angaben der französischen Präsidentschaft informierten die US-Gesandten die europäischen Vertreter in Kiew darüber, dass Russland eine "neue Bereitschaft" zeige, über den Ukraine-Krieg zu verhandeln.

+++ 21:45 Notfall abgewendet: Atomkraftwerk Saporischschja hat wieder Strom +++

Die dringend benötigte Stromzufuhr für das frontnahe ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja ist nach fast drei Wochen wieder hergestellt worden. Während einer begrenzten Feuerpause konnte eine beschädigte Leitung repariert werden, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilt. Dies sei ein entscheidender Schritt zur Vermeidung eines Atomunfalls, sagt IAEA-Chef Rafael Grossi. Das von Russland besetzte Atomkraftwerk benötigt eine stabile Stromversorgung, um radioaktives Material zu kühlen. Die letzte verbleibende Stromleitung war am 20. August im Zuge von Kampfhandlungen beschädigt worden. Seitdem hatten Notstromgeneratoren für Energie gesorgt, doch der Diesel für diese Aggregate war in den vergangenen Tagen zur Neige gegangen. Ohne die Reparatur der Stromleitung hätte es zu einem Blackout in der Nuklearanlage kommen können, heißt es von der IAEA.

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IAEA-Experten am Atomkraftwerk Saporischschja im Jahr 2022. Das größte AKW Europas geriet bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs unter russische Kontrolle. Die sechs Reaktoren sind derzeit abgeschaltet und produzieren keine Elektrizität. Vor dem Konflikt verfügte das Kraftwerk noch über zehn externe Stromleitungen, um unter anderem die Kühlsysteme zu versorgen. (Foto: picture alliance/dpa/IAEA)

+++ 21:00 Ukraine attackiert russische Millionenstadt im Ural-Gebirge +++

Langstreckendrohnen der ukrainischen Streitkräfte schlagen in der russischen Stadt Perm ein. Aufnahmen zeigen Einschläge in einem Wohnhaus. Die Stadt im Ural-Gebirge liegt rund 1500 Kilometer entfernt von der ukrainischen Grenze.

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