Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:19 ISW: Ukrainer erobern Gebiete in Donezk und Saporischschja zurück +++
Die ukrainischen Streitkräfte sollen an der Front in der Nähe von Slowjansk und Huljajpole sowie im taktischen Raum Kostjantyniwka-Druschkiwka vorgerückt sein. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Demnach hat das ukrainische Militär Gebiete in der Nähe der Städte Slowjansk, zudem im Raum der taktischen Linie zwischen Kostjantyniwka-Druschkiwka in der Region Donezk sowie im Süden von Huljajpole, einer Stadt in der Region Saporischschja in der südlichen Zentralukraine, erobern können. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.
+++ 07:43 Staatsmedien: Ukraine greift Russland über Nacht mit mehr als 280 Drohnen an +++
Die Ukraine hat Russland russischen Staatsmedien zufolge über Nacht mit mehr als 280 Drohnen angegriffen. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtet, wurden in der Nacht insgesamt 283 auf russischem Staatsgebiet abgefeuerte Drohnen abgefangen. Demnach handelt es sich um einen der größten ukrainischen Angriffe seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Jahren. Rund 90 Drohnen wurden in der südrussischen Region Rostow abgeschossen, wie Regionalgouverneur Juri Sljusar im Onlinedienst Telegram mitteilt. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin schreibt in Onlinediensten, dass 27 Drohnen auf die russische Hauptstadt zugesteuert und abgefangen worden seien (siehe Eintrag 06:22). Bei weiteren Drohnenangriffen im Südwesten der Region Saratow wurden zudem zwei Menschen verletzt und mehrere Häuser beschädigt, wie der örtliche Gouverneur Roman Busargin bei Telegram mitteilt.
+++ 07:08 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++
Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.286.940 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1240. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem ein Panzer, 39 Artilleriesysteme, 1781 Drohnen und einen Hubschrauber zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 11.790 Panzer, 38.608 Artilleriesysteme, 1333 Flugabwehrsysteme und 435 Flugzeuge, 350 Hubschrauber, 188.985 Drohnen, 33 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen - wobei das auch nur Mindestwerte sind.
+++ 06:22 Russland meldet massiven ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau +++
Moskaus Bürgermeister Sergei Semjonowitsch Sobjanin teilt in der Nacht über seinen Telegramkanal immer wieder ukrainische Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt mit. Einmal sollen eine, dann sechs, danach zwei und danach noch einmal fünf Drohnen abgeschossen worden sein, die auf Moskau zusteuerten, so Sobjanin. Insgesamt zählt Sobjanin 27 Drohnen, die in einer Nacht über der russischen Hauptstadt abgewehrt wurden. Rettungskräfte seien an den Orten im Einsatz, an denen Trümmer heruntergefallen sein sollen. Es liegen jedoch keine Berichte über Verletzte oder Sachschäden vor. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben steht noch aus.
+++ 05:44 Ukrainische Delegation in den USA gelandet +++
Ein ukrainisches Verhandlungsteam ist zu bilateralen Gesprächen mit US-Vertretern in Miami eingetroffen. Zur ukrainischen Delegation gehören unter anderem der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, der frühere Verteidigungsminister Rustem Umerov, sowie der Leiter des Präsidialamtes, Kyrylo Budanow. Die USA werden durch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und den Sondergesandten Steve Witkoff vertreten. Ziel ist es unter anderem, eine neue Runde von Friedensgesprächen mit Russland vorzubereiten.
+++ 03:00 Berichte über Explosionen auf der Krim +++
Auf der Krim soll es in der Nacht heftige Explosionen geben. Das berichtet unter anderem der ukrainische Telegramkanal Exilenova. Betroffen ist demnach die Stadt Simferopol und Umgebung. Laut "Kyiv Independent" könnte das dortige Wärmekraftwerk Ziel von Angriffen geworden sein.
+++ 23:50 Melnyk: Russland profitiert am meisten vom Iran-Krieg +++
Der UN-Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, hält Russland für den größten Profiteur des Krieges im Iran. "Für uns ist das eine wahre Hiobsbotschaft", sagt der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland "t-online". Russland käme den gelockerten Sanktionen der USA sowie den gestiegenen Preisen für Öl und Gas auf dem Weltmarkt entgegen. Gleichzeitig werde die eigene Beschaffung von Waffen erschwert: "Die Welt wird nicht nur chaotischer, sondern wir stehen plötzlich in Konkurrenz um knappe Rüstungsgüter, auch mit sehr vermögenden Staaten aus der Golfregion", beklagt Melnyk. "Wäre ich Putin, würde ich alles tun, um diesen neuen Flächenbrand im Nahen Osten möglichst lange am Köcheln zu halten", so der UN-Botschafter. Russland nehme zwar massiv Einfluss auf den dortigen Krieg, allerdings habe zuletzt in Syrien und Venezuela gesehen, dass die Bündnisse mit Russland "lediglich auf dem Papier existieren."
+++ 22:20 Russland weist Bericht über den Deal mit den USA zulasten der Ukraine zurück +++
Der russische Sonderbeauftragte, Kirill Dmitriew weist einen Bericht, wonach Moskau Washington angeblich ein Geheimdienstabkommen vorgeschlagen habe, als Fake News zurück. Das Nachrichtenportal "Politico" hatte zuvor geschrieben, dass Moskau den USA vorgeschlagen habe, keine Geheimdienstinformationen an den Iran mehr weiterzugeben, wenn die USA die Ukraine nicht mehr mit Informationen über Russland versorgen würden. "Fake", schrieb Dmitriew dazu bei X-Beitrag.
+++ 21:49 Schwer beschädigter russischer Gastanker treibt im Mittelmeer +++
Ein Anfang März durch einen mutmaßlichen Angriff im Mittelmeer beschädigter russischer Tanker treibt nach Angaben des italienischen Zivilschutzes führerlos auf die libysche Küste zu. Derzeit gebe es keine Informationen darüber, dass Treibstoff aus der "Arctic Metagaz" ausgetreten sei, sagte ein Sprecher der Behörde. Es sei aber unklar, wie die Lage mit Blick auf das vom Tanker transportierte Gas sei. Den Angaben zufolge befand sich das "schwer beschädigte" Schiff zuletzt in internationalen Gewässern etwa 53 Seemeilen nördlich der libyschen Hauptstadt Tripolis und trieb südwärts. In dem Gebiet sei Libyen für Such- und Rettungsaktionen zuständig. Das Schiff sei derzeit "nicht sehr stabil", auch wenn es keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Untergang gebe, sagte der Sprecher des italienischen Zivilschutzes. Das Gas an Bord sei wegen Explosionsgefahr "potenziell gefährlich". Ein mögliches Abschleppen bezeichnete der Sprecher als "komplexen" Einsatz.
+++ 21:22 Ukraine: Militärisch wichtige Industrieanlage in Luhansk getroffen +++
Der ukrainische Generalstab erklärt, dass die Streitkräfte bei Angriffen im russisch besetzten Luhansk eine wichtige Industrieanlage ins Visier genommen haben. Demnach wurde das Metallurgiewerk Altschewsk Altschewskan, das Moskaus Kriegsanstrengungen unterstützt, beschädigt. In der Nacht hätten die ukrainischen Streitkräfte "wichtige Ziele des russischen Aggressors getroffen", heißt es. Der Erklärung zufolge wird das Werk zur Herstellung von Artilleriegeschosshülsen sowie zur Produktion und Reparatur von Panzerstahl für russische Militärausrüstung genutzt. Das Ausmaß der Schäden und mögliche Verluste auf russischer Seite würden derzeit ermittelt. Auch soll ein russischer Truppenübungsplatz in Saporischschja getroffen worden sein.
+++ 20:48 Lukaschenko redet von "großem Abkommen" mit den USA +++
Laut dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko haben die USA seinem Land ein "großartiges Angebot" gemacht. Wie die staatliche Nachrichtenagentur "Belta" schreibt, erklärt Lukaschenko, der "Deal" sei im Auftrag von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagen worden. "Das ist wichtig für Belarus, auch für mich." Deshalb habe er sich dazu bereit erklärt, ein Abkommen vorzubereiten, so Lukaschenko. Die Arbeiten dazu seien bereits im Gange. Lukaschenko deutet an, dass das "große Abkommen" neben der weiteren Freilassung von Gefangenen (die Existenz politischer Gefangener bestreitet er) und der Aufhebung der Sanktionen auch die Wiedereröffnung der Botschaften und die Kontrolle über nukleares Material umfassen könnte. Er kündigte zudem an, die USA zu besuchen und an der nächsten Sitzung des sogenannten Friedensrates teilzunehmen.
+++ 20:14 Ukraine: Journalisten werden gezielt ins Visier genommen +++
In der Ukraine wird Journalisten nicht mehr empfohlen, sich mit dem Schriftzug "PRESS" zu kennzeichnen. Dies erklärt Serhii Tomilenko, Vorsitzender der Nationalen Journalistenvereinigung der Ukraine, auf Facebook, wie die Agentur Ukrinform berichtet. Er betont demnach, dass russische Drohnen nun gezielt auf Journalisten zielen - was bedeutet, dass die Kennzeichnung "PRESS" nicht mehr Schutz, sondern Gefahr signalisiert. "Bei internationalen Standards geht es um Identifizierung. In der Realität des Krieges geht es ums Überleben", betont Tomilenko. Berichten zufolge wurden in vier Jahren des russischen Krieges auf die gesamte Ukraine 119 Mitarbeiter von Medien getötet - unter ihnen waren auch ausländische Journalisten.
+++ 19:48 Blockade von Ukrainehilfen durch Ungarn - Ruf nach "Plan C" +++
Als Reaktion auf die Blockade des EU-Kredits an die Ukraine fordert die Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann finanzielle Konsequenzen für Ungarn. "Die EU könnte beispielsweise auch Gelder für Ungarn, statt an den Staat, in zuverlässige zivilgesellschaftliche Strukturen geben", sagt Haßelmann. Die ungarische Blockade sei "skandalös und eine weitere Eskalationsstufe". Haßelmann fordert Kanzler Friedrich Merz zum Handeln auf. "Scharfe Kritik, auch von Friedrich Merz, reicht nicht. Worte ersetzen keinen Plan", sagte sie. Die EU müsse nun einen "Plan C" ausarbeiten, um der Ukraine möglichst schnell Gelder zukommen zu lassen und einen Staatsbankrott zu vermeiden. Ungarns Ministerpräsident Victor Orban hatte am Donnerstag eine baldige Auszahlung von Milliardensummen an die Ukraine durch seinen Widerstand auf dem EU-Gipfel in Brüssel verhindert.
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