Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 01:48 Selenskyj wirft US-Vermittlern Respektlosigkeit vor +++

20.04.2026, 00:07 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft den US-Vermittlern Steve Witkoff und Jared Kushner fehlenden Respekt vor der Ukraine vor. "Es ist respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen", sagt der Staatschef in einem Interview für das staatliche Nachrichtenprogramm. Er verstehe zwar die Schwierigkeiten bei der Anreise in das Kriegsland, doch würden auch andere nach Kiew reisen. Mit Blick auf einen solchen Besuch vor Ort sagt Selenskyj: "Das brauchen nicht wir, sondern sie." Zugleich hob er hervor, dass für ihn das Resultat und nicht der Ort der Gespräche entscheidend sei. 

+++ 00:15 Ukraine will binnen eines Jahres eigenes Raketenabwehrsystem entwickeln +++

Die Ukraine will innerhalb eines Jahres ein eigenes Raketenabwehrsystem entwickeln – mit Hilfe europäischer Partner und unabhängig vom US-amerikanischen Patriot. Das kündigt Präsident Wolodymyr Selenskyj im ukrainischen Fernsehen an. Gespräche mit mehreren Partnerländern liefen bereits, konkrete Details nennt er jedoch nicht. Die Patriot-Bestände der Ukraine sind nach Angaben des "Kyiv Independent" auf ein kritisches Minimum gesunken - auch weil der Iran-Krieg die weltweite Nachfrage nach Abfangraketen in die Höhe treibt. Das Patriot-System ist derzeit die einzige Waffe im ukrainischen Arsenal, das russische Raketen wie die Iskander-M oder die Kinschal abfangen kann.

+++ 23:19 Russland gibt Millionen für Drohnen an Schulen und Kitas aus +++

Russische Bildungseinrichtungen haben seit Beginn des Ukraine-Krieges insgesamt mehr als 16 Milliarden Rubel (rund 181 Millionen Euro) für Drohnen zu "Bildungszwecken" ausgegeben - das ergab eine Recherche von Nowaja Gaseta Europe. Vor dem Krieg lag der Jahreswert noch bei rund 350 Millionen Rubel (rund 4 Millionen Euro). Demnach kaufen inzwischen selbst Kindergärten Drohnen. Einer der Hauptlieferanten ist der Zeitung zufolge das St. Petersburger Unternehmen Geoscan - das einer Stiftung nahesteht, die von Jekaterina Tichonowa geleitet wird, der Tochter von Kremlchef Wladimir Putin. Die Zahlen gelten als weiterer Beleg für Russlands systematische Militarisierung der Gesellschaft - mit gezieltem Fokus auf Kinder und Jugendliche.

+++ 22:14 Selenskyj: Trump als Sicherheitsgarantie gilt zweieinhalb Jahre - "und was dann?" +++

Ein Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass - wie von Russland gefordert - käme einem strategischen Niederlage gleich. Das sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit dem ukrainischen Medium "Fakty". Die Ukraine halte nicht nur Teile der Oblast Donezk, sondern auch der Oblast Luhansk - und habe dort aufwendige Befestigungsanlagen errichtet, die im Falle eines Rückzugs verloren wären. Zudem leben nach Selenskyjs Angaben rund 200.000 Menschen in den kontrollierten Gebieten. Ein Rückzug würde die Moral der Armee schwächen und sei angesichts der dort gefallenen Soldaten nicht zu rechtfertigen. Vor allem aber zweifelt Selenskyj an langfristigen Sicherheitsgarantien: "Was hält Russland davon ab, nach einer gewissen Zeit wieder anzugreifen? Präsident Trump - zweieinhalb Jahre. Und was dann?" Ohne physische Präsenz von Partnern an der Frontlinie seien Garantien für ihn nicht nachvollziehbar.

+++ 21:12 Fico darf nicht über Baltikum zu Putins Parade reisen - und versucht über Polen +++

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico bietet Polen um die Überflugerlaubnis für seine geplante Reise zur Moskauer Militärparade am 9. Mai. Das polnische Außenministerium bestätigt den Eingang des Antrags - er werde derzeit geprüft. Zuvor hatten Litauen, Lettland und Estland die Durchquerung ihres Luftraums verweigert - wie bereits im vergangenen Jahr. Damals wich Ficos Maschine auf eine Südroute über Ungarn, Rumänien, das Schwarze Meer und Georgien aus. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha dankte den baltischen Staaten ausdrücklich für ihre Entscheidung.

+++ 20:22 Zwei Rentnerinnen bei russischem Angriff auf Nikopol getötet +++

Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainischen Städte Nikopol und Charkiw sind mindestens zwei Frauen ums Leben gekommen. In Nikopol wurden nach Behördenangaben eine 77-Jährige und eine 83-Jährige getötet, sieben weitere Menschen verletzt. Mehrere Wohnhäuser und Autos wurden beschädigt. Im Gebiet Charkiw traf eine Drohne eine Tankstelle in Bohoduchiw – drei Männer wurden verletzt, ein Feuer brach aus. In der Stadt Charkiw selbst wurden bei Angriffen mindestens drei Menschen verletzt. Auch in Pryluky im Gebiet Tschernihiw schlug eine Drohne ein und setzte die dortige Polizeistation in Brand.

+++ 19:44 EU will 90-Milliarden-Kredit für Ukraine freigeben - Ungarn gibt offenbar nach +++

Die EU-Botschafter sollen am Mittwoch die Auszahlung des im Dezember beschlossenen 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine auf den Weg bringen. Dass der Punkt auf die Tagesordnung gesetzt wurde, deutet darauf hin, dass Ungarn seine monatelange Blockade aufgibt. Budapest hatte die notwendige Haushaltsanpassung bisher im Streit um russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline verweigert. Nach der Abwahl von Regierungschef Viktor Orban bei der Parlamentswahl am 12. April scheint der Widerstand nun zu bröckeln.

+++ 19:17 Pistorius: Deutschland muss mehr für Europas Sicherheit tun +++

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sieht Deutschland in der Pflicht, deutlich mehr für die europäische Sicherheit zu tun. "Aufgrund unserer Größe, unserer Wirtschaftskraft, unserer geostrategischen Rolle steht Deutschland in der Verantwortung, deutlich mehr zu tun als bisher - und natürlich nicht nur für unsere eigene Sicherheit, sondern für die Sicherheit Europas insgesamt", sagte er auf der Hannover Messe. Wirtschaftliche Stärke und Sicherheit seien untrennbar miteinander verbunden, betonte Pistorius. "Ohne Sicherheit keine prosperierende Wirtschaft, ohne wirtschaftliche Stärke keine Sicherheit." Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor mehr als vier Jahren sei Sicherheit in Deutschland kein Randthema mehr. "Die Wirtschaft spürt geopolitische Bedrohungen und Risiken unmittelbar. Das macht der Krieg im Iran und der aktuelle Konflikt in der Straße von Hormus allzu deutlich."

+++ 18:47 Video zeigt ukrainischen Angriff auf Militärschiffe vor Krim +++

Die Ukraine meldet einen Angriff auf zwei russische Landungsschiffe vor der Krim. Ziel der Attacke sollen militärische Einrichtungen der Schwarzmeerflotte gewesen sein. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben bislang nicht.

+++ 18:16 Europol identifiziert bei Ermittlungs-Hackathon 45 verschleppte ukrainische Kinder +++

Bei einem zweitägigen Ermittlungs-Hackathon in Den Haag haben 40 Experten aus 18 Ländern Hinweise zu 45 Kindern gesammelt, die Russland aus besetzten ukrainischen Gebieten verschleppt hat. Die Ermittler dokumentierten mögliche Transportrouten, beteiligte Personen sowie Lager, in die Kinder gebracht wurden. Besonders alarmierend: Einige der Kinder sollen inzwischen russischen Militäreinheiten zugeordnet sein. Die Ukraine geht davon aus, dass seit 2022 mehr als 19.500 Kinder gewaltsam deportiert wurden - ein mögliches Kriegsverbrechen, zu dem der IStGH bereits ermittelt.

+++ 17:35 Russen dringen durch stillgelegte Pipeline vor - dann schlagen Kamikaze-Drohnen zu +++

Das ukrainische Militär hat laut eigenen Angaben einen russischen Vorstoß durch eine stillgelegte Gaspipeline in der Grenzregion Sumy abgewehrt. Wie die 71. Luftlandebrigade auf Telegram mitteilte, konnte der Angriff, der auch den Einsatz von Quads und Motorrädern umfasste, rechtzeitig entdeckt und gestoppt werden. Demnach belaufen sich die russischen Verluste auf 35 Tote und 17 Verwundete sowie drei zerstörte Motorräder und vier zerstörte Quads. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Über mögliche ukrainische Verluste ist nichts bekannt. Ein Video, das die Brigade in sozialen Netzwerken veröffentlichte, zeigt rund ein Dutzend russische Soldaten auf einem offenen Feld, die von Kamikazedrohnen attackiert werden.

+++ 17:07 Rheinmetall beginnt mit Serienproduktion von Drohnenbooten +++

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat im Hamburger Hafen mit der Serienproduktion von unbemannten Überwasserfahrzeugen begonnen. Zunächst sollen jährlich rund 200 Drohnenboote auf der Werft Blohm+Voss gefertigt werden, teilt Rheinmetall mit. Die Produktion könne auf bis zu 1.000 Einheiten jährlich gesteigert werden. Drohnenboote werden immer wieder erfolgreich von der Ukraine bei der Abwehr des russischen Angriffskrieges eingesetzt. Rheinmetall stellt das Überwasserfahrzeug gemeinsam mit dem britischen Hersteller Kraken Technology Group her. Das Boot K3 Scout ist je nach Ausstattung militärisch oder zivil einsetzbar. Es wird ferngesteuert und soll in Zukunft auch autonom fahren können.

+++ 16:28 Deutschland bestellt russischen Botschafter ein +++

Das Auswärtige Amt bestellt den russischen Botschafter in Berlin unter Verweis auf "direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland" ein. Diese seien "ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen", erklärt das Außenamt auf X. Deutschland lasse sich "nicht einschüchtern", derartige Drohungen "und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland seien "vollkommen inakzeptabel".

+++ 16:12 Russland zeigt Festnahmen von Deutscher und weiterem Verdächtigen +++

In Russland wird eine Frau mit deutschem Pass festgenommen - laut Geheimdienst soll sie einen Anschlag geplant haben. Ein Video zeigt die Festnahme, doch die Darstellung wirft Fragen auf. Beobachter halten eine Propaganda-Aktion für möglich.

+++ 15:36 Lehrer in Russland lesen Hitler-Rede vor +++

Im russischen Gebiet Tscheljabinsk sind Lehrer offenbar darauf hereingefallen, eine abgeänderte Hitler-Rede vorzutragen. Der belarussische Aktionskünstler Wladislaw Bochan verschickte Briefe an Schulen - angeblich im Namen der Kremlpartei Einiges Russland - mit der Bitte, einen Text für eine "patriotische Aktion" aufzunehmen und an russische Soldaten zu richten. Bei dem Text handelte es sich um Adolf Hitlers Rede vom 1. September 1939, mit der er den Überfall auf Polen begründete. Bochan ersetzte lediglich einzelne Begriffe: "Danzig" wurde zu "Donbass", "Reich" zu "Russland". Acht von zwölf Schulen nahmen Videos auf, in denen Lehrer den Text verlasen. Bochan ist für ähnliche Aktionen bekannt, bei einer davon posierten die Lehrer mit Aluhüte, um ihre "Bereitschaft zum Schutz vor Nato-Satellitenstrahlung zu demonstrieren"; bei einer anderen räumten sie Schulhöfe auf - unter dem Motto "Arbeit macht frei".  

Die Aktionen sind Teil eines Langzeitprojekts, das 14 Merkmale des Faschismus nach der Definition des italienischen Philosophen Umberto Eco behandelt. "Ich habe keinen Zweifel, dass in Russland ein Para-Faschismus herrscht", sagte der Künstle Anfang April im Gespräch mit ntv.de. "Sie bekennen sich nicht dazu, aber de facto praktizieren sie ihn. Ich möchte das zeigen."

+++ 14:58 Auswärtiges Amt: Medienberichte zur Festnahme einer Deutschen "zur Kenntnis genommen" +++

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagt zur Festnahme einer Deutschen in Russland, "dass wir Medienberichte dazu zur Kenntnis genommen haben". "Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zum Schutz der Persönlichkeitsrechte grundsätzlich nicht zu Einzelfällen äußern können", heißt es zudem aus dem Auswärtigen Amt. Inhaftierte mit deutscher Staatsangehörigkeit können konsularische Betreuung in Anspruch nehmen.

+++ 14:33 Kreml freut sich über Radews Wahlsieg in Bulgarien +++

Nach dem Sieg des EU-kritischen Ex-Präsidenten Rumen Radew bei der Parlamentswahl in Bulgarien begrüßt Moskau dessen Aufruf zu einem Dialog mit Russland. "Natürlich gefallen uns die Äußerungen von Herrn Radew und einigen anderen europäischen Staatenlenkern bezüglich ihrer Bereitschaft, Probleme durch Dialog zu lösen", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Radews Mitte-links-Bündnis hat nach Angaben der bulgarischen Wahlkommission die Parlamentswahl in dem südosteuropäischen EU- und Nato-Staat gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen konnte Radews Bündnis Progressives Bulgarien demnach am Montag einen deutlichen Sieg für sich verbuchen. Der 62-Jährige hatte im Wahlkampf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau gefordert und sieht Sofia dabei als "ein sehr wichtiges Bindeglied".

+++ 13:58 "Gibt offensichtlich nicht genug Flugabwehr in Russland" +++

Innerhalb kurzer Zeit gelingt es den ukrainischen Streitkräften, den russischen Hafen Tuapse zweimal empfindlich zu treffen. Nicht nur russische Pro-Kriegsblogger sind davon überrascht. ntv-Russlandkorrespondent Rainer Munz fasst die Reaktionen zusammen. 

+++ 13:31 Finanzgericht: Verluste aus russischen Staatsanleihen steuerlich nicht anerkannt +++

Durch Sanktionen verursachte Verluste aus russischen Staatsanleihen und Aktien können in Deutschland bei der Einkommensteuer nicht berücksichtigt werden. Das entscheidet das sächsische Finanzgericht in Leipzig im Fall mehrerer Kläger. Diese legten gegen das Urteil bereits Revision zum Bundesfinanzhof ein. Die Kläger hatten in russische Staatsanleihen und sogenannte Hinterlegungsscheine investiert, die das Eigentum an russischen Aktien garantieren. Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und die daraufhin gegen Russland verhängten Sanktionen sind weder die Staatsanleihen noch die Hinterlegungsscheine handelbar und werden von der depotführenden Bank der Kläger gar nicht oder mit null bewertet. Auch erhalten sie keine Dividenden ausbezahlt. Die Kläger wollten daher eine steuerliche Anerkennung ihrer Verluste.

+++ 13:05 Himars-Munitionslieferung für Estland aufgehalten +++

Die Verzögerung bei den US-Rüstungslieferungen betrifft vor allem Estlands Munition für das Himars-Mehrfachraketenwerfersystem, von der ein Teil eigentlich bereits in diesem Jahr hätte eintreffen sollen. Dies berichtet der öffentlich-rechtliche Rundfunk von Estland ERR News. Die USA haben seit dem Iran-Krieg ihre Waffenvorräte erheblich reduziert, Lieferungen von Waffen, die von europäischen Ländern gekauft wurden, wurden verschoben. "Was wir wissen, ist, dass die Munitionslieferungen ausgesetzt wurden, und wir werden versuchen, so viele Informationen wie möglich zu sammeln und herauszufinden, ob dies alle Verbündeten betrifft und für alle von ihnen gelten wird, oder ob beispielsweise Ausnahmen gemacht werden", sagt Verteidigungsminister Hanno Pevkur.

+++ 12:28 Berater des ukrainischen Verteidigungsministers verletzt +++

Bei dem Angriff einer russischen Shahed-Drohne wird der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, verletzt.  "Heute Nacht haben die Russen versucht, mich zu töten. Sie haben vier "Shahed"-Raketen auf mich abgefeuert", schreibt Sergej Besrestnow, auf Facebook über einem Bild von sich in einem Krankenhausbett. Eine der Drohnen habe ihr Ziel erreicht und sei in sein Haus eingeschlagen. "Mein Haus gibt es nicht mehr. Ich wurde getroffen, aber das Wichtigste ist: Ich bin wie durch ein Wunder am Leben. Ich war mental auf einen solchen Verlauf der Ereignisse vorbereitet, und das wird mich nicht aufhalten." Der 51-jährige Beskrestnow ist Spezialist für militärische Funktechnologien. Seit Kriegsbeginn ist er an der Front in den Bereichen Funk, elektronische Kriegsführung und Aufklärung aktiv und damit auch für den Drohnenkampf. Im Januar 2026 wurde er von Verteidigungsminister Fedorow zu dessen Berater auf dem Gebiet ernannt.

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