Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 16:46 Thiele: "Viele denken bei künftigem Krieg nur an Drohnen - falsch" +++

30.04.2026, 00:01 Uhr

Militärexperte Ralph Thiele sieht die Bundeswehr auf einem guten Weg. Der Umgang des Heeres mit Drohnen und ihrer Abwehr sei ein Mutmacher, doch das reicht bisher nicht aus. Den Verbund aller künftig wichtigen Systeme zu erkennen, sei wichtig. Und hier bestehe weiter Nachholbedarf.

+++ 16:03 Selenskyj: JD Vance "hilft den Russen" +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert US-Vizepräsident JD Vance dafür, dass dieser den Stopp der amerikanischen Militärhilfe für die Ukraine gelobt hat. "Wenn JD Vance stolz darauf ist, dass er uns nicht hilft, bedeutet das, dass er den Russen hilft, und ich bin mir nicht sicher, ob das die Vereinigten Staaten stärkt", sagt Selenskyj dem US-Nachrichtenportal Newsmax. "Russland ist der Feind. Sie werden immer Feinde der Vereinigten Staaten sein." JD Vance hatte zuvor die Entscheidung der Trump-Regierung verteidigt, die direkten US-Waffenlieferungen nach Kiew einzustellen.

+++ 15:20 Bericht: Bombe tötet Untergebenen des "Schlächters von Butscha" +++

Bei einer Explosion in einer abgeriegelten Militärstadt im russischen Fernen Osten ist laut einem Medienbericht ein Armeeoffizier ums Leben. Wie der britische Guardian schreibt, handelte es sich offenbar um einen Anschlag auf einen ranghöheren Kommandeur, der als "Schlächter von Bucha" bekannt ist. Demnach detonierte der Sprengsatz am Dienstagmorgen in einem Wohnblock in Knjase-Wolkonskoje-1, dem Wohnsitz von Generalmajor Azatbek Omurbekov, der während der Besetzung von Butscha die russischen Truppen befehligte. Dabei sei ein Untergebener von Omurbekov getötet worden. Weder Russland noch die Ukraine haben sich bislang zu dem Vorfall geäußert.  

+++ 14:44 Ex-Außenminister Kuleba: Putin wird dauerhafter Feuerpause nur unter zwei Bedingungen zustimmen +++

Nach Meinung des ehemaligen ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba wird Kremlchef Wladimir Putin einem dauerhaften Waffenstillstand nur unter zwei Bedingungen zustimmen. "Erstens: die Front kommt zum Stillstand. Keine Fortschritte = keine Siegeserzählung zu Hause. Keine Erzählung = wachsende Wut", schreibt Kuleba auf X. "Zweitens: Russlands Wirtschaft bricht so weit zusammen, dass er gezwungen ist, eine Pause einzulegen, um die innere Stabilität zu wahren." Donald Trumps Idee eines kurzen Waffenstillstands sei gut, fährt Kuleba fort. Aber es werde keinen dauerhaften Waffenstillstand geben, bis die Front zum Stillstand komme und Russlands Wirtschaft zusammenbreche. Kuleba war von 2020 bis 2024 Außenminister der Ukraine.

+++ 13:55 Ukraine: Haben seltene Simulatoren für Ausbildung von F-16-Kampfjetpiloten erhalten +++

Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers hat die Ukraine von westlichen Partnern weitere mobile Simulatoren für die Ausbildung ihrer F-16-Kampfpiloten erhalten. Damit würden bestehende stationäre Simulatoren ergänzt, schreibt Mychajlo Fedorow. "F-16-Kampfjets schützen bereits den ukrainischen Luftraum. Um die Effektivität beim Abfangen von Flugkörpern zu steigern, ist es notwendig, die Pilotenausbildung zu verbessern und die Zeit vom Training bis zum Kampfeinsatz zu verkürzen." Weltweit existierten nur wenige solcher Simulatoren, da sie sehr kostspielig seien. "Das ermöglicht eine kontinuierliche Ausbildung unserer Piloten - effektiv ein Übergang zu Nato-Standards in ihrer Ausbildung", fügte der Minister hinzu. Nach der ersten Lieferung von modernen F-16-Kampfjets nach US-Bauart Mitte 2024 wurden zunächst Probleme bei der Ausbildung der ukrainischen Piloten gemeldet. Die Jets werden etwa zum Abschuss von Drohnen eingesetzt.

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Ein F16-Kampfjet. (Foto: picture alliance / ANP)

+++ 13:15 Russische Raffinerie im Visier: Ukraine greift weit entfernt von eigener Grenze an +++

Die Ukraine hat nach Angaben ihres Geheimdienstes SBU etwa 1500 Kilometer von der Grenze entfernt eine Raffinerie in der russischen Stadt Perm mit Drohnen angegriffen. Vorläufigen Informationen zufolge sei eine wichtige Anlage zur primären Ölverarbeitung getroffen worden. Laut SBU gehört die Raffinerie des Konzerns Lukoil zu den größten in Russland. Zudem sei erneut eine Ölpumpstation in dem Gebiet angegriffen worden (siehe Eintrag von 8:45 Uhr). Ein in den sozialen Medien geteiltes Video zeigt ein riesiges Feuer, das auf dem Gelände der Anlage ausgebrochen sein soll.

+++ 12:55 Ein Toter und mehr als ein Dutzend Verletzte bei russischen Angriffen +++

Bei russischen Angriffen auf die Städte Dnipro und Tschernihiw sind am Vormittag ein Mensch getötet und weitere 13 Personen verletzt worden. Ukrainische Behörden berichten von Drohnenangriffen auf Geschäfte und Verkehrsmittel. Auf Telegram war ein ausgebrannter Bus in Dnipro zu sehen.

+++ 12:45 Ukraine: Begrüßen Abweisung von "gestohlenem" Getreide in Israel +++

Ein Schiff mit Getreide, das nach ukrainischen Angaben von Russland gestohlen wurde, wird nicht in Israel entladen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bestätigte entsprechende israelische Medienberichte und sprach von einer "begrüßenswerten Entwicklung". Die Regierung in Kiew hatte Israel aufgefordert, die Fracht zu beschlagnahmen. "Dies ist auch ein klares Signal an alle anderen Schiffe, Kapitäne, Betreiber, Versicherer und Regierungen: Kaufen Sie kein gestohlenes ukrainisches Getreide", erklärte Sybiha auf der Kurznachrichtenplattform X. Die Zeitung "Jerusalem Post" und andere Medien hatten aus einer Erklärung des israelischen Verbands der Getreideimporteure zitiert, wonach die Importfirma gezwungen worden sei, das Schiff abzuweisen. Die betroffene Firma Zenziper reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. Zwischen der Ukraine und Israel war es in dieser Woche wegen der Lieferung zu diplomatischen Spannungen gekommen. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Oren Marmorstein, erklärte am Mittwoch auf X, die Ukraine habe bislang keine Beweise für einen Diebstahl des Getreides vorgelegt. Zum aktuellen Status der Fracht äußerte er sich am Donnerstag zunächst nicht. Die Regierung in Kiew betrachtet sämtliches Getreide, das in den fünf von Russland besetzten Regionen einschließlich der Halbinsel Krim angebaut wird, als gestohlen. Sie protestiert regelmäßig gegen den Export durch russische Firmen in andere Länder und droht Käufern mit Sanktionen.

+++ 12:15 Ukrainische Soldaten sollen weniger als drei Monate am Stück an der Front bleiben +++

Vor dem Hintergrund verstärkter Kritik an den Bedingungen für ukrainische Soldaten an der Front hat der Oberbefehlshaber der Ukraine eine verpflichtende Rotation angekündigt. Die Kommandeure müssten sicherstellen, dass die Soldaten bis zu zwei Monate an ihren Positionen bleiben, danach sei innerhalb des folgenden Monats eine verpflichtende Rotation durchzuführen, schreibt Oleksandr Syrskyi. Personalmangel und brutale Kampfbedingungen hatten dazu geführt, dass Truppen oft mehr als 100 Tage am Stück an ihren Positionen verbleiben. Zuletzt sorgten Berichte über eine Brigade ausgehungerter Soldaten für Aufsehen. Seit Anfang 2025 macht die zunehmende Präsenz feindlicher Drohnen an der Front die Bewegung in und aus dem Bereich der vordersten Linie mit jedem Monat tödlicher und praktisch unmöglich für Fahrzeuge.

+++ 11:45 Moskau: Hunderttausende neue Vertragssoldaten für russisches Militär +++

In Russland haben sich nach Angaben des stellvertretenden Leiters des Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, im vergangenen Jahr 450.000 Personen vertraglich zum Dienst in den Streitkräften verpflichtet. In diesem Jahr seien es bislang 127.000, meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Politiker. Russland lockt im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine mit großzügigen Prämien für die Verpflichtung zum Militärdienst.

+++ 11:15 Nach Wut der Ukrainer: Israel weist offenbar russisches Schiff ab +++

Nach scharfen Protesten aus der Ukraine soll eine russische Lieferung von Getreide aus besetzten ukrainischen Gebieten laut Medienberichten nicht in Israel entladen werden. Die Ladung des russischen Schiffs "Panormitis" werde im israelischen Hafen von Haifa nicht angenommen, berichten israelische Medien. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor mit Sanktionen gegen alle Beteiligten am Handel gedroht. Selenskyj zufolge hatte in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Frachter Getreide aus den besetzten ukrainischen Gebieten in Richtung Israel transportiert. Am Montag bestellte das ukrainische Außenministerium in Kiew deshalb den israelischen Botschafter Michael Brodsky ein.

+++ 10:45 Waffenpause nur für Siegesparade? Selenskyj will Klarheit über Putin-Vorschlag +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verlangt Klarheit über einen möglichen befristeten Waffenstillstand für sein Land, über den US-Präsident Donald Trump mit Kremlchef Wladimir Putin gesprochen hat. "Ich habe unsere Vertreter angewiesen, Kontakt mit dem Team des Präsidenten der Vereinigten Staaten aufzunehmen und die Einzelheiten des russischen Vorschlags für einen kurzfristigen Waffenstillstand zu klären", schreibt Selenskyj auf X. Die Ukraine strebe Frieden an und leiste die notwendigen diplomatischen Anstrengungen, um dem Krieg ein echtes Ende zu bereiten. "Wir werden klären, worum es hier genau geht – um ein paar Stunden Sicherheit für eine Parade in Moskau oder um mehr." Offenbar hat Putin dem US-Präsidenten eine Waffenruhe für den 9. Mai vorgeschlagen. An diesem Tag wird in Russland der Sieg über Nazi-Deutschland gefeiert. Zuletzt hatte der Kreml angekündigt, bei der alljährlichen Parade am 9. Mai keine Panzer oder anderes schweres militärisches Gerät auffahren zu wollen - offenbar aus Angst vor ukrainischen Angriffen.

+++ 09:50 Analyse: Trump spricht mit Putin - das steckt hinter dem Telefonat +++

US-Präsident Trump telefoniert erneut mit dem russischen Präsidenten Putin - laut Washington wird auch über eine mögliche Feuerpause gesprochen. Russlandkorrespondent Rainer Munz berichtet aus Moskau über die Hintergründe des Telefonats.

+++ 09:15 Nach langer Verzögerung: Pentagon gibt 400-Millionen-Paket für die Ukraine frei +++

Das US-Verteidigungsministerium hat nach monatelangen Verzögerungen und zunehmendem Druck seitens US-amerikanischer Kongressabgeordneter ein Militärhilfepaket in Höhe von 400 Millionen Dollar für die Ukraine freigegeben. Das Paket war bereits vom Kongress genehmigt worden, blieb jedoch monatelang im Pentagon liegen, was Kritik sowohl von republikanischen als auch von demokratischen Abgeordneten hervorrief, die dem Verteidigungsministerium vorwarfen, die dringend benötigte Unterstützung für Kiew zu verzögern. Die Mittel sollen über die "Ukraine Security Assistance Initiative" (USAI) verteilt werden, einen vom Pentagon verwalteten Mechanismus, der Waffen direkt von US-Rüstungsunternehmen beschafft und an die Ukraine liefert.

+++ 08:45 1500 Kilometer von Grenze entfernt: Ukraine trifft erneut russische Ölpumpstation +++

Das ukrainische Militär hat offenbar erneut einen erfolgreichen Angriff auf russische Energieinfrastruktur durchgeführt. Laut Angaben russischer Telegram-Kanäle und örtlicher Medien gerieten in der Nacht nach einem Drohnenangriff in der russischen Region Perm zwei Kraftstofftanks an einer Ölpumpstation in Brand, wie die Zeitung "Kyiv Independent" berichtet. Zwei bis drei Lagertanks der von Transneft betriebenen Anlage sollen durch das Feuer beschädigt worden sein. Schon in der Nacht zuvor hatte die Ukraine nach eigenen Angaben mit Drohnen eine russische Ölpumpstation in der Nähe der Stadt Perm angegriffen. Perm liegt rund 1500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach gestern von einer neuen Phase beim Einsatz ukrainischer Waffen, um die russische Fähigkeit zur Kriegsführung einzuschränken. Die Ukraine werde die Reichweite ihrer Angriffe in Russland weiter erhöhen, kündigte Selenskyj an. Jeder Treffer verringere die Leistungsfähigkeit der russischen Militärindustrie sowie der Logistik und beeinträchtige die Ölexporte.

+++ 08:15 Mehr als 15 Verletzte bei Angriffen auf Odessa - Kindergarten beschädigt +++

Bei russischen Drohnenangriffen auf die Stadt Odessa sind in der Nacht laut ukrainischen Angaben mindestens 18 Menschen verletzt worden, darunter ein 17-jähriger Junge. Zwei Verletzte schwebten in Lebensgefahr, heißt es. Lokale Behörden berichten von Einschlägen in mehreren Wohnvierteln, unter anderem seien ein Hochhaus und ein fünfstöckiges Wohngebäude beschädigt worden. Den Angaben zufolge konnten Rettungskräfte mehrere Brände löschen. Die Angriffe hätten außerdem einen Kindergarten, ein Einkaufszentrum, ein Hotel und Verwaltungsgebäude beschädigt, berichtet der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Lysak.

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Rettungskräfte löschen ein Feuer in einem Wohnhaus, das durch einen russischen Drohnenangriff in der Region Odessa zerstört wurde. (Foto: picture alliance/dpa/Ukrainian Emergency Service)

+++ 07:42 Kiew zeigt Attacke auf Flugplatz - Kampfhubschrauber weit hinter Front getroffen +++

Ukrainische Drohnen sollen weit hinter der Front einen russischen Flugplatz attackiert haben. Mehrere Mi-28 und Mi-17 seien am Boden getroffen worden. Mindestens ein Helikopter sei zerstört. Videos sollen die Aktion belegen.

+++ 06:51 Gouverneur: Aussage von Merz ist "unangenehmes Signal" für Selenskyj +++

Der von Moskau eingesetzte Regionalgouverneur von Cherson, Wladimir Saldo, sieht in der Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz über mögliche territoriale Zugeständnissen der Ukraine ein "unangenehmes Signal" für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Es deutet darauf hin, dass die westliche Unterstützung ihre Grenzen hat und seine (Selenskyjs) Fantasien über eine 'Rückkehr zu den Grenzen' weit von der Realität entfernt sind", zitiert die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass den Gouverneur. Merz hatte in dieser Woche gesagt: "Irgendwann wird die Ukraine ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnen. Irgendwann, hoffentlich, einen Friedensvertrag mit Russland. Dann kann es sein, dass ein Teil des ukrainischen Territoriums nicht mehr ukrainisch ist." Saldo bezeichnete die ukrainische Region Cherson als einen Teil Russlands. Die ukrainische Armee hatte im Herbst 2022 einen großen Teil der im Süden des Landes gelegenen Region zurückerobert, darunter die gleichnamige Hauptstadt. Seitdem bildet der Fluss Dnepr die Frontlinie in dieser Region.

+++ 06:07 Heereschef mit Blick auf die Ukraine: "Wir müssen künftig anders kämpfen" +++

Drohnenangriffe, Satellitenbeobachtung, KI-Waffen: Die deutschen Landstreitkräfte ziehen grundsätzliche Schlüsse aus einer veränderten Bedrohung auf dem Gefechtsfeld. "Durch Transparenz des Gefechtsfeldes, technologischen Fortschritt und Automatisierung der Waffen entstehen neue Möglichkeiten, auch über weite Entfernung präzise zu wirken", sagt der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding. Mit einer laufenden Lehr- und Versuchsübung "Wie das Heer kämpfen wird" sammeln die Soldaten derzeit auf dem niedersächsischen Truppenübungsplatz Munster Erfahrungen mit veränderten Bedrohungen. Für die Männer und Frauen der Bundeswehr gebe es im Kampf "keine geschützten Räume mehr", sagt Freuding. Das habe für die Landstreitkräfte revolutionäre Folgen. "Massierung, also das gezielte Zusammenziehen und Konzentrieren von Truppe und Waffenwirkung an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit, war über Jahrhunderte die Voraussetzung für eine solche Schwerpunktbildung, für Initiative, für Entscheidung. Diese Massierung wird heute zum inhärenten Vernichtungsrisiko", sagt er. Russland hat gegen die Ukraine im vergangenen Jahr schätzungsweise bis zu 300.000 Kleindrohnen sowie rund 100.000 sogenannte Kamikazedrohnen eingesetzt. Gegen eine solche Masse müssen günstige Abwehrwaffen her, um durchhaltefähig zu sein. So nutzt Russland gegen die Ukraine Drohnen der ursprünglich iranischen Bauart Shahed, die aktuell wohl etwa 25.000 Euro pro Stück kosten. Um auch ökonomisch den Spieß umzudrehen, müssten Abfangwaffen deutlich billiger sein. Jedenfalls sind die rund 4 Millionen Euro teuren Patriot-Lenkflugkörper nicht die richtige Antwort. Zudem erhöht der Datenfluss aus Beobachtungssystemen sowie der Einsatz von KI-Waffen das Tempo im Gefecht enorm.

+++ 04:24 Ukraine greift Munitionsfabrik in Russland an +++

Ukrainische Drohnen greifen in der Nacht eine Sprengstofffabrik in der russischen Region Nischni Nowgorod an. Der Telegram-Kanal Astra berichtet von Explosionen in der Stadt Dserschinsk, rund 770 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Videoaufnahmen sollen zeigen, wie Rauch aus der Richtung der SwerdlowFabrik aufsteigt. Das staatseigene Swerdlow-Werk produziert Munition, Sprengstoff und Industriechemikalien für den Krieg gegen die Ukraine.

+++ 01:22 Trump: Putin schon länger zu Einigung bereit +++

Kremlchef Putin und US-Präsident Trump haben in einem Telefonat über eine befristete Waffenruhe im Ukraine-Krieg gesprochen. Trump sagt danach im Weißen Haus, er habe Putin in einem "langen", "guten" Gespräch eine Waffenruhe nahegelegt - "und ich glaube, er könnte das tun".  Mit Blick auf Putin betont der US-Präsident, er denke, der Kremlchef sei schon vor einiger Zeit bereit gewesen, eine Einigung zu erzielen. "Ich glaube, einige Leute haben es ihm schwer gemacht, einen Deal zu machen." Aus Moskau heißt es, Putin habe Trump seine Sicht auf die Lage an der Front geschildert und Kiew Terror und Angriffe auf zivile Ziele vorgeworfen. Der Kremlchef beharrt demnach erneut auf den russischen Kriegszielen, er würde aber vorziehen, sie im Rahmen von Verhandlungen zu erreichen. 

+++ 23:31 Ukraine nimmt mit Sanktionen Belarus ins Visier +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt in seiner Abendansprache, er habe ein neues Sanktions-Paket unterzeichnet. Das berichtet "Ukrainska Pravda". Besonders im Fokus stünden Maßnahmen gegen mit Belarus verbundene Einrichtungen. "Ich habe ein weiteres ukrainisches Sanktionspaket unterzeichnet - ein bedeutendes -, das insbesondere auf Einrichtungen in Belarus abzielt", sagt Selenskyj. "Dies ist ein Signal an viele unserer Partner, wo Druck ausgeübt werden sollte, um das Ausmaß und die Intensität dieses Krieges zu verringern."

+++ 22:01 London weist russischen Diplomaten aus +++

Als Reaktion auf die Ausweisung eines britischen Diplomaten aus Russland verweist Großbritannien nun einen russischen Diplomaten des Landes. "Wir verurteilen die ungerechtfertigte Entscheidung Russlands vom vergangenen Monat, einen weiteren britischen Diplomaten auszuweisen, sowie die darauffolgende böswillige öffentliche Verleumdungskampagne aufs Schärfste", heißt es in einer Erklärung des britischen Außenministeriums. Das Verhalten Russlands sei "völlig inakzeptabel". "Wir haben deshalb den russischen Botschafter einbestellt, um ihm mitzuteilen, dass wir Gegenmaßnahmen ergreifen und die Akkreditierung eines russischen Diplomaten widerrufen", heißt es aus dem Ministerium weiter. Wann genau der Botschafter Andrei Kelin einbestellt wurde, wurde nicht mitgeteilt.

+++ 21:17 Gouverneur: Drei Tote bei ukrainischem Drohnenangriff auf Russland +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Bus in der russischen Region Belgorod sind nach offiziellen Angaben drei Menschen getötet worden. Acht weitere Personen seien in einem Dorf nahe der Stadt Schebekino verletzt worden, teilt Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit.

+++ 20:27 Russische Wirtschaft schrumpft erstmals seit 2023 +++

Die russische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 erstmals seit drei Jahren geschrumpft. Den Daten des Wirtschaftsministeriums zufolge lag das Minus bei 0,3 Prozent, nach einem Plus von 1,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Dabei verhinderte ein Wachstum im März einen stärkeren Rückgang. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte nach der Konjunkturschwäche zu Jahresbeginn seine Spitzenbeamten gerügt und Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft gefordert.

+++ 19:40 Putin und Trump telefonieren lange: Kreml will Waffenstillstand am 9. Mai +++

Laut einem Kreml-Berater haben der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Trump ein rund eineinhalbstündiges Telefongespräch geführt. Das berichtet "Kyiv Independent". Es sei "freundlich und sachlich" abgelaufen. Während des Gesprächs habe Putin den Attentatsversuch auf Trump verurteilt. In Bezug auf die Ukraine glaube Trump, dass eine Einigung zur Beilegung des Konflikts nahe sei, erklärt der Berater. Putin habe einen Waffenstillstand während der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges am 9. Mai vorgeschlagen. Trump habe positiv auf den Vorschlag reagiert. Die Ukraine behauptet, Russland habe frühere Waffenruhen wiederholt verletzt und während des Waffenstillstands zu Ostern Anfang dieses Monats über 400 Verstöße registriert.

+++ 19:03 Kreml-Sprecherin watscht Merz ab +++

Russlands Außenamtssprecherin Sacharowa nahm zu Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz Stellung, wonach die Ukraine für einen Frieden womöglich Gebiete an Russland abtreten müsse. Weder Deutschland noch die EU seien am Verhandlungsprozess beteiligt. "Alle Äußerungen ihrer Führung zu dem Thema sind für uns bedeutungslos", so Sacharowa. Es mache keinen Sinn, auf Aussagen europäischer Politiker zu reagieren, solange der Kontinent weiterhin die Ukraine finanziere. Eine rhetorische Breitseite bekamen auch Bulgarien und die Türkei ab. Und das, obwohl in Bulgarien vor kurzem der als prorussisch geltende Rumen Radew die vorgezogene Parlamentswahl gewonnen hat und Kremlchef Wladimir Putin zum türkischen Präsidenten Recep Erdogan freundschaftliche Beziehungen unterhält.

+++ 18:25 USA geben 100 Millionen für Tschernobyl-Reparatur +++

Die USA beteiligen sich mit 100 Millionen Dollar an der Reparatur der beschädigten Schutzhülle um die Atomruine Tschernobyl. Die Finanzierung der Instandsetzung sei kürzlich auf einer Konferenz mit internationalen Partnern besprochen worden, teilte der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Kosten dürften sich insgesamt auf schätzungsweise 500 Millionen Euro belaufen. Eine Drohne hatte die Stahl- und Betonkonstruktion über dem zerstörten Reaktor im Februar vergangenen Jahres getroffen. Die Regierung in Kiew machte Russland verantwortlich, was in Moskau zurückgewiesen wurde. Bei dem Angriff wurde nach ukrainischen Angaben die hermetische Abdichtung der Hülle beschädigt. Zwar sei keine Strahlung ausgetreten, die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte jedoch nach einer Inspektion, dass die Konstruktion ihre wesentlichen Sicherheitsfunktionen nicht mehr vollständig erfüllen könne.

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