Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 06:15 ISW: Weder Russen noch Ukrainer können Geländegewinne verzeichnen +++

28.03.2026, 00:04 Uhr

Die russischen Streitkräfte rücken an keiner Stelle an der Front in der Ukraine vor. Auch die ukrainischen Streitkräfte können keine Geländegewinne verzeichnen. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage.

+++ 05:30 Zehn Verletzte bei russischen Angriffen auf Odessa +++

Russische Streitkräfte haben in der Nacht die Stadt Odessa mit Drohnen angegriffen und dabei nach Angaben von ukrainischen Behördenvertretern mindestens zehn Menschen verletzt, darunter ein Kind. Der Gouverneur des Gebiets Odessa, Serhiy Lysak, erklärte laut der Zeitung "Kyiv Independent", eine Drohne habe das Dach einer Entbindungsklinik sowie drei Bildungseinrichtungen getroffen. Auch ein Wohnhaus wurde getroffen, was zu einer "teilweisen Zerstörung" zwischen dem vierten und fünften Stockwerk führte, teilten Behördenvertreter demnach mit. Von den zehn Verletzten befänden sich mindestens zwei in kritischem Zustand, sagte Lysak, ohne weitere Einzelheiten über die Angriffe zu nennen. Aus der Entbindungsklinik wurden keine Opfer gemeldet, da das Personal und die Patientinnen während des Angriffs in einen unterirdischen Schutzraum geflohen waren. Das volle Ausmaß der verursachten Schäden war am frühen Morgen noch unklar.

+++ 03:05 Bericht: Ukraine greift wieder russische Ölanlagen an +++

Ukrainische Drohnen sollen in der Nacht eine Ölraffinerie in der zentralrussischen Stadt Jaroslawl angegriffen haben. Dies berichtet der Telegram-Nachrichtenkanal "Exilenova Plus". Demnach gehört die Raffinerie zu den fünf größten Russlands und kann jährlich über 15 Millionen Tonnen produzieren. Die Stadt liegt etwa 700 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt und befindet sich rund 230 Kilometer nordöstlich von Moskau. Dem Bericht zufolge hatte der Gouverneur des Gebiets Jaroslawl, Michail Jewrajew, zuvor erklärt, dass für die zentralrussische Region eine Drohnenangriffswarnung ausgerufen worden sei.

+++ 01:25 Trump: Hass zwischen Putin und Selenskyj ist extrem +++

Einem Friedensschluss zwischen der Ukraine und Russland steht nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump auch der Hass zwischen Kreml-Chef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weg. Über die Friedensverhandlungen sagte Trump vor Investoren in den USA: "Ich glaube, wir werden das schon regeln, aber es ist eine schreckliche Sache. Ich habe acht Kriege beigelegt, und dieser hätte eigentlich der einfachste sein sollen, aber der Hass zwischen Präsident Putin und Präsident Selenskyj ist extrem." Trump lässt sich immer wieder als Meister internationaler Konfliktlösung feiern, obwohl er kaum zu nachhaltigen Waffenstillständen beigetragen hat.

+++ 00:35 Forscher: Schwarzes Meer hat Kipppunkt "vielleicht schon überschritten" +++

"Laut einer slowakischen Forschungsgruppe droht das Schwarze Meer infolge des Ukraine-Kriegs zu kippen. Das berichtet der britische "Guardian". Die Forscher warnen demnach, das Ökosystem sei durch Bomben, Ölverschmutzung, versenkte Schiffe, Minen und militärischen Sonar schwer geschädigt worden. Das Ausmaß der Schäden lasse sich bisher kaum genau erfassen, weil weite Teile des Meeres wegen des Krieges nicht sicher untersucht werden könnten. "Wir können nur sagen, dass sich das Schwarze Meer aufgrund dieses Krieges an einem Kipppunkt befindet - vielleicht hat es diesen sogar schon überschritten", wird ein Forscher zitiert.

+++ 23:55 Bericht: Russland steckt Millionen in Ausbau besetzter Gebiete +++

In den besetzten Gebieten im Süden und Osten der Ukraine wird gebaggert und gebaut. Das zeigt eine umfangreiche Recherche der Nachrichtenagentur Reuters. Sie wertete Tausende Satellitenbilder aus, durchforstete offizielle russische Dokumente und Handelsdaten. Das Ergebnis: Hunderte Millionen Dollar stecke Russland in den "aggressiven Ausbau von Infrastruktur für Handel und Transport" in Donezk, so Reuters. Russland wolle so die "Wiedervereinigung" mit den besetzten Gebieten vorantreiben, organisiere aber auch den militärischen Nachschub für die Front.

+++ 23:30 Großbritannien will weitere 115 Millionen in ukrainische Luftabwehr stecken +++

Die britische Regierung hat angekündigt, der Ukraine umgehend weitere 100 Millionen Pfund für die Luftabwehr zur Verfügung zu stellen. Das entspricht rund 115 Millionen Euro. Man wolle damit "dazu beitragen, das Land vor den unerbittlichen Angriffen Russlands zu schützen", hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Damit steige die Summe, die Großbritannien in den vergangenen zwei Monaten für die ukrainische Luftabwehr bereitgestellt habe, auf fast 700 Millionen Euro.

+++ 22:40 Russlands Energieministerium: Spritreserven sind ausreichend +++

Die russischen Kraftstoffvorräte sind laut Energieministerium ausreichend. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass. "Die Unternehmen der Branche haben bestätigt, dass ausreichende Benzin- und Dieselvorräte vorhanden sind und die Raffinerien mit hoher Kapazitätsauslastung arbeiten, um den Inlandsbedarf zu decken", hieß es. Kurz zuvor hatte Energieminister Alexander Nowak ein Exportverbot für Benzin angekündigt. Seit mehreren Tagen setzt die Ukraine mithilfe von Drohnen die russische Energieinfrastruktur unter Druck. Angesichts dessen haben russische Ölproduzenten ihre Kunden Insidern zufolge vor Lieferausfällen gewarnt. Sie könnten für Ausfuhren aus wichtigen Häfen in der Ostsee höhere Gewalt geltend machen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Ölverladungen im Hafen von Ust-Luga seien seit Mittwoch wegen der Angriffe gestoppt. Eine der Personen sagte, diese könnten frühestens Mitte April wieder aufgenommen werden.

+++ 22:00 ISW: Russland wird ukrainischen Festungsgürtel 2026 nicht mehr knacken +++

Nach Einschätzung des US-amerikanischen Thinktanks "Institute for the Study of War" (ISW) wird Russlands Armee den ukrainischen Festungsgürtel in diesem Jahr wohl nicht mehr überwinden. Moskau habe seine aktuelle Offensive verstärkt, die vier stark befestigten Städte im Gebiet Donezk entlang der Nord-Süd-Achse seien aber schon seit Jahren schwer zu erobern. Russland scheiterte laut ISW dort bereits 2014 und 2022 und brauchte für die Eroberung des deutlich kleineren Pokrowsk fast zwei Jahre. Moskau bereite die russische Öffentlichkeit inzwischen selbst auf langsame Fortschritte und hohe Verluste vor. Gleichzeitig drängt der Kreml auf internationaler Bühne darauf, dass die Ukraine auch unbesetztes Gebiet abtritt. So könnte Moskau sich einen militärisch kostspieligen Vorstoß ersparen und seine Position für einen späteren neuen Angriff verbessern, mutmaßt das ISW.

+++ 21:29 Russland will Export von Benzin verbieten - ab Mittwoch +++

Der russische Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak hat das Energieministerium angewiesen, ein Exportverbot von Benzin auszuarbeiten. Das Verbot soll ab dem 1. April gelten. Nowak begründete den Schritt in einer Erklärung mit starken Preisschwankungen auf dem Weltmarkt infolge der Krise im Nahen Osten. Der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge soll der Ausfuhrstopp bis zum 31. Juli gelten. Russland schränkte bereits im vergangenen Jahr die Ausfuhr von Kraftstoffen zeitweise ein, um Engpässe und Preissteigerungen im Inland zu bekämpfen. Die Ukraine hatte in den vergangenen Tagen die russische Erdölindustrie empfindlich getroffen.

+++ 21:11 Merz: Brauchen Alternative zu EU-Vollmitgliedschaft +++

Kanzler Friedrich Merz plädiert dafür, dass die EU Beitrittskandidaten eine neue, abgespeckte Form der Mitgliedschaft anbietet. Zudem müsse man innerhalb der EU in mehr Bereichen von der Einstimmigkeit unter den 27 EU-Mitgliedern zu Abstimmungen mit qualifizierter Mehrheit kommen, sagte der Kanzler am Abend bei einer Veranstaltung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Ich arbeite ein bisschen an einer solchen Konzeption und will auch mal ein paar Vorschläge noch machen", kündigte Merz an. Man müsse die Beitrittsprozesse mit den Westbalkanstaaten und der Ukraine beschleunigen - aber möglicherweise mit einem anderen Ziel.

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