Wirtschaft

Ausweg für Öl über Fudschaira Emirate bauen Pipeline an der Straße von Hormus vorbei

15.05.2026, 14:06 Uhr
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Ein-Feuer-und-Rauchschwaden-steigen-auf-nachdem-Truemmer-einer-abgefangenen-iranischen-Drohne-nach-Angaben-der-Behoerden-in-Fudschaira-Vereinigte-Arabische-Emirate-eine-Oeleinrichtung-getroffen-haben
Fudschaira ist nicht von iranischen Angriffen verschont geblieben: Rauchschwaden steigen auf, nachdem Trümmer einer abgefangenen Drohne auf die Ölinfrastruktur gefallen sind. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Im Iran-Krieg ist Fudschaira eine lebenswichtige Versorgungsader für die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Hafenstadt befindet sich außerhalb der Straße von Hormus am Golf von Oman. Der staatliche Ölkonzern Adnoc baut jetzt eine Pipeline dorthin.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen ihre Abhängigkeit bei Öllieferungen durch die Straße von Hormus verringern und beschleunigen daher den Bau einer neuen Ölpipeline. Der Kronprinz habe den staatlichen Ölkonzern Adnoc angewiesen, das Projekt "West-East Pipeline" voranzutreiben, teilt die Pressestelle der Regierung in Abu Dhabi mit. Der Bau der Pipeline hat demzufolge bereits begonnen.

Die Röhre soll 2027 in Betrieb gehen und die Ölfelder der Emirate mit dem Hafen von Fudschaira verbinden. Dieser befindet sich an der Küste des Golfs von Oman. Die VAE können mit der Pipeline also die Straße von Hormus umgehen und damit neue Kapazitäten für Ölexporte schaffen.

Adnoc besitzt bereits eine 406 Kilometer lange Pipeline von seinen Ölfeldern nach Fudschaira. Darüber können die VAE den Angaben zufolge 1,5 Millionen Barrel Öl täglich exportieren. Die Verbindung ist somit eine lebenswichtige Versorgungsader für die Ölwirtschaft der Emirate. Die Pipeline kann jedoch weniger als die Hälfte der üblichen Exportmengen von Adnoc befördern. Mit der neuen Röhre sollen sich die Kapazitäten auf 3 Millionen Barrel täglich verdoppeln.

Vorteil für Saudi-Arabien und VAE

Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen dem Iran und Oman und eine wichtige Anbindung der ölreichen Golfstaaten zu den Weltmeeren. Vor dem Iran-Krieg wurden etwa ein Fünftel der weltweiten Ölexporte über die Meerenge verschifft, die meisten nach Asien. Seit dem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran Ende Februar ist die Straße von Hormus faktisch geschlossen.

Die Energiepreise sind infolge der Lieferunterbrechung stark gestiegen. Die VAE und Saudi-Arabien sind die einzigen Golf-Produzenten mit Pipelines, die Rohöl außerhalb der Straße von Hormus exportieren können. Andere Golfstaaten wie Kuwait, der Irak, Katar und Bahrain sind für ihre Schiffslieferungen fast vollständig auf die Meerenge angewiesen.

Die Pipelines der Vereinigten Arabischen Emirate und von Saudi-Arabien sind bisher nicht zum Ziel iranischer Angriffe geworden, andere Energieinfrastrukturen dagegen schon. Iranische Drohnen griffen etwa eine Gasaufbereitungsanlage in Habshan in der Nähe der Ölfelder der Emirate an. Dort befinden sich zudem der Ausgangspunkt der ersten Pipeline nach Fudschaira. Auch der Hafen der Stadt hat durch mehrere Angriffe Schäden davongetragen. Der Schiffsverkehr wurde dadurch vorübergehend lahmgelegt.

Quelle: ntv.de, chr/rts

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