Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 08:45 Deutsche Abgeordnete fordern erschwerte Einreise für Russen in die EU +++

08.06.2026, 00:41 Uhr

Bundes- und Europapolitiker von Union, SPD, Grünen und FDP rufen die Bundesregierung auf, sich in Brüssel für eine erschwerte Einreise russischer Touristen in die EU einzusetzen. Die Vergabe von Schengen-Visa für russische Staatsbürger müsse mit Blick auf die europäische Sicherheitsordnung deutlich eingeschränkt werden, sagt Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dafür müsse sich die Bundesregierung gegenüber der EU-Kommission stark machen. "Zugleich muss sie sicherstellen, dass eine Ausreise für russische Oppositionelle und kritische Zivilgesellschaft trotzdem ermöglicht und unterstützt wird". Am Freitag hatte ein Kommissionssprecher angekündigt, 2027 neue Restriktionen für die Vergabe von EU-Visa an Russen vorzuschlagen. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, nennt die Visa-Erteilung "ein wichtiges Instrument in der Steuerung bilateraler Beziehungen". Russland könne nicht Deutschland einerseits mit Hunderten hybriden Kriegsmaßnahmen pro Jahr überziehen und zugleich eine oberflächliche Normalisierung der Beziehungen anstreben. Deutschland müsse klar benennen, dass an Russlands Verhalten nichts Normales sei.

+++ 08:13 Tschernobyl-Angriff zeigt, "die Lage ist brandgefährlich" +++

Der russische Treffer des Atommülllagers bei Tschernobyl zeigt, dass "Russland gar keine eigenen Atomwaffen abschießen muss", berichtet Korrespondentin Nadja Kriewald. Es reiche schon, die havarierte Anlage zu beschießen. Die Bemühungen um einen Waffenstillstand sieht sie "einen Minischritt" weiter.

+++ 07:42 Mangelwirtschaft auf der Krim: Einschränkungen bei Benzin und Nahrungsmitteln +++

Auf der russisch besetzten Krim kommt es zu immer größeren Engpässen. Wie das Institute for the Study of War unter Berufung auf russische Behörden mitteilt, gibt es inzwischen nur noch 20 Liter Benzin pro Woche – statt wie bisher pro Tag. Dabei müssen die Kunden einen im Voraus erworbenen QR-Code nutzen, auf den man nur über die von der russischen Regierung kontrollierte Messenger-App "Max" zugreifen kann. Auch bei Grundnahrungsmitteln und anderen Versorgungsgütern herrscht auf der Krim inzwischen offenbar Mangel. Das unabhängige russische Portal "Agenstvo" berichtet, dass sich Bewohner der Krim am 5. Juni über Einschränkungen beim Verkauf einiger Grundnahrungsmittel wie Buchweizen, Zucker, Reis und Mehl beschwerten. Wie das ISW schreibt, versuchen die Besatzungsbehörden, die Ursache für die Lebensmittel- und Benzinknappheit zu vertuschen, indem sie behaupten, dass natürliche Flauten in den Erntezyklen die Verfügbarkeit einiger Produkte vorübergehend beeinträchtigten.

+++ 07:15 Wieder Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Saporischschja +++

Bei russischen Angriffen auf die südostukrainische Region Saporischschja sind nach Angaben der örtlichen Behörden fünf Menschen getötet worden. Zudem seien 14 Personen verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Russland habe das Gebiet mit Luftangriffen und Artillerie beschossen. Dabei seien Infrastruktur, Wohngebäude und Autos beschädigt worden.

+++ 06:43 Chaos am Flughafen Sotschi +++

Seit Freitag kommt es am Flughafen Sotschi in Russland wegen ukrainischer Drohnen-Angriffe zu erheblichen Störungen. Dies berichtet "Ukrainska Prawda" unter Berufung auf russische Telegramkanäle. Tausende Passagiere können demnach seit mehreren Tage nicht wegfliegen, Dutzende Flüge verspäten sich, einige Flüge werden ganz gestrichen. Passagiere beschweren sich über das überfüllte Terminal: Es gibt keine freien Sitzplätze mehr, Bilder zeigen Passagiere auf dem Boden liegend oder sitzend.

+++ 06:10 Kiew: Drohnenschutz in Frontgebieten massiv ausgeweitet +++

Die Ukraine baut eigenen Angaben zufolge den Drohnenschutz in den Frontgebieten massiv aus. "Allein im Mai wurden mehr als 211 Kilometer Schutzvorrichtungen gegen Drohnen entlang von Logistikrouten installiert und fast 38 Kilometer beschädigter Straßenabschnitte instand gesetzt. Gleichzeitig wurden weitere 115,5 Kilometer Straßen in den Frontgebieten repariert", teilt Fedorov, der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für digitale Transformation, Mykhailo Fedorov, auf Telegram mit. Seit Anfang 2026 habe die Ukraine 822 Kilometer Straßen in den Frontgebieten mit einem Schutzsystem gegen Drohnen ausgestattet. "Dies trägt dazu bei, eine stabile Logistik, die schnelle Versorgung mit notwendigen Ressourcen, die Evakuierung von Verwundeten und eine sicherere Fortbewegung der Soldaten auch unter ständiger Bedrohung durch Drohnenangriffe aufrechtzuerhalten." Jeder geschützte Kilometer bedeute sichere Logistik und gerettete Leben.

+++ 05:40 Russische Medien: Ukraine attackiert Öldepots in Russland und den besetzten Gebieten +++

Das ukrainische Militär hat in der Nacht eine weitere Offensive mit Mittelstreckenangriffen auf russische und von Russland besetzte Gebiete gestartet und dabei mehrere Öldepots und Umspannwerke attackiert. Das berichtet der "Kyiv Independent" mit Verweis auf russische Telegram-Medienkanäle. Fotos und Videos, die von Anwohnern in sozialen Medien veröffentlicht wurden, sollen dichten schwarzen Rauch zeigen, der aus dem Gebiet des Öldepots Gruschewaja Balka in der russischen Stadt Noworossijsk aufsteigt. Das Depot dient als größte Öllagerstätte im Kaukasus mit einer angegebenen Kapazität von 1,2 Millionen Tonnen Treibstoff. Ein weiteres Öllager wurde demnach in der Nähe von Simferopol auf der besetzten Krim getroffen, wie der Telegram-Kanal "Crimean Wind" unter Berufung auf Anwohner berichtet. In einem Öllager des Krim-Tankstellenkonzerns ATAN sei ein Brand "mittleren Ausmaßes" ausgebrochen.

+++ 04:49 EU-Verteidigungsminister diskutieren Unterstützung der Ukraine in Zypern +++

Die EU-Verteidigungsminister kommen heute in Zypern zu Gesprächen über die weitere militärische Unterstützung für die Ukraine zusammen. Bei dem informellen Treffen in der Hauptstadt Nikosia wird es auch um die Bemühungen im Kampf gegen die sogenannte russische Schattenflotte gehen. Für die Unterstützung der Ukraine sollen insbesondere Mittel aus der sogenannten Europäischen Friedensfazilität (European Peace Facility, EPF) mobilisiert werden. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen seiner Schattenflotte umgeht Russland unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte.

+++ 03:48 Gouverneur auf Krim: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Zug +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Zug auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben ein Mensch getötet. Der Assistent des Lokführers sei ums Leben gekommen und der Lokführer sei verletzt worden, teilt der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf Telegram mit. Die Passagiere des Zuges, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, blieben unversehrt. Zudem heulten in der russischen Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer örtlichen Behörden zufolge die Luftalarmsirenen wegen möglicher Drohnenangriffe.

+++ 02:22 Ukrainische Armee: Brücke zwischen Krim und Südukraine bei Drohnenangriff beschädigt +++

Eine Brücke in der Nähe des Dorfes Tschonhar, die die besetzte Krim mit von Russland kontrollierten Teilen der Südukraine verbindet, wurde in der Nacht zum Sonntag bei einem ukrainischen Drohnenangriff beschädigt. Das ukrainische Militär bestätigt die Operation und veröffentlicht Videomaterial dazu. Zuvor hatte Wolodymyr Saldo, der von Russland eingesetzte Chef des besetzten Teils des Gebiets Cherson, gemeldet, die Brücke sei durch ukrainische Drohnen beschädigt worden. Der gemeldete Angriff erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ukraine ihre Bemühungen verstärkt, die russischen Logistikrouten zu unterbrechen, die die besetzte Krim und die Fronttruppen in der Südukraine versorgen, schreibt der "Kyiv Independent".

+++ 01:09 Xi besucht Nordkorea - Peking will Pjöngjang enger an sich binden +++

Chinas Präsident Xi Jinping reist zur Stärkung der bilateralen Beziehungen nach Nordkorea und hat zum Auftakt den gemeinsamen Kampf gegen Hegemonie angekündigt. Es ist Xis erste Reise in das Nachbarland seit fast sieben Jahren. Es sei die unerschütterliche Politik der Volksrepublik, die Bande in allen Bereichen auszubauen, um eine faire Weltordnung zu wahren, schreibt Xi in einem Gastbeitrag in der nordkoreanischen Staatszeitung "Rodong Sinmun". Die Regierung in Peking bemüht sich, Pjöngjang wieder enger an sich zu binden. Der Austausch zwischen beiden Staaten war während der Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen. In der Folge hatte Kim die Beziehungen zu Moskau ausgebaut. Nordkorea unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine mit Waffenlieferungen und Soldaten.

+++ 00:35 Friedensforscher warnen vor neuem atomaren Wettrüsten +++

Die neun Atommächte haben ihre Arsenale nach Einschätzung von Friedensforschern im vergangenen Jahr modernisiert und weiterentwickelt. Das zeigt ein neuer Bericht des Stockholmer Sipri-Instituts. "Es gibt immer mehr Anzeichen dafür, dass die Atomwaffenstaaten ihre Abrüstungsverpflichtungen vernachlässigen oder sogar ganz aufgeben und stattdessen ihre nukleare Stärke zur Schau stellen", so Sipri-Forscher Hans Kristensen. Moskau etwa hat im Angriffskrieg in der Ukraine auf sein Atompotenzial angespielt, um westliche Länder von der Unterstützung für die Ukraine abzuhalten. Russland und die USA verfügen nach Sipri-Schätzungen zusammen über rund 83 Prozent aller gelagerten Nuklearsprengköpfe.

+++ 23:43 Europäer und Ukraine legen Fünf-Punkte-Plan für Friedensgespräche vor +++

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine fordern Kremlchef Wladimir Putin zu einem sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen über ein Ende des Krieges auf. Daran sollten auch die USA und Europa "aktiv" beteiligt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die Kanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron, Premierminister Keir Starmer und Präsident Wolodymyr Selenskyj nach ihrem Treffen in London veröffentlichen.

+++ 23:02 Prowestliche Regierung liegt bei Wahl in Armenien vorn +++

Bei der als Richtungswahl geltenden Abstimmung in der Südkaukasusrepublik Armenien liegt ersten Hochrechnungen nach die prowestliche Regierung von Nikol Paschinjan vorn. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission stimmen nach den ersten Zahlen 57 Prozent der Armenier für die Partei Zivilvertrag des Regierungschefs. Stärkste oppositionelle Kraft wird die prorussische Partei Starkes Armenien mit 21 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt mit 59 Prozent deutlich höher als bei der vorangegangenen Parlamentswahl 2021. Ausgezählt wurden bisher 110 von insgesamt etwa 2000 Wahllokalen. Die Abstimmung war von massiven Spannungen mit Russland geprägt. Moskau hatte wegen der von Eriwan betriebenen Annäherung an die EU vor der Wahl Einfuhrverbote für armenische Produkte verhängt und mit der Kündigung eines günstigen Gasliefervertrags gedroht.

+++ 21:49 Nachricht an Putin: Selenskyj nutzte Oligarch Abramowitsch als Boten +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch gebeten, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Wiederaufnahme bilateraler Friedensgespräche zu sprechen. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Selenskyj bestätigt später das Treffen mit Abramowitsch während eines Interviews mit Sky News. Selenskyj sagt, er habe Abramowitsch gebeten, Putin mitzuteilen, dass die Ukraine den Donbass niemals aufgeben werde. Er habe ihn außerdem gebeten, Putin zu sagen, dass er bereit sei, sich direkt mit ihm in einer Stadt außerhalb Russlands oder Belarus zu treffen. "Ich sagte, Sie können einen beliebigen Zeitpunkt ab morgen wählen, Sie können einen beliebigen Tag und ein beliebiges Format wählen", so Selenskyj.

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