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Minister erlebte Angriff mitGroßbritannien will neue Rakete für die Ukraine bauen

12.01.2026, 09:37 Uhr
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Start einer Atacms-Rakete. Die USA hatten Kiew einige Exemplare zur Verfügung gestellt. Doch die Streitkräfte brauchen mehr vergleichbare Waffen. (Foto: imago/ZUMA Press)

Das immer weiter wachsende Arsenal an weitreichenden Waffen der Ukraine könnte in Zukunft größer werden. Einem Bericht zufolge plant Großbritannien die Produktion einer Rakete für Kiew. Verteidigungsminister Healey erlebte kürzlich bei einem Besuch selbst einen russischen Angriff mit.

Großbritannien will eine neue ballistische Rakete für die Ukraine bauen. Verteidigungsminister John Healey sprach mit "The Sun on Sunday" über ein Projekt namens Nightfall. "Man verteidigt seine Städte, indem man mehrere Verteidigungsebenen hat, und man verteidigt sich teilweise auch dadurch, dass man angreifen kann", sagte er. Dem Bericht zufolge ist London derzeit auf der Suche nach Unternehmen, die drei Raketen für Testabschüsse entwerfen. Ein Vertrag dafür soll ein Volumen von neun Millionen Pfund haben.

Angepeilt wird laut Verteidigungsministerium eine Produktionsrate von zehn Systemen pro Monat und ein Höchstpreis von 800.000 Pfund pro Rakete. "Nightfall soll der Ukraine eine leistungsstarke, kostengünstige Option für Langstreckenangriffe bieten, die nur minimalen ausländischen Exportkontrollen unterliegt."

Weiter hieß es, die ballistische Rakete solle 200 Kilogramm schwere Sprengköpfe tragen, von Fahrzeugen aus abgefeuert werden können und eine Reichweite von 500 Kilometern haben. Die gleiche Reichweite hat Medienberichten zufolge auch die in der Ukraine entwickelte ballistische Rakete mit dem Namen Sapsan. Diese wird laut Staatschef Wolodymyr Selenskyj mittlerweile auf dem Schlachtfeld eingesetzt.

Großbritannien hat die Ukraine bereits mit zahlreichen wichtigen Waffensystemen ausgerüstet. Darunter zum Beispiel Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow, Challenger-Kampfpanzer oder AS90-Haubitzen.

Healey: "Ernster Moment"

"The Sun" schrieb, dass Healey kürzlich beim Besuch in der Westukraine selbst Zeuge von schweren russischen Attacken wurde. Bei diesen setzten die Kreml-Streitkräfte unter anderem eine ballistische Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik mit leeren Sprengköpfen ein.

Healeys Zug musste den Angaben zufolge einen Notstopp einlegen. "Es war ein ernster Moment und eine deutliche Erinnerung an das Trommelfeuer aus Drohnen und Raketen, dem die Ukrainer bei Temperaturen unter null ausgesetzt sind", so der Verteidigungsminister.

Großbritannien und Frankreich wollen im Falle eines Waffenstillstandes in der Ukraine - der sich derzeit nicht abzeichnet - Tausende Soldaten in das Land schicken. Healey sagte, Soldaten würden bald mit einer Spezialausbildung beginnen, damit sie innerhalb von Tagen nach einer Einigung entsandt werden könnten. Russland lehnt westliche Truppen in der Ukraine ab und erklärte, diese würden als "legitime Ziele" betrachtet.

Quelle: ntv.de, rog

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