Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 21:12 Fico darf nicht über Baltikum zu Putins Parade reisen - und versucht über Polen +++
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bietet Polen um die Überflugerlaubnis für seine geplante Reise zum Moskauer Militärparade am 9. Mai. Das polnische Außenministerium bestätigt den Eingang des Antrags - er werde derzeit geprüft. Zuvor hatten Litauen, Lettland und Estland die Durchquerung ihres Luftraums verweigert - wie bereits im vergangenen Jahr. Damals wich Ficos Maschine auf eine Südroute über Ungarn, Rumänien, das Schwarze Meer und Georgien aus. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha dankte den baltischen Staaten ausdrücklich für ihre Entscheidung.
+++ 20:22 Zwei Rentnerinnen bei russischem Angriff auf Nikopol getötet +++
Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainischen Städte Nikopol und Charkiw sind mindestens zwei Frauen ums Leben gekommen. In Nikopol wurden nach Behördenangaben eine 77-Jährige und eine 83-Jährige getötet, sieben weitere Menschen verletzt. Mehrere Wohnhäuser und Autos wurden beschädigt. Im Gebiet Charkiw traf eine Drohne eine Tankstelle in Bohoduchiw – drei Männer wurden verletzt, ein Feuer brach aus. In der Stadt Charkiw selbst wurden bei Angriffen mindestens drei Menschen verletzt. Auch in Pryluky im Gebiet Tschernihiw schlug eine Drohne ein und setzte die dortige Polizeistation in Brand.
+++ 19:44 EU will 90-Milliarden-Kredit für Ukraine freigeben - Ungarn gibt offenbar nach +++
Die EU-Botschafter sollen am Mittwoch die Auszahlung des im Dezember beschlossenen 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine auf den Weg bringen. Dass der Punkt auf die Tagesordnung gesetzt wurde, deutet darauf hin, dass Ungarn seine monatelange Blockade aufgibt. Budapest hatte die notwendige Haushaltsanpassung bisher im Streit um russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline verweigert. Nach der Abwahl von Regierungschef Viktor Orban bei der Parlamentswahl am 12. April scheint der Widerstand nun zu bröckeln.
+++ 19:17 Pistorius: Deutschland muss mehr für Europas Sicherheit tun +++
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht Deutschland in der Pflicht, deutlich mehr für die europäische Sicherheit zu tun. "Aufgrund unserer Größe, unserer Wirtschaftskraft, unserer geostrategischen Rolle steht Deutschland in der Verantwortung, deutlich mehr zu tun als bisher - und natürlich nicht nur für unsere eigene Sicherheit, sondern für die Sicherheit Europas insgesamt", sagte er auf der Hannover Messe. Wirtschaftliche Stärke und Sicherheit seien untrennbar miteinander verbunden, betonte Pistorius. "Ohne Sicherheit keine prosperierende Wirtschaft, ohne wirtschaftliche Stärke keine Sicherheit." Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren sei Sicherheit in Deutschland kein Randthema mehr. "Die Wirtschaft spürt geopolitische Bedrohungen und Risiken unmittelbar. Das macht der Krieg im Iran und der aktuelle Konflikt in der Straße von Hormus allzu deutlich."
+++ 18:47 Video zeigt ukrainischen Angriff auf Militärschiffe vor Krim +++
Die Ukraine meldet einen Angriff auf zwei russische Landungsschiffe vor der Krim. Ziel der Attacke sollen militärische Einrichtungen der Schwarzmeerflotte gewesen sein. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben bislang nicht.
+++ 18:16 Europol identifiziert bei Ermittlungs-Hackathon 45 verschleppte ukrainische Kinder +++
Bei einem zweitägigen Ermittlungs-Hackathon in Den Haag haben 40 Experten aus 18 Ländern Hinweise zu 45 Kindern gesammelt, die Russland aus besetzten ukrainischen Gebieten verschleppt hat. Die Ermittler dokumentierten mögliche Transportrouten, beteiligte Personen sowie Lager, in die Kinder gebracht wurden. Besonders alarmierend: Einige der Kinder sollen inzwischen russischen Militäreinheiten zugeordnet sein. Die Ukraine geht davon aus, dass seit 2022 mehr als 19.500 Kinder gewaltsam deportiert wurden - ein mögliches Kriegsverbrechen, zu dem der IStGH bereits ermittelt.
+++ 17:35 Russen dringen durch stillgelegte Pipeline vor - dann schlagen Kamikaze-Drohnen zu +++
Das ukrainische Militär hat laut eigenen Angaben einen russischen Vorstoß durch eine stillgelegte Gaspipeline in der Grenzregion Sumy abgewehrt. Wie die 71. Luftlandebrigade auf Telegram mitteilte, konnte der Angriff, der auch den Einsatz von Quads und Motorrädern umfasste, rechtzeitig entdeckt und gestoppt werden. Demnach belaufen sich die russischen Verluste auf 35 Tote und 17 Verwundete sowie drei zerstörte Motorräder und vier zerstörte Quads. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche ukrainische Verluste ist nichts bekannt. Ein Video, das die Brigade in sozialen Netzwerken veröffentlichte, zeigt rund ein Dutzend russische Soldaten auf einem offenen Feld, die von Kamikazedrohnen attackiert werden.
+++ 17:07 Rheinmetall beginnt mit Serienproduktion von Drohnenbooten +++
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Hamburger Hafen mit der Serienproduktion von unbemannten Überwasserfahrzeugen begonnen. Zunächst sollen jährlich rund 200 Drohnenboote auf der Werft Blohm+Voss gefertigt werden, teilt Rheinmetall mit. Die Produktion könne auf bis zu 1.000 Einheiten jährlich gesteigert werden. Drohnenboote werden immer wieder erfolgreich von der Ukraine bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges eingesetzt. Rheinmetall stellt das Überwasserfahrzeug gemeinsam mit dem britischen Hersteller Kraken Technology Group her. Das Boot K3 Scout ist je nach Ausstattung militärisch oder zivil einsetzbar. Es wird ferngesteuert und soll in Zukunft auch autonom fahren können.
+++ 16:28 Deutschland bestellt russischen Botschafter ein +++
Das Auswärtige Amt bestellt den russischen Botschafter in Berlin unter Verweis auf "direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland" ein. Diese seien "ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen", erklärt das Außenamt auf X. Deutschland lasse sich "nicht einschüchtern", derartige Drohungen "und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland seien "vollkommen inakzeptabel".
+++ 16:12 Russland zeigt Festnahmen von Deutscher und weiterem Verdächtigen +++
In Russland wird eine Frau mit deutschem Pass festgenommen - laut Geheimdienst soll sie einen Anschlag geplant haben. Ein Video zeigt die Festnahme, doch die Darstellung wirft Fragen auf. Beobachter halten eine Propaganda-Aktion für möglich.
+++ 15:36 Lehrer in Russland lesen Hitler-Rede vor +++
Im russischen Gebiet Tscheljabinsk sind Lehrer offenbar darauf hereingefallen, eine abgeänderte Hitler-Rede vorzutragen. Der belarussische Aktionskünstler Wladislaw Bochan verschickte Briefe an Schulen - angeblich im Namen der Kremlpartei Einiges Russland - mit der Bitte, einen Text für eine "patriotische Aktion" aufzunehmen und an russische Soldaten zu richten. Bei dem Text handelte es sich um Adolf Hitlers Rede vom 1. September 1939, mit der er den Überfall auf Polen begründete. Bochan ersetzte lediglich einzelne Begriffe: "Danzig" wurde zu "Donbass", "Reich" zu "Russland". Acht von zwölf Schulen nahmen Videos auf, in denen Lehrer den Text verlasen. Bochan ist für ähnliche Aktionen bekannt, bei einer davon posierten die Lehrer mit Aluhüte, um ihre "Bereitschaft zum Schutz vor Nato-Satellitenstrahlung zu demonstrieren"; bei einer anderen räumten sie Schulhöfe auf - unter dem Motto "Arbeit macht frei".
Die Aktionen sind Teil eines Langzeitprojekts, das 14 Merkmale des Faschismus nach der Definition des italienischen Philosophen Umberto Eco behandelt. "Ich habe keinen Zweifel, dass in Russland ein Para-Faschismus herrscht", sagte der Künstle Anfang April im Gespräch mit ntv.de. "Sie bekennen sich nicht dazu, aber de facto praktizieren sie ihn. Ich möchte das zeigen."
+++ 14:58 Auswärtiges Amt: Medienberichte zur Festnahme einer Deutschen "zur Kenntnis genommen" +++
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagt zur Festnahme einer Deutschen in Russland, "dass wir Medienberichte dazu zur Kenntnis genommen haben". "Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zum Schutz der Persönlichkeitsrechte grundsätzlich nicht zu Einzelfällen äußern können", heißt es zudem aus dem Auswärtigen Amt. Inhaftierte mit deutscher Staatsangehörigkeit können konsularische Betreuung in Anspruch nehmen.
+++ 14:33 Kreml freut sich über Radews Wahlsieg in Bulgarien +++
Nach dem Sieg des EU-kritischen Ex-Präsidenten Rumen Radew bei der Parlamentswahl in Bulgarien begrüßt Moskau dessen Aufruf zu einem Dialog mit Russland. "Natürlich gefallen uns die Äußerungen von Herrn Radew und einigen anderen europäischen Staatenlenkern bezüglich ihrer Bereitschaft, Probleme durch Dialog zu lösen", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Radews Mitte-links-Bündnis hat nach Angaben der bulgarischen Wahlkommission die Parlamentswahl in dem südosteuropäischen EU- und Nato-Staat gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen konnte Radews Bündnis Progressives Bulgarien demnach am Montag einen deutlichen Sieg für sich verbuchen. Der 62-Jährige hatte im Wahlkampf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau gefordert und sieht Sofia dabei als "ein sehr wichtiges Bindeglied".
+++ 13:58 "Gibt offensichtlich nicht genug Flugabwehr in Russland" +++
Innerhalb kurzer Zeit gelingt es den ukrainischen Streitkräften, den russischen Hafen Tuapse zweimal empfindlich zu treffen. Nicht nur russische Pro-Kriegsblogger sind davon überrascht. ntv-Russlandkorrespondent Rainer Munz fasst die Reaktionen zusammen.
+++ 13:31 Finanzgericht: Verluste aus russischen Staatsanleihen steuerlich nicht anerkannt +++
Durch Sanktionen verursachte Verluste aus russischen Staatsanleihen und Aktien können in Deutschland bei der Einkommensteuer nicht berücksichtigt werden. Das entscheidet das sächsische Finanzgericht in Leipzig im Fall mehrerer Kläger. Diese legten gegen das Urteil bereits Revision zum Bundesfinanzhof ein. Die Kläger hatten in russische Staatsanleihen und sogenannte Hinterlegungsscheine investiert, die das Eigentum an russischen Aktien garantieren. Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und die daraufhin gegen Russland verhängten Sanktionen sind weder die Staatsanleihen noch die Hinterlegungsscheine handelbar und werden von der depotführenden Bank der Kläger gar nicht oder mit null bewertet. Auch erhalten sie keine Dividenden ausbezahlt. Die Kläger wollten daher eine steuerliche Anerkennung ihrer Verluste.
+++ 13:05 Himars-Munitionslieferung für Estland aufgehalten +++
Die Verzögerung bei den US-Rüstungslieferungen betrifft vor allem Estlands Munition für das Himars-Mehrfachraketenwerfersystem, von der ein Teil eigentlich bereits in diesem Jahr hätte eintreffen sollen. Dies berichtet der öffentlich-rechtliche Rundfunk von Estland ERR News. Die USA haben seit dem Iran-Krieg ihre Waffenvorräte erheblich reduziert, Lieferungen von Waffen, die von europäischen Ländern gekauft wurden, wurden verschoben. "Was wir wissen, ist, dass die Munitionslieferungen ausgesetzt wurden, und wir werden versuchen, so viele Informationen wie möglich zu sammeln und herauszufinden, ob dies alle Verbündeten betrifft und für alle von ihnen gelten wird, oder ob beispielsweise Ausnahmen gemacht werden", sagt Verteidigungsminister Hanno Pevkur.
+++ 12:28 Berater des ukrainischen Verteidigungsministers verletzt +++
Bei dem Angriff einer russischen Shahed-Drohne wird der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, verletzt. "Heute Nacht haben die Russen versucht, mich zu töten. Sie haben vier "Shahed"-Raketen auf mich abgefeuert", schreibt Sergej Besrestnow, auf Facebook über einem Bild von sich in einem Krankenhausbett. Eine der Drohnen habe ihr Ziel erreicht und sei in sein Haus eingeschlagen. "Mein Haus gibt es nicht mehr. Ich wurde getroffen, aber das Wichtigste ist: Ich bin wie durch ein Wunder am Leben. Ich war mental auf einen solchen Verlauf der Ereignisse vorbereitet, und das wird mich nicht aufhalten." Der 51-jährige Beskrestnow ist Spezialist für militärische Funktechnologien. Seit Kriegsbeginn ist er an der Front in den Bereichen Funk, elektronische Kriegsführung und Aufklärung aktiv und damit auch für den Drohnenkampf. Im Januar 2026 wurde er von Verteidigungsminister Fedorow zu dessen Berater auf dem Gebiet ernannt.
+++ 12:05 Inflation in Russland steigt +++
Der Anstieg der Ölpreise durch den Iran-Krieg verschafft Russland zwar kurzfristig zusätzliche Einnahmen – hat allerdings einen Haken: So steigt die Inflation in dem Land erneut. Wie "Kyiv Independent" berichtet, erschwert dies die Bemühungen der Zentralbank, die ohnehin schon angespannte Kriegswirtschaft zu stabilisieren. Daten der russischen Statistikbehörde Rosstat zeigen laut der Nachrichtenagentur Interfax, dass sich der Preisanstieg in der ersten Aprilwoche im Jahresvergleich auf 5,95 Prozent beschleunigt hat.
+++ 11:34 Die ersten Erkenntnisse zum angeblichen Anschlagsplan in Russland +++
Russische Behörden melden die Festnahme von zwei Terrorverdächtigen, die im Auftrag der Ukraine einen Anschlag geplant haben sollen. Eine der Festgenommenen ist eine Frau mit deutschem Pass. ntv-Korrespondent Rainer Munz fasst die ersten Erkenntnisse zum Vorfall zusammen.
+++ 10:59 Russische Behörden verbieten offenbar Filmen eines leeren Platzes +++
In Russland tritt einem Medienbericht zufolge ein neues bizarres Verbot in Kraft: In Tomsk darf nicht mehr der Ort gefilmt werden, wo am Sonntag ein Denkmal auf dem Gedenkplatz für die Opfer politischer Repression abgerissen wurde. Wie die "Nowaja Gazeta" berichtet, waren unter anderem der "Stein der Trauer" und auch ein Denkmal, das den unterdrückten Völkern gewidmet war, entfernt worden. Laut Augenzeugen sollen sie buchstäblich von Traktoren überrollt worden sein. Das Rathaus von Tomsk erließ dem Bericht zufolge eine Mitteilung, in der der Zugang zum Park aufgrund der "Einsturzgefahr einer Garage" am Hang einer Schlucht eingeschränkt wurde. "Sibirian Express" zitiert einen Augenzeugen, der filmen wollte und dessen Handy vom FSB beschlagnahmt wurde.
+++ 10:28 FSB: Deutsche sollte angeblich bei Anschlag in die Luft gesprengt werden +++
Die heute in Russland festgenommene Deutsche sollte angeblich bei einem Anschlag in die Luft gesprengt werden. Dies erklärt zumindest der russische Inlandsgeheimdienst FSB. Ein 1997 geborener Staatsangehöriger eines zentralasiatischen Landes habe einen Sprengsatz in einem Rucksack der Frau per Fernsteuerung zünden sollen, wobei "die Frau vor Ort sterben sollte". Der Sprengsatz soll eine Ladung von 1,5 Kilogramm TNT enthalten haben (siehe Eintrag um 09:00).
+++ 10:02 Zahl der Toten nach Schusswaffenangriff in Kiew steigt +++
Die Zahl der Todesopfer nach einem Schusswaffenangriff in Kiew am Samstag erhöht sich. Einer der Verletzten ist im Krankenhaus gestorben, wie der Sender Suspilne unter Berufung auf Bürgermeister Vitali Klitschko berichtet. Insgesamt beklagt die Ukraine damit sieben Tote durch den Angriff. Derzeit befinden sich noch sieben Verletzte, darunter ein Kind, in den Krankenhäusern der Hauptstadt. Vier Erwachsene werden noch auf der Intensivstation behandelt.
+++ 09:34 Russische Blogger kritisieren Rückstand bei Drohnenentwicklung +++
Russische Militärblogger beklagen, dass die russischen Streitkräfte bei der Einführung von Drohnen hinterherhinken, und machen dafür die grassierende Vetternwirtschaft verantwortlich. Dies berichtet das Institute for the Study of War. "Die Tatsache, dass wir derzeit in Bezug auf Technologien und Einrichtungen der 'kleinen Luft' hinter dem Gegner zurückliegen, ist eine objektive Realität“, heißt es in einem russischen Telegram-Kanal.
+++ 09:00 Deutsche wegen Terrorverdachts in Russland festgenommen +++
In der russischen Region Stawropol ist eine deutsche Staatsbürgerin festgenommen worden. Ihr werde die Planung eines "Terroranschlags" auf eine Einrichtung der Sicherheitsbehörden vorgeworfen, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax. Sie soll demnach an einem von Kiew geplanten Terroranschlag auf eine Polizeiwache in der Region Stawropol beteiligt gewesen sein. In ihrem Rucksack sei Sprengstoff gefunden worden. Die Festnahme der 1969 geborenen Frau sei in der Kaukasusstadt Pjatigorsk erfolgt, berichten mehrere Staatsmedien unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst FSB. Sie sei von einem Bürger eines zentralasiatischen Landes in das Komplott hineingezogen worden. In Russland gibt es seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine wiederholt Attentate, Bombenanschläge und andere Angriffe, bei denen Zivilisten oder Uniformierte getötet wurden. Der FSB meldet zudem immer wieder angeblich verhinderte Terroranschläge und Festnahmen von Verdächtigen, denen Verbrechen im Auftrag ukrainischer Geheimdienste vorgeworfen werden.
+++ 08:26 Russland greift mit Dutzenden Drohnen an +++
In der Region Sumy kommen ukrainischen Angaben zufolge in den vergangenen 24 Stunden drei Menschen durch russischen Beschuss ums Leben. In der Ortschafte Werchnyosyrowaska wurde ein 75-jähriger Mann durch Drohnenangriffe verletzt, in Nedryhaylivska eine 86-jährige Frau und in Velykypysarivska ein 51-jähriger Mann, berichtet der Sender Suspilne. Russische Truppen führten demnach fast 70 Angriffe auf 23 Siedlungen in 13 territorialen Gemeinden der Region durch. Die meisten Beschussereignisse werden in den Distrikten Sumy und Shostka verzeichnet. In Kiew wird nach Angaben der "New Voice of Ukraine" ein Mann bei einem russischen Angriff verletzt. Insgesamt hat Russland die Ukraine nach offiziellen Angaben mit 142 Drohnen angegriffen, 113 wurden abgeschossen.
+++ 08:14 Bericht: Bund leitet Privatisierung von früherer Gazprom-Tochter ein +++
Die Bundesregierung startet die Privatisierung der nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verstaatlichten früheren Gazprom-Tochter Securing Energy for Europe (Sefe). Dies sagt der Chef des Energiekonzerns, Egbert Laege, in einem Interview der "Financial Times". Vorgaben der EU verlangen, dass der Bund seinen Anteil bis 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduziert. Das Unternehmen war 2022 nach der russischen Vollinvasion von der Bundesregierung verstaatlicht worden.
+++ 07:42 Russische Behörden sollen Zahlungen für Hinterbliebene von Soldaten kürzen +++
Die lokalen Behörden in mehreren russischen Regionen kürzen offenbar aufgrund von Haushaltsdefiziten die Vergütungen für Militäraufträge. Dies berichtet Radio Swoboda. Demnach beginnen einige Städte zudem damit, die Kinderbetreuungsleistungen und sogar die Brennholzzuschüsse für Militärfamilien zu reduzieren. Auch die regionalen Einmalzahlungen an die Angehörigen gefallener Soldaten sollen niedriger ausfallen. Im Februar 2026 habe die Region Kemerowo die regionale Einmalzahlung an die Angehörigen gefallener Soldaten um den Faktor drei, von 3 Millionen auf 1 Million Rubel gesenkt, heißt es weiter. Dieser Betrag war demnach seit Kriegsbeginn unverändert geblieben. Experten führten dies auf die erheblichen Haushaltsdefizite zurück, mit denen viele russische Regionen derzeit konfrontiert sind.
+++ 07:08 Militärhistoriker: "Vollkommen irrsinniges System" in russischer Armee +++
Die Gewalt in der russischen Armee könnte laut einem Militärhistoriker sogar noch schlimmer sein als zu Zeiten von Diktator Stalin. Da sich Russland nicht offiziell im Krieg befindet, gilt auch nicht das Kriegsrecht, wie Matthias Uhl im "Spiegel" feststellt. "Die russische Militärführung hat also keine rechtliche Handhabe, Befehlsverweigerer oder Deserteure hinzurichten. Das Schlimmste wäre vielleicht der Militärknast." Deshalb müssten die Soldaten durch andere Praktiken diszipliniert werden. "Die werden nackt ausgezogen, gedemütigt, an Bäume gebunden oder sie kommen in die sogenannte Grube, wo sie tagelang ohne Essen und Trinken ausharren müssen." Auch gebe es die weitverbreitete Praxis der "Bnulenije", des auf Null Zurücksetzen: "Da werden Soldaten, die zum Problem geworden sind, sehenden Auges in Einsätze geschickt, bei denen klar ist, dass sie sterben werden." Hinzu kommt die schlechte Ausbildung der russischen Soldaten. "Das ist ein vollkommen irrsinniges System, das dazu führt, dass die Menschen massenweise sterben."
+++ 06:37 Der Papst stellt sich auf die Seite der Ukraine +++
Papst Leo XIV. zeigt sich solidarisch mit der Ukraine angesichts der eskalierenden Angriffe auf Zivilisten. "Ich bin zutiefst betrübt über die jüngste Eskalation der Angriffe auf die Ukraine, unter denen die Zivilbevölkerung weiterhin leidet“, schreibt er auf X. "Ich bekunde meine Solidarität mit den Leidenden und versichere dem gesamten ukrainischen Volk meine Gebete. Ich erneuere meinen Appell, die Waffen zum Schweigen zu bringen und den Weg des Dialogs zu beschreiten." Die Äußerungen des Papstes kommen nur wenige Tage, nachdem Russland einen tödlichen Massenraketenangriff auf ukrainische Städte gestartet hatte, bei dem mindestens 17 Zivilisten getötet und über 100 verletzt wurden. In derselben Woche erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, die Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit der Ukraine habe für den Kreml keine "oberste Priorität".
+++ 06:11 Brand nach ukrainischem Drohnenangriff in Tuapse +++
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Kurstadt Tuapse in der südwestrussischen Region Krasnodar wird nach Angaben des Regionalgouverneurs ein Mann getötet. Ein weiterer Mann sei bei dem zweiten Angriff auf den Seehafen binnen weniger Tage verletzt und medizinisch versorgt worden, teilt Regionalgouverneur Wenjamin Kondratjew mit. Er spricht der Familie des Todesopfers sein "tiefstes Beileid" aus. Trümmerteile der Drohne beschädigten Kondratjew zufolge Fensterscheiben in Gebäuden in der gesamten Stadt, darunter in Wohnungen, einer Grundschule, einem Kindergarten, einem Museum und einer Kirche. Am Donnerstag waren bei einem Angriff in Tuapse dem Regionalgouverneur zufolge bereits ein 14-jähriges Mädchen und eine junge Frau getötet worden.
+++ 05:40 Bekommt Ungarn heute wieder Öl aus der Druschba-Pipeline? +++
Dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban zufolge hat sein Land über die EU die Information aus der Ukraine erhalten, dass man dort bereit sei, die Öllieferungen über die Druschba-Pipeline heute wieder aufzunehmen. Dafür solle Ungarn seine Blockade des 90-Milliarden-Euro-Kredits aufgeben. "Die Position Ungarns hat sich nicht geändert: kein Öl = kein Geld. Sobald die Öllieferungen wieder aufgenommen werden, werden wir der Genehmigung des Kredits nicht länger im Wege stehen", schreibt Orban auf X.
+++ 03:30 Selenskyj: Russland könnte mit Sperrung von sozialen Netzwerken Unruhen verhindern wollen +++
Die Rekrutierung von Freiwilligen in Russland für den Krieg gegen die Ukraine läuft schlecht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt im Fernsehen, dass Russland den Zugang zu sozialen Netzwerken einschränken könnte, um Unruhen infolge einer allgemeinen Mobilmachung für eine neue Großoffensive zu verhindern. Um eine solche Mobilisierung drückt sich Moskau seit Jahren, da sie in der Bevölkerung unbeliebt ist. Selenskyj hält zum Beispiel Unruhen in zentralen Städten wie Moskau und St. Petersburg für möglich.
+++ 23:26 Militärökonom: Russland wird den Krieg verlieren +++
Der Militärökonom Marcus Keupp geht davon aus, dass Russland den Krieg verlieren wird. Im Interview mit CH Media sagt er: "Sie merken das am Zurückschrauben der russischen Kriegsziele. Mittlerweile ist nicht mal mehr die Rede von den vier Oblasten, die man vollständig besetzen will. Sie sehen, wie die inneren wirtschaftlichen Probleme in Russland langsam durchschlagen: Die Inflation steigt stark an, die Produktivkraft sinkt, den enormen Opfern steht bisher kein Ertrag gegenüber. Sie sehen auch, dass die Taktik der Russen – wir schieben die Front, egal, was es an Menschenleben kostet, Kilometer für Kilometer voran – immer weniger funktioniert." Kremlchef Wladimir Putin gingen langsam nicht nur die militärischen Systeme aus, sondern auch die Menschen, so Keupp. "Er muss laufend die Mobilisierungsprämien erhöhen. Und Sie sehen eben auch, dass die Ukraine technologisch laufend besser wird."
+++ 22:28 Ukraine dringt auf europäisches Raketenabwehrsystem +++
Europa muss nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein eigenes Abwehrsystem gegen ballistische Raketen aufbauen. Die Ukraine führe bereits Gespräche mit mehreren Staaten über dessen Entwicklung, sagt Selenskyj im Fernsehen. "Wir müssen innerhalb eines Jahres unser eigenes System zur Abwehr ballistischer Raketen aufbauen", erklärt er. Dies sei eine extrem schwierige, jedoch realistische Aufgabe. Er habe das Vorhaben bereits mit wichtigen europäischen Ländern besprochen, ohne diese namentlich zu nennen. Der Schutz vor solchen Angriffen gehört zu den größten Herausforderungen für die Ukraine, da Russland mit diesen Waffen gezielt Kraftwerke und Stromnetze des Landes angreift. Bislang können nur bestimmte Raketen des US-Systems Patriot die russischen Geschosse abfangen. Diese sind jedoch wegen ihres verstärkten Einsatzes in der Golfregion zunehmend knapp. Das einzige europäische System, das französisch-italienische SAMP/T, wird in relativ geringen Stückzahlen produziert.
+++ 22:04 "Keine Belohnung für Russland" - US-Beamter verteidigt verlängerte Lockerung der Ölsanktionen +++
Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, verteidigt die Entscheidung der USA, die Lockerung der russischen Ölsanktionen zu verlängern. "Das ist keine Belohnung für Russland. Das ist absurd", sagt Waltz in einem Interview mit Kristen Welker in der NBC-Sendung "Meet the Press". Das US-Finanzministerium entschied am 17. April, die Sanktionsausnahmeregelung zu verlängern.
+++ 21:10 Selenskyj: Attacken auf Ölindustrie bescheren Russland Verluste in Milliardenhöhe im März +++
Die ukrainischen Langstreckenangriffe auf die russische Ölindustrie haben laut Wolodymyr Selenskyj allein im März Milliardenverluste für Moskau zur Folge. "Unsere Langstrecken-Sanktionen zeigen weiterhin Wirkung - ich bin all unseren Kämpfern für ihre Präzision dankbar", sagt der ukrainische Präsident in seiner abendlichen Videoansprache. "Allein im März belaufen sich Russlands Öleinnahmenverluste durch unsere Langstreckenfähigkeiten schätzungsweise auf mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar. In nur einem Monat. Wir setzen diese Arbeit im April fort." Zudem äußert Selenskyj sein Bedauern über die Entscheidung der USA, die Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland zu verlängern. "Diese Entscheidung wird der Diplomatie keinen wirklichen Nutzen bringen - und jeder Dollar aus dem Ölgeschäft ermutigt Russland nur, den Krieg fortzusetzen."
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