Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 13:53 Russland: Keine Friedensgespräche absehbar +++
Die russische Führung sieht derzeit nach eigenen Angaben keine unmittelbaren Aussichten auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Man bleibe offen für Verhandlungen und sei dankbar für die Vermittlungsbereitschaft der Türkei, sagt Kreml-Sprecher Peskow. Derzeit gebe es aber keine Anzeichen für neue Gespräche. Auch die Regierungsumbildung in Kiew ändert daran aus russischer Sicht nichts.
+++ 13:25 Expertin ordnet Absetzung von Fedorow ein +++
Selensky ersetzt einmal mehr seinen Verteidigungsminister - das entfacht Unverständnis und Wut in der Bevölkerung. Sicherheitsexpertin Velina Tchakarova analysiert, welche möglichen Gründe hinter dem Schritt stecken könnten:
+++ 12:54 Geschasster Verteidigungsminister will Selenskyj nicht beraten +++
Der zurückgetretene ukrainische Verteidigungsminister Fedorow lehnt ein Angebot von Präsident Selenskyj ab, dessen Berater zu werden. Fedorow erklärte vor Journalisten, er liege im Streit mit Armeechef Syrskyj. Er wirft diesem vor, Initiativen des Verteidigungsministeriums zu blockieren. Die Absetzung Fedorows löste in der Ukraine seltene Proteste in Kriegszeiten aus.
+++ 12:32 Großbritannien unterschreibt Verträge für eigene neue Rakete +++
Großbritannien hat mit mehreren Unternehmen Verträge zur Entwicklung der ersten ballistischen Rakete des Landes seit mehr als 50 Jahren unterzeichnet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Mit der Rakete soll sowohl die Ukraine unterstützt als auch Europas Abhängigkeit von US-amerikanischen Waffen reduziert werden.
+++ 11:58 Ukraine meldet zahlreiche Treffer auf russische Öl-Infrastruktur +++
Die ukrainische Armee hat in der Nacht nach eigenen Angaben sechs russische Tanker, zwei Schlepper, ein Öldepot, Brücken sowie militärische Ziele getroffen. Mit den Tankern wurde Öl und Benzin transportiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Das Ausmaß der Schäden werde ermittelt.
+++ 11:35 Bisheriger Konzernchef ist neuer ukrainischer Ministerpräsident +++
Das ukrainische Parlament hat Serhij Korezkyj als neuen Regierungschef bestätigt. Eine deutliche Mehrheit von 289 Abgeordneten stimmte für den bisherigen Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz. Selenskyj hatte am Sonntag mit der Abberufung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko überraschend den erneuten Umbau seiner Regierung eingeleitet. Swyrydenko soll Botschafterin in den USA werden.
+++ 11:16 Ukraine soll Flugplatz von Bomberflotte getroffen haben +++
Medienberichten zufolge haben ukrainische Drohnen bei dem Angriff auf die südrussische Großstadt Engels auch ein Feuer auf dem Militärflugplatz der dort stationierten Bomberflotte ausgelöst. Das Ausmaß der Schäden ist unbekannt. Offizielle Stellen bestätigen die Berichte nicht, örtliche Behörden meldeten nur einen Einschlag in ein Wohnhaus. Der Luftwaffenstützpunkt in Engels ist einer der größten in Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte wie etwa Kiew in der vergangenen Nacht mit Raketen zu beschießen. Die Ukraine hat Engels daher bereits mehrfach mit Drohnen attackiert.
+++ 10:43 Wadephul fordert komplettes Umdenken bei Bunkern +++
Bundesaußenminister Wadephul verlangt angesichts der Bedrohung durch Russland neue Ansätze bei der Zivilschutzplanung in Deutschland. "Ich glaube, wir müssen einfach komplett umdenken", sagt der CDU-Politiker beim Besuch einer großen Zivilschutzanlage in der finnischen Hauptstadt Helsinki auf die Frage, was er als Lerneffekt mit nach Deutschland nehme. Finnland gilt als vorbildlich bei der Ausstattung mit Zivilschutzanlagen. Die Hauptstadt mit etwa 700.000 Einwohnern ist mit Schutzräumen für rund 900.000 Menschen ausgestattet, die meisten unter Privatgebäuden.
+++ 10:15 EU-Kommissar zeigt sich irritiert von Fedorow-Rauswurf +++
EU-Verteidigungskommissar Kubilius zeigt sich überrascht vom Rauswurf des ukrainischen Verteidigungsministers Fedorow. "Für uns war es eine ziemliche Überraschung", sagte er dem Portal European Pravda. Seiner persönlichen Meinung nach wurde unter Fedorow viel erreicht, etwa regelmäßige Langstrecken-Angriffe auf Städte wie Moskau. In der EU würden unweigerlich Fragen laut, warum Fedorow abgelöst wird.
+++ 09:56 Mehrere russische Regionen melden Todesopfer +++
Bei ukrainischen Luftangriffen sind nach Angaben der lokalen russischen Behörden mehrere Menschen getötet worden. In mindestens drei Regionen melden die Behörden nach ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffen in der Nacht Opfer. In der Region Jaroslawl rund 250 Kilometer östlich von Moskau wurden dem Gouverneur Michail Jewrajew zufolge ein Mann getötet und vier weitere Menschen verletzt. In der Region Saratow an der Grenze zu Kasachstan gibt es russischen Medienberichten zufolge nach einem Drohnenangriff auf die Stadt Engels ebenfalls Opfer. In der westrussischen Region Brjansk an der Grenze zur Ukraine kamen dem Gouverneur zufolge ein 15-jähriges Mädchen und ihre Großmutter bei einem Raketeneinschlag im Dorf Susemka ums Leben.
+++ 09:30 Ukraine meldet Treffer auf russische Öltanker +++
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Marine zwei Tanker der russischen "Schattenflotte" im Schwarzen Meer mit Seedrohnen getroffen. Bei den Schiffen handele es sich um die Tanker "Louise 1" und "Banda", die zum Transport von russischem Rohöl genutzt worden seien, teilt der SBU mit. Beide Schiffe stünden unter ukrainischen Sanktionen.
+++ 09:01 Ukrainer protestieren gegen Rauswurf ihres Verteidigungsministers +++
Auch auf der Straße formiert sich Widerstand gegen den Rausschmiss von Verteidigungsminister Fedorow. "Tausende Ukrainerinnen und Ukrainer protestieren in der Nähe des Präsidialamts gegen die Entlassung", berichtet etwa der deutsche Korrespondent Vassili Golod.
+++ 08:22 Video zeigt ukrainische Sowjet-Flugabwehr in Aktion +++
Aufnahmen des ukrainischen Verteidigungsministeriums zeigen ein sowjetisches Waffensystem in Aktion. Die Besonderheit: Radar und Lenkflugkörper sind in einem Fahrzeug vereint. So kann die Besatzung tieffliegende Ziele auf kurze Distanz bekämpfen:
+++ 08:02 Mehrere Todesopfer bei Raketenangriff auf Kiew +++
Bei dem nächtlichen Angriff auf Kiew mit ballistischen Raketen hat das russische Militär nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko gibt es zudem sechs Verletzte. "Darunter ist auch eine 16-jähriger Junge", schreibt er. Die Drohnen schlugen demnach in zwei Stadtteilen ein.
+++ 07:34 Keir Starmer trifft Selenskyj in Kiew +++
Der scheidende britische Premierminister Starmer reist heute zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj nach Kiew. Dies sei einer der letzten Auslandsbesuche in Starmers Amtszeit, teilt sein Büro mit. Starmer wolle mit Selenskyj über die Fortschritte bei der militärischen Ausrüstung der Ukraine sprechen. Zudem werde erörtert, worauf sich die Verbündeten künftig konzentrieren sollten.
+++ 07:11 Russland nimmt verstärkt Schiffe und Häfen ins Visier +++
Russische Streitkräfte haben ihre Angriffskampagne gegen die ukrainische Hafeninfrastruktur entlang der Schwarzmeerküste wieder aufgenommen, wie die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) in ihrer aktuellen Analyse ausführt. Die Experten beobachten seit mindestens dem 10. Juli intensivierte Attacken im Raum Odessa sowie gegen Schiffe, die ukrainische Häfen ansteuern. Allein am Dienstag meldete die regionale Militärverwaltung Angriffe auf drei Schiffe. Daneben soll am selben Tag ein Getreide-Terminal beschädigt worden sein.
+++ 06:36 Scharfe Kritik an Rauswurf des ukrainischen Verteidigungsministers +++
Dass Selenskyj bei der Regierungsumbildung auch Verteidigungsminister Fedorow austauscht, wird von Beobachtern verurteilt. "So verliert man Kriege", schreibt etwa der österreichische Militärexperte Gressel bei X. Fedorow hat gestern Abend seinen Rücktritt erklärt. Grund für den Wechsel soll Berichten zufolge ein Konflikt Fedorows mit Armeechef Syrskyj sein. Zudem habe der 35-jährige Minister die Probleme mit der Zwangsmobilisierung von Wehrpflichtigen nicht lösen können.
+++ 06:01 Energiekonzern-Chef soll ukrainischer Ministerpräsident werden +++
Präsident Wolodymyr Selenskyj will nach der Entlassung des gesamten Ministerkabinetts den bisherigen Leiter des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz zum Regierungschef machen. Die Ernennung Serhij Korezkyjs zum Ministerpräsidenten wurde beim Parlament beantragt, wie dessen Präsident Ruslan Stefantschuk bestätigt. Wann die Abstimmung darüber erfolgen soll, ließ Stefantschuk offen. Das Votum wird aber schon im Lauf des Tages erwartet.
+++ 04:36 Russland feuert in der Nacht ballistische Raketen auf Kiew +++
Das russische Militär hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ein weiteres Mal mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach Auskunft von Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram gibt es Einschläge in zwei Stadtteilen: In einem Lager im Westen der Stadt und einem unbewohnten Haus in einem östlichen Stadtbezirk seien Brände ausgebrochen. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge feuerte das russische Militär in zwei Wellen mindestens acht Raketen auf die Dreimillionenstadt und ihre Umgebung ab.
+++ 02:34 Litauen warnt vor russischen Angriffen auf Infrastruktur +++
Litauens Präsident Gitanas Nauseda warnt vor möglichen russischen Angriffen auf kritische Infrastruktur. Nach Angaben der Nachrichtenagentur BNS verfügt das Land über Geheimdienstinformationen zu entsprechenden russischen Planungen. Die Sicherheit an Energie- und Verkehrsanlagen werde vorsorglich erhöht, sagt Nauseda. Konkrete Angaben zu möglichen Zielen oder einem Zeitpunkt gibt es demnach nicht. Nauseda erklärt, es könne um verschiedene Mittel gehen, die den Betrieb wichtiger Anlagen beeinträchtigen oder diese physisch beschädigen könnten. Russland dementiert Vorwürfe, möglicherweise Angriffe oder Sabotageakte gegen Länder außerhalb der Ukraine zu planen.
+++ 00:50 EU-Staaten können sich nicht auf neue Russland-Sanktionen einigen +++
Die Botschafter der EU-Staaten können sich vorerst nicht auf ein 21. Sanktionspaket gegen Russland einigen. Die Obergrenze für den Preis von russischem Rohöl bleibt jedoch bis zum 23. Juli unverändert bei 44,10 Dollar pro Barrel, wie ein EU-Diplomat sagt. Die Verhandlungen über das Paket, das im Juni vorgeschlagen wurde, dauern an. Es richtet sich unter anderem gegen russische Banken, Krypto-Netzwerke, die Drohnenproduktion sowie Ölhändler und Raffinerien. Dem litauischen Außenminister Kestutis Budrys zufolge sind die EU-Staaten uneins über ein vorgeschlagenes Verbot für maritime Dienstleistungen und strengere Beschränkungen für russisches Flüssigerdgas (LNG). Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte in dieser Woche vor einer fehlenden Einigung gewarnt.
+++ 23:37 Wadephul sieht Finnland beim Zivilschutz als Vorbild +++
Deutschland und Finnland wollen ihre Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich vor dem Hintergrund der andauernden Bedrohungen durch Russland verstärken. Es gehe etwa um den Schutz vor hybriden Bedrohungen und die Cybersicherheit, aber auch den Ausbau der europäischen Handlungsfähigkeit und die wirtschaftliche Zukunft, sagt Außenminister Johann Wadephul bei einem Treffen mit seiner Kollegin Elina Valtonen in der finnischen Hauptstadt Helsinki.
+++ 22:09 Russland will Ölraffinerien mit "Spinnennetz" vor Drohnenangriffen schützen +++
Der russische Staatskonzern Rostec hat ein neues System zum Schutz von Industrieanlagen vor Drohnenangriffen vorgestellt. Das "Pautina" genannte System – russisch für Spinnennetz – besteht aus Trägersäulen, einem Kraftnetz und Stützen und soll Objekte ab 25 Metern Höhe schützen. Nach Angaben der Hersteller kann es eine 200 Kilogramm schwere Drohne stoppen, die mit 250 Stundenkilometern fliegt. Schützen soll das System vor allem Öldepots, Kraftstoffterminals, Umspannwerke und Lagerhäuser – Ziele, die die Ukraine in den vergangenen Monaten wiederholt mit Drohnen angegriffen hat. Das System befindet sich nach russischen Angaben derzeit in der Erprobung an mehreren Energieanlagen.
+++ 21:26 Insider: Russische Energiekonzerne bitten Indien um Benzin +++
Führende russische Energiekonzerne bitten Insidern zufolge indische Raffinerien um Benzinlieferungen, nachdem ukrainische Angriffe einen erheblichen Teil der russischen Raffineriekapazitäten lahmgelegt haben. Mindestens eine Ladung indischen Benzins sei bereits nach Russland unterwegs und weitere würden erwartet, sagt eine von insgesamt zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den russischen Unternehmen, die Kontakt aufgenommen haben, gehören demnach Rosneft, Gazprom Neft und Lukoil. Drei indische staatliche Ölverarbeiter erklären, sie hätten keine Überschüsse für den Export. Die genannten Konzerne sowie das russische Energieministerium äußern sich zunächst nicht dazu.
+++ 20:37 Russland: Chefingenieur von AKW Saporischschja durch Drohne getötet +++
Der Chefingenieur des von Russland kontrollierten Atomkraftwerks Saporischschja, Alexej Jakowlew, ist nach russischen Angaben bei einem ukrainischen Angriff getötet worden. Eine Drohne habe einen Dienstwagen zwischen dem Kraftwerk und der Stadt Enerhodar getroffen, teilt der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow, mit. Dabei seien Jakowlew und sein Fahrer ums Leben gekommen. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.
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