Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 16:47 Ukrainischer Botschafter hält überhaupt nichts von Schröder als Vermittler +++

11.05.2026, 00:01 Uhr

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hält nichts davon, Altkanzler Gerhard Schröder zum Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine machen. "Wer über Jahre russische Interessen in Deutschland vertreten hat, besitzt weder die moralische noch die politische Legitimität, heute als Vermittler aufzutreten", sagt Makeiev in Kiew im Gespräch mit dem Magazin "Der Spiegel". Kremlchef Putin hatte Schröder als Vermittler ins Spiel gebracht. Der ukrainische Botschafter sagt: "Wir brauchen keine Vermittler. Wir brauchen Verbündete."

+++ 16:18 Strack-Zimmermann: "Aggressor muss wissen: Wird sich an uns Finger verbrennen" +++

Gemeinsam mit der Ukraine will Verteidigungsminister Pistorius neue Drohnen und Raketen bauen. Gleichzeitig soll die Ukraine mit ihrer Kriegserfahrung der Bundeswehr helfen. FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann begrüßt die Kooperation und sagt, dass Deutschland dringend Verteidigungslücken schließen müsse.

+++ 15:37 Ukrainische Armee meldet Dutzende russische Sturmangriffe und Artilleriebeschuss +++

Der Generalstarb der Streitkräfte der Ukraine berichtet über die Kämpfe an der Front. Seit Beginn des Tages hätten die russischen Invasoren 38 Mal Positionen der ukrainischen Verteidiger angegriffen. Artilleriebeschuss der Grenzgebiete dauere an. Allein in der Richtung Pokrowsk hätten die Russen seit Tagesbeginn zwölf Mal versucht, ukrainische Soldaten aus ihren Positionen zu verdrängen.

+++ 15:04 EU verhängt neue Russland-Sanktionen wegen Verschleppung ukrainischer Kinder +++

Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen 16 Personen und sieben Einrichtungen in Russland wegen der systematischen und unrechtmäßigen Deportation ukrainischer Kinder. Das teilt der EU-Rat mit. Schätzungen der EU zufolge hat Russland seit Kriegsbeginn fast 20.500 ukrainische Kinder verschleppt und gewaltsam umgesiedelt.

+++ 14:27 Bundesregierung: Deutsche Befindlichkeiten beim Thema Vermittler hintenanstellen +++

Die Ablehnung ist groß nach dem russischen Vorstoß: Ausgerechnet der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder, der lange aus Moskau bezahlt wurde, soll im Ukraine-Krieg vermitteln. Doch möglicherweise nicht nur er. Wie der "Spiegel" berichtet, gibt es Überlegungen, ob Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Rolle bei Verhandlungen spielen könne. Hintergrund sei, dass man Schröder alleine eine derart bedeutsame Aufgabe nicht zutraue. Allerdings dürfte auch Steinmeier, der 2016 noch vor einem "Säbelrasseln" der Nato gewarnt hatte, bei vielen nicht gut ankommen. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagt heute zu einer entsprechenden Frage: "Wir müssen wirklich über seriöse Vorschläge reden, die von allen Parteien angenommen werden. Ich rate hier, deutsche Befindlichkeiten hintanzustellen, vielleicht auch den Spaltungsversuch zu erkennen, der in diesen Vorschlägen liegt." 

+++ 13:58 Kiew und Berlin wollen Drohnen mit bis zu 1500 Kilometern Reichweite entwickeln +++

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kündigt die gemeinsame deutsch-ukrainische Entwicklung und Produktion von Drohnen mit Reichweiten von bis zu 1500 Kilometern an. Deutschland setze im Bereich unbemannter Systeme auf Joint Ventures zwischen deutschen und ukrainischen Unternehmen, sagt der SPD-Politiker bei einem Besuch in Kiew. Dies gelte "ganz besonders für die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Drohnen mit unterschiedlichen Reichweiten von unter 100 Kilometern bis zu 1500 Kilometern". Pistorius sagt an der Seite seines ukrainischen Amtskollegen Mychailo Fedorow zudem die Fortsetzung der Ausbildung ukrainischer Soldaten zu. Bislang habe Deutschland fast 27.000 Soldaten der Ukraine ausgebildet, so Pistorius. Deutschland werde dies fortsetzen, "also auch für die Zeit nach einem Waffenstillstand". Deutschland und die Ukraine hatten bei Regierungskonsultationen Mitte April eine engere Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich vereinbart. 

+++ 13:27 Russen bräuchten bei derzeitigem Tempo Jahrzehnte für die Eroberung des Donbass +++

Gerne verbreitet der Kreml, dass der russische Sieg nur eine Frage der Zeit sei. Doch die Lage auf dem Schlachtfeld ergibt ein anderes Bild. Der Vormarsch ist so gut wie zum Erliegen gekommen, im vergangenen Monat verlor Russland sogar Gebiet. Wie die "New York Times" berichtet, würde es bei der durchschnittlichen monatlichen Vorstoßgeschwindigkeit in diesem Jahr mehr als drei Jahrzehnte dauern, bis Russland die vollständige Kontrolle über den Donbass erlangt. Gründe gibt es demnach mehrere: Das Abschalten von Starlink durch Elon Musk sowie das Abdrehen von Telegram durch die russische Führung, was die Kommunikation der russischen Soldaten untereinander behindert. Und dann gibt es noch das Problem, dass die Russen angesichts des Drohnenkriegs nicht mehr mit riesigen Truppenverbänden die Frontlinien stürmen können.

+++ 12:54 Finnlands Präsident will direkte Gespräche mit Russland +++

Finnlands Präsident Alexander Stubb rät zu direkten Gesprächen mit Russland. "Es ist Zeit, Gespräche mit Russland aufzunehmen. Wann es dazu kommen wird, weiß ich nicht", sagt er der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" in einem Interview. Wenn die amerikanische Politik gegenüber Russland und der Ukraine nicht im Interesse Europas sei - wie ihm scheine - dann müsse man sich direkt engagieren, sagte Stubb. "Wir haben mit den europäischen Staats- und Regierungschefs darüber geredet, wer den Kontakt herstellen wird, wir wissen es noch nicht." Stubb sieht drei Szenarien: Der Krieg geht weiter, es gibt eine Waffenruhe und dann eine Friedensvereinbarung, oder eine der beiden Parteien kollabiert, wahrscheinlich Russland. "Ich glaube, dass die Möglichkeit eines Friedens zumindest für dieses Jahr nicht auf dem Tisch liegt."

+++ 12:24 Pistorius: Putins Reden von Kriegsende vermutlich Täuschungsmanöver +++

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnet die jüngsten Äußerungen von Kremlchef Wladimir Putin über ein angeblich nahendes Ende des Krieges als mögliches Täuschungsmanöver. "Wenn er denn das Ende dieses Krieges aufziehen sieht, dann könnte er diesen Krieg ja auch einfach beenden", sagt der SPD-Politiker bei einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Putin könne dies tun, indem er seine Truppen abziehe oder zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen einlade. Stattdessen stelle er jedoch wie immer Bedingungen. "Ich hoffe, dass ich mich irre, dass es wieder mal ein weiteres Täuschungsmanöver ist, aber ausgeschlossen ist das eben nicht", erklärte Pistorius. Er vermute, dass Putin mit seinem Vorgehen von eigener Schwäche ablenken wolle, da seine Armee derzeit kaum Geländegewinne vorweisen könne.

+++ 11:53 Thiele: "Ich neige der Idee der 'Waffe Schröder' zu" +++

Den Wunsch von Kremlchef Wladimir Putin, den ehemaligen Kanzler und Lobbyisten Gerhard Schröder zum Vermittler in Friedensverhandlungen mit der Ukraine zu ernennen, findet Militärexperte Ralph Thiele "nicht so verkehrt". Die Nähe Schröders zu Putin könnte vorteilhaft sein, so Thiele. Er glaube nicht wirklich, dass die Loyalität Schröders für Deutschland grundsätzlich infrage zu stellen sei. Und auch wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky Schröder ablehne: Am Ende des Tages werde "über die Ukraine" verhandelt.

+++ 11:22 Mann aus Odessa soll Russen militärische Koordinaten verraten haben +++

Ein 46-Jähriger wird ukrainischen Angaben zufolge wegen des Verdachts auf Landesverrat festgenommen. Dies berichtet der ukrainische Sender Suspilne unter Berufung auf Angaben des Geheimdienstes SBU. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann im Februar und März dieses Jahres über Telegram einem Vertreter Russlands Informationen über die Lage militärischer Einrichtungen und den Einsatz von Luftabwehrsystemen in Odessa übermittelt haben. Dem Mann drohe nun eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen Einheimischen handeln, der als Techniker für Computerreparaturen arbeitete.

+++ 10:53 Putins Schröder-Wunsch "hat erstmal alle verwirrt" +++

Auf die Frage, wen er sich als europäischen Vermittler in Friedensverhandlungen mit der Ukraine wünscht, antwortet Putin "Gerhard Schröder". "Damit hat er jetzt erstmal alle verwirrt", berichtet Korrespondent Rainer Munz. Dass das auf eine Bereitschaft für Zugeständnisse des Kreml-Chefs hindeutet, bezweifelt Munz. Kremlchef Wladimir Putin habe keine Friedensrede gehalten auf dem Roten Platz am Wochenende.

+++ 10:32 Staatsminister Krichbaum: Schröder ist kein ehrlicher Makler +++

Die Bundesregierung lehnt eine Vermittlerrolle des früheren Kanzlers und Lobbyisten Gerhard Schröder zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ab. Schröder sei kein ehrlicher Makler in dem Konflikt, sagt der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Gunther Krichbaum, vor Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. Vermitteln könne nur eine Person, die von beiden Seiten akzeptiert werde. Schröder war nach seinem Ausscheiden aus der Politik lange Jahre für russische Energiekonzerne aktiv, unter anderem als Präsident des Verwaltungsrats der Nord Stream 2 AG, einer Tochtergesellschaft des russischen Energiekonzerns Gazprom. Die Pipeline wurde Ende 2021 fertiggestellt, ging aber wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 nicht in Betrieb.

+++ 10:03 Rheinmetall und Telekom entwickeln Anti-Drohnen-Abwehrschirm +++

Der Rüstungskonzern Rheinmetall übt den Schulterschluss mit der Deutschen Telekom, um gemeinsam feindliche Drohnen und Cyberangriffe abzuwehren. Ein entsprechendes Entwicklungsvorhaben für einen Drohnen-Schutzschild geben die beiden Firmen bekannt. Es ist noch in einem frühen Stadium. Es geht darum, Drohnen frühzeitig zu erkennen und dann durch Störsignale - durch Jammen - oder eigene Abfangdrohnen sowie möglicherweise Laserschüsse aufzuhalten, etwa an Kraftwerken, Industrieanlagen, Brücken und anderer kritischer Infrastruktur. Um Flugabwehr-Geschütze geht es nicht. "Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital", sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Zur Abwehr brauche es eine Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. "Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten."

+++ 09:34 Norwegen und Ukraine wollen gemeinsam Langstreckenartilleriegeschosse produzieren +++

Die Ukraine und Norwegen haben eine Vereinbarung zur gemeinsamen Produktion von 155-mm-Langstreckenartilleriegeschosse getroffen. Dies gibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekannt, wie die Agentur Ukrinform berichtet. Mit Norwegen gebe es nun ein "neues und sehr starkes Abkommen", so Selenskyj. "Unsere Soldaten an der Front, praktisch in allen Kampfbrigaden, sprechen über Langstreckenartilleriemunition. Die Kill Zonen vergrößern sich, der Einsatz von Drohnen aller Art hat Priorität. Aber die Soldaten selbst sagen: Artillerie wird benötigt. Und insbesondere Langstreckenartilleriemunition."

+++ 08:59 Kallas will Ex-Lobbyisten Schröder nicht am Verhandlungstisch sehen +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußert sich skeptisch über den Vorschlag von Kreml-Chef Wladimir Putin, den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler in den Friedensverhandlungen mit der Ukraine einzusetzen. Angesichts Schröders Vergangenheit als Lobbyist für russische Staatsunternehmen sei "klar", warum Putin ihn als Vermittler haben wolle, sagt Kallas. Schröder würde dann "auf beiden Seiten des Verhandlungstisches" sitzen. Grundsätzlich wäre es "nicht sehr weise", Russland die Ernennung eines Vermittlers "in unserem Namen" zu überlassen. Die Europäer müssten zunächst untereinander diskutieren, worüber sie mit den Russen sprechen wollen, argumentiert die EU-Außenbeauftragte. Dies werde beim Treffen der Außenminister Ende Mai in Schweden besprochen. Der 82-jährige frühere SPD-Chef gilt als persönlicher Freund Putins und schwärmt gerne von der russischen Kultur. Er war auch nach Kriegsbeginn noch für russische Energiefirmen tätig. Im März 2022 reiste er nach Moskau, um mit Putin über den Ukraine-Krieg zu sprechen - was allerdings keine Ergebnisse zeigte.

+++ 08:31 ISW: Russland zeigt "zunehmende Raffinesse" bei KI-Videos mit gehissten Fahnen +++

Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine immer auch auf Propaganda – und nun auf von KI manipuliertes Bildmaterial. Dies schreibt das Institute for the Study of War. Dieses hat nach eigenen Angaben zuletzt vermehrt Bildmaterial entdeckt, das mit KI erstellt wurde und zeigen soll, wie russische Streitkräfte in mehreren Abschnitten der Front Flaggen hissen. Bereits im Sommer 2025 gingen laut dem Thinktank die Russen zu Infiltrationstaktiken über und stützten sich zunehmend auf Filmmaterial, das das Hissen russischer Flaggen zeigt. "Russland hat die Raffinesse dieser Videos in den letzten Monaten gesteigert und begann im Winter 2025 damit, komplexere, aufwendiger bearbeitete Montagen an zahlreichen Orten zu produzieren", schreibt das ISW. "Die zunehmende Raffinesse und der Einsatz künstlicher Intelligenz in diesen Videos deuten darauf hin, dass der Kreml eine koordinierte Kampagne durchführt, um die Informationsbemühungen des höheren russischen Militärkommandos zu unterstützen." Besonders vor dem 9. Mai, dem Tag des Sieges in Russland, veröffentlichten russische Quellen einen Großteil des KI-Filmmaterials - "möglicherweise um zu kompensieren, dass die russischen Streitkräfte die Fristen für Vorstöße vor dem 9. Mai nicht einhalten konnten", so das ISW.

+++ 07:59 Moskau will "Landsleute" in "unfreundlichen Ländern" unterstützen +++

Sie sind ein beliebtes Mittel der russischen Außenpolitik: Menschen, die Russisch sprechen und nicht im direkten Machtbereich des Kreml leben. Wie die russische Agentur Tass schreibt, richtet das Außenministerium in Moskau nun erneut seinen Fokus auf diese Gruppe. In einem Interview mit der Tass erklärt Gennadi Owetschko, Leiter der "Abteilung für die Arbeit mit Landsleuten im Ausland", dass das Außenministerium seine Bemühungen verstärke, Landsleuten im Ausland Rechtsbeistand zu leisten und jährlich über 17.500 kostenlose Beratungen anbiete. "In vielen Fällen sehen sich Aktivisten, insbesondere in unfreundlichen Ländern, politischem Druck und erfundenen Anschuldigungen ausgesetzt. Leider sind die Justiz- und Verwaltungssysteme dort extrem voreingenommen und ideologisch geprägt, und ohne die Unterstützung des Fonds hätten es die Landsleute schwer", so der Diplomat. Besonders in Moldawien gebe es regelmäßig Beschwerden über "Diskriminierung und Provokationen". Der Kreml begründet seinen Krieg gegen die Ukraine unter anderem mit dem Schutz der russischsprachigen Bevölkerung dort – wobei paradoxerweise besonders diese unter den Angriffen im Osten des Landes leidet.

+++ 07:27 Welche Feuerpause? Ukraine meldet einen Toten und mehrere Verletzte +++

Eigentlich sollen die Waffen noch schweigen. Doch wie die "Ukrainska Prawda" unter Berufung auf ukrainische Behörden berichtet, wird bei Angriffen in der Region Saporischja ein Mensch getötet, zwei weitere werden verletzt. Auch in der Region Mykoajiw gibt es demnach drei Verletzte bei russischen Angriffen. Am Sonntagabend erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits, dass die russischen Truppen trotz der aktuell geltenden Feuerpause ihre Angriffe fortsetzen. Russland habe in den vergangenen 24 Stunden rund 150 Angriffsaktionen gestartet. 

+++ 06:58 Gemeinsame Rüstungsprojekte: Pistorius in Kiew eingetroffen +++

Verteidigungsminister Boris Pistorius ist zu Gesprächen über einen Ausbau der Rüstungskooperation mit der Ukraine in der Hauptstadt Kiew eingetroffen. Bei neuen Projekten stehe die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Waffensysteme aller Reichweiten im Fokus, sagt der SPD-Politiker zum Auftakt der Reise, die aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigt worden war. "Deutschland und die Ukraine sind strategische Partner, die beide von der Kooperation profitieren. Daraus ergeben sich zahlreiche neue Projekte", sagte der Minister. "Im Fokus steht die gemeinsame Entwicklung modernster unbemannter Systeme in allen Reichweiten, gerade auch im Bereich deep strike. So stärken wir die Sicherheit unserer Länder." Als Deep strike wird die Fähigkeit bezeichnet, wichtige Angriffsziele weit im Hinterland eines gegnerischen Landes zu zerstören.

+++ 06:46 Ukraine: Elektronische russische Kriegsführung lenkte Drohnen nach Lettland +++

Die Vorfälle mit ukrainischen Drohnen im lettischen Luftraum stehen nach ukrainischen Angaben im Zusammenhang mit der russischen elektronischen Kriegsführung. Wie der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha auf X mitteilt, flogen die ukrainischen Drohnen nach Lettland, weil die russische elektronische Kriegsführung sie von ihren eigentlichen Zielen in Russland abgelenkt habe. Der Minister bekräftigt erneut die Bereitschaft der Ukraine zur Zusammenarbeit mit den baltischen Staaten und Finnland, um ähnliche Vorfälle zu verhindern, auch unter direkter Beteiligung ukrainischer Spezialisten. Polizei und Feuerwehr in Lettland hatten am Donnerstag erklärt, in der rund 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernten Stadt Rezekne seien vier leere Öltanks auf einer Lagerfläche beschädigt worden. Es seien Trümmer einer Drohne gefunden und ein Schwelbrand gelöscht worden. Lettland und Litauen forderten daraufhin die Nato auf, die Luftabwehr in ihrer Region zu verstärken. Bereits Ende März waren offensichtlich fehlgeleitete ukrainische Drohnen in Lettland, Estland und Litauen niedergegangen. Die drei baltischen Nato-Staaten haben ihre Staatsgebiete und ihren Luftraum nach eigenen Angaben nicht für Drohnenangriffe auf russische Ziele zur Verfügung gestellt.

+++ 06:18 Militärverwaltung in Luhansk: Russen "verstaatlichen" rund 150 Immobilien +++

Der Diebstahl ukrainischen Vermögens durch Russland geht weiter. Im besetzten Luhansk wählen die russischen Besatzer offenbar rund 150 Gewerbeimmobilien für eine "Verstaatlichung" aus. Dies berichtet der Leiter der regionalen Militärverwaltung von Luhansk, Oleksii Kharchenko, laut Ukrinform auf Telegram. "Die Russen planen, 150 Gewerbeimmobilien in Luhansk zu 'verstaatlichen'. Nach Wohnimmobilien haben sie nun damit begonnen, auch Gewerbeimmobilien in der Stadt zu inspizieren." Bislang hätten sie etwa 150 Gebäude identifiziert, die Anzeichen dafür aufwiesen, "herrenlos" zu sein. Dazu könnten nicht nur seit Langem verlassene Immobilien gehören, sondern auch solche, deren Eigentümer seit nur drei Monaten nicht mehr erschienen seien oder bei denen die Stromrechnungen nicht bezahlt worden sei, so der Leiter der Militärverwaltung.

+++ 05:44 EU-Außenminister schauen auf ukrainische Rüstungsbranche +++

Die EU-Außenminister diskutieren heute in Brüssel über die militärische Unterstützung der Ukraine sowie eine engere Zusammenarbeit mit der ukrainischen Rüstungsindustrie. Am Nachmittag steht ein Treffen der internationalen Koalition zur Rückkehr ukrainischer Kinder an.

+++ 04:28 Selenskyj: Keine ukrainischen Angriffe, solange Russen nicht zum offenen Krieg zurückkehren +++

Die Ukraine werde von Angriffen auf russische Militärziele absehen, solange Moskau keine Massenangriffe starte, sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Während der Waffenruhe habe die Ukraine angesichts des Ausbleibens massiver russischer Angriffe auf weitreichende Aktionen verzichtet. Er fügt hinzu: "Sollten die Russen beschließen, zum offenen Krieg zurückzukehren, werden unsere Sanktionen dafür sofort und spürbar sein. Die Entfernung spielt bereits eine immer geringere Rolle - das haben wir mit unseren Langstreckenfähigkeiten bewiesen." Zugleich wirft er Russland vor, die Waffenruhe an der Front nicht zu respektieren. (Siehe Eintrag um 21:31)

+++ 02:57 Ukraine übergibt Namensliste für Gefangenenaustausch +++

Die Ukraine hat der russischen Seite im Rahmen der Vorbereitungen für einen Gefangenenaustausch eine "Liste mit 1000" Namen übergeben. Wie Ukrinform berichtet, hat das Koordinierungshauptquartier für die Behandlung von Kriegsgefangenen der russischen Seite die Namensliste übermittelt, die nach der Dauer der Gefangenschaft zusammengestellt worden sei.

+++ 01:09 Sabotage an russischer Lokomotive stört Frontnachschub +++

Die Partisanenbewegung Atesh hat Sabotageakte auf einem Eisenbahnabschnitt in der russischen Region Lipezk durchgeführt. Die Agenten hätten eine Güterzuglokomotive außer Gefecht gesetzt, die für militärische Transporte der russischen Streitkräfte eingesetzt war, berichtet Ukrinform mit Verweis auf einen Telegram-Post der Partisanen. Diese Lokomotiven dienen dem Transport von Munition, Treibstoff, Waffen und schwerem Gerät aus dem russischen Hinterland in die Kampfgebiete. Die Störung auch nur einer einzigen dieser Einheiten erschwert die Versorgung der Fronttruppen erheblich und verlangsamt den Transfer von Reserven. "Die außer Gefecht gesetzte Elektrolokomotive kann nun nicht mehr am Transport von Militäreinheiten teilnehmen, was bedeutet, dass ein weiterer Teil des Logistiksystems des Feindes gestoppt wurde", schreiben die Partisanen.

+++ 23:36 Trump: Gefangene in Belarus freigelassen - Danke Lukaschenko für seine Freundschaft +++

Russland und Belarus haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Gefangene freigelassen. "Wir haben soeben die Freilassung von drei polnischen und zwei moldauischen Gefangenen aus belarussischer und russischer Haft erwirkt", schreibt Trump auf seiner Plattform "Truth Social". "Mein Freund, der polnische Präsident Karol Nawrocki, hat sich im vergangenen September mit mir getroffen und mich gebeten, dabei zu helfen, Andrzej Poczobut aus einem belarussischen Gefängnis freizubekommen." Dieser sei nun frei. "Die USA liefern Ergebnisse für unsere Verbündeten und Freunde. Ich danke Präsident Alexander Lukaschenko für seine Kooperation und Freundschaft. Sehr schön!" Wer die anderen Freigelassenen sind und welche Umstände zu den Freilassungen führten, teilt Trump nicht mit.

+++ 22:27 Kriegsgefangenen-Austausch: Selenskyj fordert Trump zur Umsetzung auf +++

Bei der Verkündung der Feuerpause hat US-Präsident Donald Trump auch einen Austausch von je 1000 Kriegsgefangenen beider Seiten angekündigt - wann das passiert, ist bisher allerdings unklar. "Wir erwarten, dass die amerikanische Seite aktiv ist, um für die Umsetzung dieser Vereinbarung zu sorgen", sagt Selenskyj am Sonntagabend.

+++ 21:56 Belgien will Ukraine komplette F-16-Kampfjet-Flotte überlassen +++

Das belgische Verteidigungsministerium will bis 2029 insgesamt 53 F-16-Kampfjets an die Ukraine übergeben, berichten das Nachrichtenmagazin "Le Vif" und die Tageszeitung "Le Soir" übereinstimmend. Der Großteil der Lieferungen solle dabei im letzten Jahr der aktuellen belgischen Legislaturperiode erfolgen. Grundlage hierfür sei ein vor zwei Jahren geschlossenes Sicherheitsabkommen, das unter anderem die Bereitstellung belgischer Jagdbomber plane. Die Übergabe sei jedoch an den Erhalt neuer F-35-Maschinen gekoppelt, welche die F-16-Kampfjets in Belgien schrittweise ersetzen sollen.

+++ 21:31 Selenskyj beklagt brüchige Waffenruhe: Russland "versucht es nicht einmal" +++

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig die Verletzung der zuvor ausgerufenen dreitägigen Waffenruhe vor. "Die Russen setzen die Angriffe in für sie wichtigen Gebieten fort", sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache. "An der Front respektiert die russische Armee die Waffenruhe nicht und versucht es nicht einmal." Das russische Verteidigungsministerium beschuldigt dagegen die Ukraine, binnen 24 Stunden 16.071 Verletzungen der Waffenruhe begangen zu haben - darunter zahlreiche Drohnenangriffe.

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