"Alles hängt nur von Putin ab"Selenskyj: Es gab Gesprächssignale aus Moskau

Der ukrainische Präsident Selenskyj bekräftigt seine Bereitschaft zu direkten Gesprächen mit Putin. Die könnten überall stattfinden, nur nicht in Kiew, Moskau oder Minsk. Der Krieg müsse so enden, dass er wegen einiger dummer Leute nicht noch einmal beginne.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview des britischen Senders Sky News seine Vorstellungen von einer baldigen Diskussion mit Russland über ein Kriegsende präsentiert. Es habe bereits mehrfach Signale aus Moskau über mögliche Gespräche gegeben, doch seien diese immer wieder verstummt. "Man versteht manchmal nicht, was die Russen wirklich wollen", sagte er.
Kremlchef Wladimir Putin "will diesen schrecklichen Krieg gewinnen", allerdings habe er zuletzt erkennen müssen, dass seine Truppen die Initiative auf dem Schlachtfeld verloren hätten. Alle Entscheidungen über das weitere Geschehen hingen "zu 100 Prozent" von ihm ab.
"Wir haben gelernt, wie man lebt und überlebt"
Unabhängig von den Plänen Moskaus wehre sich die Ukraine weiter mit immer neuen Waffen. Auch wenn die Ukraine in über vier Jahren Krieg von den USA weniger Waffen erhalten habe, als vor kurzem in Nahost verbraucht worden seien, stehe das Land nicht wehrlos da. "Wir haben gelernt, wie man lebt und überlebt", sagte Selenskyj. "Wir wollen nicht einfach still sterben."
"Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt und produziert", sagte er zu den neuen Drohnen-Fähigkeiten der Ukraine. "Jetzt antworten wir, und zwar gegen militärische Ziele und gegen Energieobjekte", betonte Selenskyj.
Zu möglichen Gesprächen mit Moskau über ein Kriegsende meinte Selenskyj, er würde eine Beteiligung der USA und Europas begrüßen. "Aber ich bin auch zu bilateralen Gesprächen (mit Putin) bereit", sagte er. "Und nicht in Moskau, nicht in Kiew und auch nicht in Minsk." Der Krieg müsse jedoch so beendet werden, dass er "wegen einiger dummer Leute" nicht noch einmal ausbrechen könne.