Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:10 Ukraine bestätigt Angriff auf russisches Öllager +++
Der ukrainische Generalstab bestätigt einen Angriff auf ein Öllager im russischen Gebiet Pensa und mehrere andere russische Militäreinrichtungen. Auch eine Radarstation auf der besetzten Krim sei getroffen worden. Der Gouverneur des Gebiets, Oleg Melnitschenko, hatte zuvor berichtet, dass nach einem ukrainischen Drohnenangriff in der Stadt Pensa ein Feuer ausgebrochen sei. Wie "Kyiv Independent" berichtet, gab der Beamte nicht an, welche Einrichtung angegriffen worden war. "Die Trümmer (einer abgeschossenen Drohne) fielen auf das Gelände des Öllagers und verursachten einen Brand. Die Rettungsdienste sind derzeit vor Ort im Einsatz."
+++ 07:29 Bericht: Russischer Öltanker treibt im Mittelmeer +++
Ein wegen des Transports von russischem Öl sanktionierter Öltanker treibt nach einem möglichen technischen Defekt im Mittelmeer, berichtet Bloomberg. Der Tanker "Progress" der LR2-Klasse befand sich am frühen Morgen des 21. Januar auf dem Weg zum Suezkanal entlang der nordafrikanischen Küste nahe Algerien, als er Algier passierte und dann rasch nach Norden abdrehte und die Schifffahrtsroute verließ. Berichten zufolge transportiert das Schiff rund 730.000 Barrel russisches Urals-Rohöl. Am frühen Morgen des 22. Januar änderte der Tanker seinen Navigationsstatus auf "manövrierunfähig" und seine Geschwindigkeit sank auf einen Knoten. Tracking-Daten, die von Bloomberg zitiert werden, zeigen, dass das Schiff weiterhin langsam mit einer Geschwindigkeit von einem Knoten ostwärts treibt. Das Verlassen der Schifffahrtswege, die Änderung des Navigationsstatus und der Geschwindigkeitsabfall könnten auf ein mögliches mechanisches Problem hindeuten, heißt es.
+++ 06:55 Altkanzler Schröder gegen "Dämonisierung" Russlands +++
Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder warnt vor einer "Dämonisierung" Russlands. "Natürlich ist der Krieg in der Ukraine nicht zu respektieren, auch nicht zu relativieren. Er ist völkerrechtswidrig, eine Verletzung der Menschenrechte», schreibt der Altkanzler in einem Gastbeitrag für die "Berliner Zeitung". Es müssten alle diplomatischen Mittel genutzt werden, um den Krieg zu stoppen. "Ich bin aber auch gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind", schiebt der SPD-Politiker nach, der seit Jahren wegen seiner langjährigen Freundschaft zum russischen Präsidenten Wladimir Putin und Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne in der Kritik steht. "Russland, das ist nicht das Land der Barbaren, sondern ein Land mit einer großen Kultur und vielfältigen historischen Verbindungen zu Deutschland", so Schröder. Es bleibe die "deutsche Schande", dass dieses Land in zwei Weltkriegen von deutschen Soldaten brutal überfallen wurde. Tatsächlich hat Deutschland 1941 die Sowjetunion überfallen, zu der auch die Ukraine gehörte. Schröder betont, er halte es weiterhin für richtig, was er in seiner Zeit als Kanzler vorangetrieben habe: den sicheren und verlässlichen Import preiswerter Energie aus Russland. "Wir brauchen derartige Formen der Kooperation mit Russland."
+++ 06:37 Ranghohe Militärvertreter treffen heute bei Gesprächen in Abu Dhabi aufeinander +++
Die direkten Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien über ein Ende des russischen Feldzugs gegen die Ukraine sind nach monatelanger Pause wieder angelaufen. Nach dem Auftakt der Gespräche am Vorabend in Abu Dhabi werden heute ranghohe Militärvertreter beider Seiten unter Vermittlung der USA aufeinandertreffen. Nach ukrainischen Angaben sollen Generalstabschef Andrij Hnatow und der stellvertretende Chef des Militärgeheimdienstes, Generalleutnant Wadym Skibizkyj, dazustoßen. Die russische Verhandlungsdelegation wird angeführt vom Chef des Militärgeheimdienstes, Igor Kostjukow. Von US-Seite ist unter anderem der fürs Heer zuständige Staatssekretär Daniel Driscoll dabei. Ziel des diplomatischen Ringens in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate sei ein würdiger und dauerhafter Frieden, teilt der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow mit. Ungeachtet der Gespräche nehmen die russischen Angreifer in der Nacht wieder ukrainische Großstädte schwer unter Beschuss.
+++ 06:08 "Massiv angegriffen": Mindestens ein Toter und mehrere Verletzte in Kiew +++
Bei russischen Angriffen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und in der Region Charkiw im Osten des Landes wird Behörden zufolge mindestens ein Mensch getötet, 15 weitere Menschen werden verletzt. "Kiew wird vom Feind massiv angegriffen. Verlassen Sie die Schutzräume nicht", erklärt Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko am frühen Morgen auf Telegram. Es seien mehrere Gebäude getroffen worden, bei denen es sich jedoch nicht um Wohngebäude handele. In einem späteren Beitrag erklärt Klitschko: "Bisher ist bekannt, dass eine Person ums Leben gekommen ist und vier weitere verletzt wurden". In mehreren von Drohnentrümmern getroffenen Gebäuden sei Feuer ausgebrochen. Zudemist die Wärme- und Wasserversorgung in Teilen der Hauptstadt unterbrochen.
+++ 05:39 Washington legt neue Verteidigungsstrategie vor: Russland ist Sache der Europäer +++
Die USA wollen zwar weiter fester Bündnispartner der Nato und damit Verbündeter der Europäer sein, sehen in der Verteidigung ihres Heimatlandes und der Abschreckung Chinas aber eine Priorität. Das geht aus der neuen nationalen Verteidigungsstrategie der Regierung von Donald Trump hervor. Man werde weiterhin eine zentrale Rolle innerhalb der Nato spielen - auch wenn man die Präsenz in Europa justiere, heißt es. Anders als China halten die USA Russland für eine "beherrschbare Bedrohung" für die östlichen Nato-Mitglieder. Die Hauptverantwortung für die Unterstützung der ukrainischen Verteidigung sehen die USA bei den Europäern. Der russische Krieg gegen die Ukraine müsse enden, die Hauptverantwortung liege aber auch hier bei den Europäern. Moskau sei nicht in der Lage, die Vorherrschaft in Europa zu erlangen, heißt es in dem Papier.
+++ 04:44 Nato will Ostflanke mit Robotern schützen +++
Die Nato will an ihrer Ostflanke deutlich mehr Waffen und Munition lagern und zugleich eine neue Verteidigungszone mit Robotertechnik aufbauen. Wie ein ranghoher Offizier der "Welt am Sonntag" sagt, soll so vor allem die Abschreckung gegenüber Russland verbessert werden. Das mehrstufige Verteidigungskonzept sieht den Angaben zufolge vor, den Vormarsch von Angreifern künftig zunächst mit Hightech aufzuhalten. Entlang der Grenze zu Russland und Belarus soll demnach ein Abschnitt entstehen, der vor allem mit Überwachung und ferngesteuerten oder teilautomatisierten Systemen geschützt wird - und den ein Gegner erst überwinden müsste, bevor er weiter vorrücken kann.
+++ 03:57 Russland startet Drohnen- und Raketenangriffe auf Kiew und Charkiw - 13 Verletzte +++
Bei russischen Angriffen auf die beiden größten Städte der Ukraine werden Behördenangaben zufolge 13 Menschen verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew werden zwei Menschen schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilt. "Kiew steht unter massivem feindlichen Beschuss", schreibt Klitschko auf Telegram. Tymur Tkachenko, Chef der Kiewer Militärverwaltung, berichtet von Drohnenangriffen in mindestens drei Stadtteilen, die an mindestens zwei Orten Brände auslösten. Die ukrainische Luftwaffe teilt mit, bei dem Angriff auf die Hauptstadt seien sowohl Drohnen als auch Raketen eingesetzt worden. In der nordostukrainischen Stadt Charkiw werden den Behörden zufolge elf Menschen verletzt. Dort treffen Drohnen laut Bürgermeister Ihor Terechow unter anderem ein Wohnheim für Vertriebene, ein Krankenhaus und eine Geburtsklinik.
+++ 02:54 Ukraine: Erneut russischer Luftangriff auf Kiew +++
Während die Gespräche der Ukraine mit den USA und Russland in Abu Dhabi weitergehen, gibtt es in der Nacht nach ukrainischen Angaben einen erneuten russischen Luftangriff auf Kiew. Drohnen greifen die Stadt weiterhin an, teilt der Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, mit. Es bestehe zudem die Gefahr von russischen Raketenangriffen. Die Luftabwehr sei im Einsatz. Tkatschenko zufolge ist nach einem Einschlag in einem Stadtbezirk ein Feuer ausgebrochen.
+++ 01:54 UNHCR: Ukrainer fliehen vermehrt wegen Energienotstand +++
Unter den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine wächst angesichts der gezielten Angriffe Russlands auf die Energieinfrastruktur und der aktuellen Kältewelle die Zahl derer, die wegen des Mangels an Strom, Heizung oder Wasser fliehen. Das teilt ein Sprecher des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit. "In letzter Zeit haben wir keinen Anstieg der Zahl der Menschen festgestellt, die die Ukraine verlassen", sagt er. "Im Dezember als auch in den ersten Januarwochen sind die grenzüberschreitenden Bewegungen eher zurückgegangen." Die Mehrheit der Menschen, die aus der Ukraine geflohen seien, habe dies bereits im Jahr 2022 getan. "Allerdings sehen wir einen höheren Anteil der Menschen, die die Ukraine verlassen und neben der Sicherheitslage auch den Mangel an Strom, Heizung oder Wasser als ausschlaggebende Gründe nennen", fügt der Sprecher hinzu.
+++ 00:54 Ukraine: Auf ein Neugeborenes kommen drei Todesfälle +++
In der Ukraine werden 2025 knapp eine halbe Million Todesfälle registriert – dreimal so viele wie Geburten. Laut der ukrainischen Datenplattform "Opendatabot", die sich auf Zahlen des Justizministeriums beruft, starben 485.300 Menschen, während nur 168.800 Kinder geboren wurden. Die Sterblichkeit sinkt im Vergleich zu 2024 leicht um 2 Prozent. Regional zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen: Während in Poltawa und Riwne die Todesfälle um 4 Prozent zurückgehen, steigen sie in sechs Regionen – am stärksten in Kiew (+2 Prozent). Die dramatische Diskrepanz zwischen Geburten und Todesfällen verschärft die demografische Krise des Landes.
+++ 23:26 Ukraine: Haben über Parameter für Kriegsende verhandelt +++
Am ersten Verhandlungstag in Abu Dhabi ist es nach ukrainischen Angaben um die Parameter für eine Beendigung des Krieges gegangen. Auch die weitere Logik des Verhandlungsprozesses sei erörtert worden, teilt der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats und Delegationsleiter, Rustem Umerow, mit.
+++ 22:14 Selenskyj: Trump sagt Raketen für Patriot-Systeme zu +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine Einigung mit US-Präsident Donald Trump über die Lieferung von PAC-3-Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme erzielt. "Wir haben über globale Themen gesprochen, aber wir haben eine Frage gelöst, die meinen Grund für die Reise dorthin rechtfertigt", sagt Selenskyj. Die genaue Anzahl der Raketen nennt er nicht. Anfang Januar hatte das ukrainische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass zwei zusätzliche Patriot-Systeme zum Schutz ukrainischer Städte und kritischer Infrastruktur in Dienst gestellt wurden.
+++ 21:46 Fischer: Verhandlung, wie viel Ukraine "Donbass wert" ist +++
Professor Klemens Fischer, Experte für internationale Beziehungen, sieht in Bezug auf die neuen Verhandlungsgespräche in Abu Dhabi keine nennenswerte Bewegungsbereitschaft bei Russland. Ein Schlüssel zu einem möglichen Fortschritt könnte einmal mehr im Donbass liegen.
+++ 21:14 Selenskyj kündigt weitere Ukraine-Gespräche für Samstag an +++
Nach dem Auftakt der ersten direkten Gespräche zwischen Ukrainern und Russen über eine Beendigung ihres Krieges kündigt Präsident Wolodymyr Selenskyj für diesen Samstag weitere Verhandlungen an. "Das ist wichtig, denn solche trilateralen Treffen gab es schon lange nicht mehr", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Es sei noch zu früh, um Schlussfolgerungen zu dem Treffen in Abu Dhabi zu ziehen. Vor allem müsse Russland, das den Angriff begonnen habe, bereit sein, den Krieg zu beenden. "Fast stündlich erhalte ich Berichte von den ukrainischen Vertretern – sie befinden sich derzeit in den Emiraten, wo heute ukrainische, amerikanische und russische Delegationen zu Gesprächen zusammengekommen sind", sagt Selenskyj. Gesprochen werde über die Bedingungen für ein Ende des Krieges.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.