Iran-Krieg im Liveticker+++ 15:38 Iran-Krieg spaltet Brics-Staaten - keine Abschlusserklärung nach Zwist mit Emiraten +++
Der Iran-Krieg entzweit auch nicht-westliche Staaten. Ein Treffen der Außenminister der sogenannten Brics-Staaten in Neu-Delhi ist ohne eine gemeinsame Abschlusserklärung zu Ende gegangen. Grund waren gravierende Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das Gastgeberland Indien veröffentlichte lediglich eine Erklärung, in der es auf unterschiedliche Ansichten zur Lage im Nahen Osten hinwies. Die Brics-Staaten sind ein Bündnis von Ländern an der Schwelle zur Transformation in Industriestaaten. Sie wollen ein Gegengewicht zur westlich dominierten Vereinigung der G7-Staaten bilden. Mitglieder sind Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika, Äthiopien, Ägypten, der Iran und die VAE. Der Iran hatte gefordert, den Krieg der USA und Israels gegen sein Land zu verurteilen. Er warf den Emiraten zudem eine direkte Beteiligung an militärischen Einsätzen vor. Außenminister Abbas Araghtschi sagte auf einer Pressekonferenz, ein namentlich nicht genanntes Brics-Mitglied habe Teile der Erklärung blockiert. Er erklärte weiter, der Iran habe keine Probleme mit diesem bestimmten Land. Der Iran greife lediglich US-Militärstützpunkte an, die sich bedauerlicherweise auf dessen Boden befänden. Das iranische Militär hat die Emirate seit Beginn des Krieges am 28. Februar mehrfach mit Raketen und Drohnen angegriffen. Eine Stellungnahme der VAE lag zunächst nicht vor. Vor allem Indien leidet unter der Blockade der Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweit verschifften Öls transportiert wurde.
+++ 15:08 Trump: Bei der Suche nach angereichertem Uran im Iran geht es "um Außenwirkung" +++
US-Präsident Donald Trump hat die Suche nach den Vorräten an hoch angereichertem Uran im Iran als Frage der politischen Außenwirkung dargestellt. "Ich denke, es geht eher um Außenwirkung als um alles andere", sagte Trump in einem während seines Besuchs in China geführten Interview mit Moderator Sean Hannity im Nachrichtensender Fox News. "Ich würde mich einfach besser fühlen, wenn ich es bekäme", sagte Trump zu den Beständen, die sich derzeit noch im Iran befinden sollen. "Die Alternative wäre, es wieder zu bombardieren", fügte der Präsident an. Er würde sich aber "einfach besser fühlen, wenn wir es bekommen, und wir werden es bekommen". Trump reagierte auf Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Dieser hatte in einem Interview erklärt, der Krieg gegen den Iran sei "nicht vorbei", weil das sensible Nuklearmaterial aus dem Iran geschafft werden müsse.
+++ 14:30 Trump und Merz telefonieren: Kanzler sieht sich mit US-Präsident einig bei Iran +++
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht sich mit US-Präsident Donald Trump einig mit Blick auf das weitere Vorgehen im Iran-Krieg. Beide hätten während Trumps Rückreise aus China ein "gutes Telefonat" geführt, schreibt Merz im Online-Dienst X. "Wir sind uns einig: Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch. Die Straße von Hormus muss geöffnet werden. Teheran darf keine Nuklearwaffen haben." Trump hatte heute seinen Besuch in China beendet. Chinas Staatschef Xi Jinping äußerte nach Trumps Darstellung dabei die Bereitschaft, bei der Öffnung der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus zu helfen. Zudem habe Peking zugesagt, Teheran nicht militärisch zu unterstützen. In den vergangenen Wochen hatten Äußerungen von Merz zum Iran-Krieg für Verstimmung in Washington gesorgt. Der Kanzler hatte den USA vorgeworfen, "offensichtlich keine Strategie" im Irak-Krieg zu haben und sagte mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Teheran, da werde "eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung". Trump hatte erbost auf die Äußerungen des Kanzlers reagiert und Merz Ende April vorgehalten, er wisse nicht, wovon er rede. Der Präsident machte wiederholt klar, dass er sich von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten nicht ausreichend unterstützt fühlte. Anfang Mai kündigte er dann den Rückzug Tausender US-Soldaten aus Deutschland an.
+++ 14:00 Iran: Russland hat Hilfe im Atomstreit angeboten +++
Russland bietet iranischen Angaben zufolge im Atomstreit mit dem Westen Hilfe an. "Ich habe Präsident (Wladimir) Putin in Russland getroffen, und wir haben auch über Uran gesprochen", sagt Irans Außenminister Abbas Araghtschi bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi. Er dankt der russischen Regierung für ihren "Vorschlag". Araghtschi bestätigt damit am Rande des Außenminister-Treffens der Brics-Staatengruppe Worte von Putin. Der Kremlchef hatte nach den Feierlichkeiten zum Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg erklärt, Russland sei bereit, hochangereichertes Uran aus dem Iran zur Lagerung zu übernehmen.
+++ 13:34 Emirate wollen mit Ölpipeline-Projekt die Straße von Hormus umgehen +++
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen ihre Abhängigkeit bei Öllieferungen durch die Straße von Hormus verringern und beschleunigen daher den Bau einer neuen Ölpipeline. Der Kronprinz habe den staatlichen Ölkonzern ADNOC angewiesen, das Projekt "West-East Pipeline" voranzutreiben, teilt die Pressestelle der Regierung in Abu Dhabi mit. Die Pipeline sei bereits im Bau und solle 2027 in Betrieb gehen. Damit solle die Exportkapazität über den Hafen Fudschaira bis 2027 verdoppelt werden. Der ursprüngliche Zeitplan für das Projekt wurde nicht bekannt gegeben.
+++ 12:40 Straße von Hormus aus Irans Sicht nur für Feinde gesperrt +++
Die Straße von Hormus ist aus Sicht der iranischen Regierung nur für ihre Feinde gesperrt. "Die Straße von Hormus ist aus unserer Sicht nicht geschlossen, insbesondere nicht für befreundete Länder. Sie ist nur für unsere Feinde geschlossen", sagt Außenminister Abbas Araghtschi am Rande des Außenminister-Treffens der Brics-Staatengruppe in Neu-Delhi. Irans Chefdiplomat stellt überraschend auch eine Aufhebung von Einschränkungen durch die iranische Marine in Aussicht. Araghtschi nennt dafür als Voraussetzung ein Ende des Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar gegen den Iran begonnen hatten. "Dann werden wir sicherstellen, dass die sichere Passage für jedes einzelne Schiff garantiert ist", sagt er.
+++ 11:14 Trump: Xi und ich denken sehr ähnlich über den Iran +++
Der chinesische Staatschef Xi Jinping und Donald Trump denken nach Aussage des US-Präsidenten "sehr ähnlich" über den Iran. "Wir wollen, dass das endet. Wir wollen nicht, dass sie eine Atomwaffe besitzen", sagt Trump beim Gipfel in Peking. "Wir wollen, dass die Meerengen offen sind, und wir wollen, dass sie es beenden, denn es ist eine verrückte Sache." Er fügt hinzu: "Sie sind ein bisschen verrückt. Und das ist nicht gut. Das geht nicht. Sie dürfen keine Atomwaffe besitzen." Er habe mit dem chinesischen Staatschef über den Iran gesprochen.
+++ 09:25 Trump nach China-Besuch auf Rückweg in die USA +++
US-Präsident Donald Trump ist nach seinem mehrtägigen Staatsbesuch in China wieder auf dem Rückweg in die USA. Der Republikaner stieg auf dem Hauptstadtflughafen in Peking in die Air Force One und reckte zur Verabschiedung noch eine geballte Faust in die Luft. Es war nach 2017 bereits der zweite Staatsbesuch Trumps in China. Die beiden größten Volkswirtschaften tauschten sich auch über den Iran-Krieg aus. Peking soll nach Angaben Trumps ein nicht näher ausgeführtes Hilfsangebot unterbreitet haben. China erneuerte indes die Forderung nach einer dauerhaften Waffenruhe (Eintrag 06:09 Uhr).
+++ 09:05 IDF ruft Bewohner von fünf libanesischen Ortschaften zur Evakuierung auf +++
Die israelische Armee (IDF) ruft die Bewohner von fünf Ortschaften im Süden des Libanon zur sofortigen Evakuierung auf. Angesichts der "Verletzung des Waffenruheabkommens durch die terroristische Hisbollah" sähen sich die Streitkräfte "gezwungen, mit aller Härte gegen sie vorzugehen", sagt der arabischsprachige Sprecher der IDF, Avichai Adraee, bei X. Adraee nennt fünf Dörfer in der Nähe der Stadt Tyros an der Küste im Süden des Libanon. Die Bewohner sollten unverzüglich ihre Häuser verlassen und sich mindestens einen Kilometer entfernt von den Dörfern und Städten aufhalten. Die israelische Armee erklärte am Freitag, dass einer ihrer Soldaten im Süden des Libanon getötet worden sei. Nähere Angaben machte sie nicht.
+++ 08:16 Trump: Xi zu Hilfe bei Hormus-Öffnung bereit +++
Nach den Worten von US-Präsident Donald Trump stellt China auch Hilfe bei der Öffnung der Straße von Hormus für Öl- und Gastransporte in Aussicht. In einem Interview mit Fox News sagt er laut vorab verbreiteten Auszügen, der chinesische Präsident Xi Jinping habe ihm mit Blick auf die Meerenge zugesichert: "Wenn ich in irgendeiner Weise helfen kann, würde ich gerne helfen." Die Straße von Hormus ist von Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs weitgehend blockiert. Das US-Militär sperrt seinerseits die iranischen Häfen an der Schifffahrtsstraße. China als wichtiger Abnehmer iranischen Öls dringt auf eine rasche Öffnung der Meerenge, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte verläuft.
+++ 07:43 Trump: USA und China wollen Iran am Besitz von Atomwaffen hindern +++
China und die USA sind sich nach den Worten von US-Präsident Donald Trump einig, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen darf. Darüber habe er mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gesprochen, sagt Trump zum Abschluss seines Besuches in China. Zudem seien sich China und die USA einig darüber, dass sie "die Meerenge offen" wollten, fürht Trump mit Blick auf die für die internationale Schifffahrt wichtige Straße von Hormus weiter aus. "Wir haben viele verschiedene Probleme gelöst, die andere nicht hätten lösen können."
+++ 06:09 China fordert dauerhafte Waffenruhe im Iran-Krieg +++
Nach US-Präsident Donald Trumps Äußerung über ein angebliches chinesisches Hilfsangebot im Iran-Krieg erneuert Peking seine Forderung nach einer dauerhaften Waffenruhe. Die Schifffahrtswege sollten so schnell wie möglich wieder geöffnet werden, teilt das Außenministerium in Peking mit Blick auf die Straße von Hormus mit. Es brauche eine umfassende und dauerhafte Waffenruhe, um die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität in der Golfregion voranzutreiben, so die Behörde weiter.
+++ 04:28 Trump droht Iran: "Werde nicht mehr lange geduldig sein" +++
US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit dem Ende seiner Geduld. "Ich werde nicht mehr lange geduldig sein", sagt Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News. Der Iran solle ein Abkommen schließen. Das angereicherte Uran des Iran könne sicher verschlossen gelagert werden. Er hätte es lieber in den USA.
+++ 03:39 Experten: Blockade der Straße von Hormus bringt Wale in Südafrika in Gefahr +++
Tausende Kilometer vom Nahost-Konfliktgebiet entfernt leiden auch viele Wale in den Gewässern vor Südafrika unter den Folgen der Blockade der Straße von Hormus, warnt die Internationale Walfang-Kommission (IWC). Viele Schiffe umfahren derzeit die Meerenge, womit sich das Verkehrsaufkommen vor Südafrikas Küste deutlich erhöht. Für Wale steige damit die Gefahr tödlicher Kollisionen mit Schiffen massiv.
+++ 02:27 Israel-Libanon-Gespräche verlaufen laut US-Angaben "positiv" +++
Die jüngsten Gespräche in Washington im Bemühen um eine Friedenslösung zwischen Israel und dem Libanon sind nach US-Angaben bislang "positiv" verlaufen. Es habe am Donnerstag "produktive Gespräche" gegeben, sagt ein ranghoher Vertreter des US-Außenministeriums. An diesem Freitag werde es ein weiteres Treffen geben, fügt er hinzu.
+++ 01:23 Bericht: Vergeltungsattacken von Saudi-Arabien und der Emirate gegen Iran +++
Als Vergeltung für iranische Angriffe auf das eigene Staatsgebiet sollen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate einem Medienbericht zufolge während des jüngsten Konflikts im Nahen und Mittleren Osten ihrerseits Ziele im Iran attackiert haben. Es sei das erste Mal gewesen, dass die beiden arabischen Länder den Iran direkt angriffen, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf aktuelle und ehemalige ranghohe US-Beamte. Der Zeitpunkt und die Ziele der unabhängig voneinander durchgeführten Attacken sind bisher unbekannt.
+++ 00:42 Irakisches Parlament spricht neuer Regierung das Vertrauen aus +++
Das irakische Parlament hat der neuen Regierung unter Ministerpräsident Ali al-Saidi das Vertrauen ausgesprochen. Dies teilt das Büro des Regierungschefs mit. Das Vertrauen ist erteilt, wenn das Parlament mehr als die Hälfte der Minister bestätigt. Von den geplanten 23 Ministern sind nun 14 bestätigt, über die weiteren Posten werde noch verhandelt, meldet die Nachrichtenagentur Ina.
+++ 23:38 US-Repräsentantenhaus lehnt Resolution zu Iran-Krieg ab +++
Das US-Repräsentantenhaus lehnt eine von den Demokraten eingebrachte Resolution zur Beendigung des Iran-Krieges äußerst knapp ab. Die Vorlage scheitert mit 212 zu 212 Stimmen, da für eine Verabschiedung eine einfache Mehrheit erforderlich ist. Ziel der Initiative ist es, den Militäreinsatz von US-Präsident Donald Trump zu stoppen, bis der Kongress diesen genehmigt. Es ist die dritte Abstimmung in der Kammer über eine solche Resolution in diesem Jahr. Die Ergebnisse werden dabei zunehmend knapper. Trumps Republikaner verfügen nur über eine dünne Mehrheit. Auch im Senat scheiterte am Mittwoch eine ähnliche Vorlage mit 50 zu 49 Stimmen knapp.
+++ 22:16 Bericht: Internet im Iran soll im Juni wieder freigeschaltet werden +++
Im Iran soll das Internet einem Bericht zufolge nach mehr als 75 Tagen Anfang Juni wieder freigeschaltet werden. Ein von Vizepräsident Mohammed-Reza Aref geleiteter "Sonderstab" solle in der kommenden Woche die notwendigen Schritte einleiten, damit das Internet in der ersten Juni-Woche wieder für alle Bürger verfügbar werde, berichtet die Tageszeitung "Etemad" auf ihrem Webportal unter Berufung auf Regierungskreise. Die Regierung hatte den Internetzugang seit Kriegsbeginn nahezu vollständig blockiert. Seither können die fast 90 Millionen Iraner nur auf staatlich genehmigte Webseiten zugreifen. Offiziell begründet der Staat die Sperre mit Sicherheitsbedenken. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Führung vor allem verhindern wollte, dass Berichte, Bilder und Videos über das tatsächliche Ausmaß der Kriegsschäden sowie über die Stimmung im Land in sozialen Medien verbreitet werden.
+++ 21:25 Deutschland stellt weitere Beiträge für Hormus-Einsatz in Aussicht +++
Berlin stellt weitere Beiträge zu einer möglichen multinationalen Initiative zur Sicherung der Straße von Hormus in Aussicht. Deutschland könne auch durch Minenabwehrsysteme, Minentaucher und spezialisierte Kräfte zum Schutz von Schiffen unterstützen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Außerdem sei "eine hochrangige Beteiligung deutscher Stabsoffiziere in den Führungsstäben der Mission" möglich. Allerdings müssten mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: "Diese umfassen neben der Beendigung der Kampfhandlungen eine klare völkerrechtliche Grundlage sowie ein Mandat des Deutschen Bundestages." Bislang waren ein Minenjagdboot und ein Versorgungsschiff für den möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vorgesehen.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.