Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 15:32 Tilly reagiert spöttisch auf Verurteilung +++

02.04.2026, 00:01 Uhr

Karnevalswagenbauer Jacques Tilly reagiert mit bissigem Spott auf seine Verurteilung in Abwesenheit zu achteinhalb Jahren Haft durch ein russisches Gericht. "Es ist jetzt für jeden zu sehen, dass das russische Regime Angst vor Pappfiguren hat", sagt der Düsseldorfer Bildhauer. "Die machen sich selbst zum Narren mit diesem Urteil und sehen gar nicht, wie peinlich das eigentlich ist - wie viel Angst sie vor satirischer Kritik haben." Der 62-Jährige betont, dass er kein Verbrechen begangen habe. "Dass ich Kritik an Machthabern übe, das gehört sich so in freien Gesellschaften." Tilly will weitermachen wie bisher, denn der Sinn des Prozesses sei Einschüchterung. "Das wäre auch eine Art Urteilsvollstreckung, wenn ich mich jetzt zurückziehen würde und Russland und Putin und die Kriegsführung in der Ukraine nicht mehr kritisieren würde. Insofern mache ich ganz normal weiter, als hätte es diesen Prozess nicht gegeben."

+++ 15:06 Ukraine im März von so vielen Drohnen attackiert wie noch nie +++

Die russische Armee hat die Ukraine im März mit mehr Drohnen angegriffen als in jedem anderen Monat seit Beginn der Invasion im Jahr 2022. Im vergangenen Monat setzte Russland mindestens 6462 Drohnen mit hoher Reichweite in der Ukraine ein, wie eine Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage täglicher Berichte der ukrainischen Luftwaffe zeigt. Dies stellt einen Anstieg um 28 Prozent gegenüber dem Vormonat Februar dar. Im selben Zeitraum feuerte Russland den Berichten zufolge 138 Raketen auf russisches Gebiet - 52 Prozent weniger als im Februar. Die ukrainische Luftwaffe konnte eigenen Angaben zufolge fast 90 Prozent der russischen Drohnen und Raketen abfangen, was die höchste Abfangrate seit Februar 2025 darstellt. Dennoch führten die Angriffe im März zu vielen zivilen Opfern.

+++ 14:35 Russisches Gericht verurteilt Jacques Tilly in Abwesenheit zu Haftstrafe +++

Ein Gericht in Moskau verurteilt den deutschen Bildhauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft. Tilly habe sich der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht, urteilt Richter Konstantin Otschirow in dem umstrittenen Strafverfahren. Hintergrund sind die von Tilly gebauten Karnevalswagen, die Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine kritisieren. Eine Auslieferung von Deutschland nach Russland muss Tilly zwar nicht befürchten. Probleme kann er aber bei Reisen in Länder bekommen, die von Moskau gesuchte Straftäter an Russland ausliefern.

+++ 14:25 Russische Armee will Studenten als Drohnenpiloten rekrutieren +++

Wegen der zunehmenden Bedeutung von Drohnen im Ukraine-Krieg bemüht sich Russland gezielt um die Rekrutierung von qualifiziertem Personal an Universitäten. Studenten werden mit hohen finanziellen Angeboten umworben, sich als Drohnenpiloten oder andere Spezialisten beim Militär einzuschreiben, wie auf den Internetseiten mehrerer Hochschulen zu ersehen ist. Medienberichten zufolge soll der Staat Universitäten Quoten für die Gewinnung von Militärpersonal vorgegeben haben, ähnlich wie sie zum Teil für Unternehmen gelten. Nach Angaben von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow richtet sich die Rekrutierungskampagne für die neuen Drohnenstreitkräfte nicht nicht nur an Studenten.

+++ 13:57 Moldau verlässt Staatenbündnis GUS +++

Die Republik Moldau beschließt den endgültigen Austritt aus der von Russland dominierten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Das teilt das Parlament in Chisinau auf seiner Webseite mit. Der Kündigung des Gründungsabkommens von 1991, des zugehörigen Protokolls und des Statuts von 1993 stimmen demnach jeweils 60 von 101 Abgeordneten zu. Die Aufkündigung der Mitgliedschaft war vom moldauischen Außenministerium eingeleitet worden. Der Austritt wird damit begründet, dass Russland die Unverletzbarkeit der Grenzen der Mitgliedstaaten unter anderem durch den Krieg gegen die Ukraine missachte. Moskau habe zudem weiter gesetzwidrig Truppen in dem von Chisinau abtrünnigen Gebiet Transnistrien stationiert.

+++ 13:17 Luhansk erobert? "Ukrainer nehmen das mit viel Humor" +++

Der Iran-Krieg hat zunehmend auch indirekte Auswirkungen auf die Ukraine, die nun ausbleibende Waffenlieferungen aus den USA fürchten müssen. Über einen vermeintlichen Erfolg der Russen witzele man vor Ort sogar, wie Nadja Kriewald in Kiew erfahren hat. 

+++ 12:42 Ukraine meldet Fortschritte in Pokrowsk und Saporischschja +++

Ukrainische Truppen gewinnen im Raum Pokrowsk in der Region Donezk Gelände zurück. Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) rücken sie nordwestlich der Stadt bei Hryschyne mehrere Kilometer vor. Russische Einheiten stoßen demnach zwar vereinzelt nördlich von Pokrowsk vor, können die Kontrolle über das Gebiet jedoch nicht festigen. Auch in der Region Saporischschja verzeichnen ukrainische Kräfte Fortschritte.

12:03 Verbotene Russland-Exporte: Zoll ermittelt im Rhein-Main-Gebiet +++

Zollfahnder durchsuchen wegen des Verdachts der verbotenen Ausfuhr von Maschinenteilen und chemischen Stoffen nach Russland im Rhein-Main-Gebiet insgesamt 14 Wohn- und Geschäftsräume. Bei der Razzia vergangenen Freitag seien umfangreiche Beweismittel beschlagnahmt und gegen zwei Firmen Vermögensarreste in Höhe von zusammen gut 1,13 Millionen Euro vollstreckt worden, teilte der Zoll in Frankfurt am Main mit. Die Ermittlungen richten sich demnach gegen die Chefs von drei Firmen, von denen zwei Maschinenteile und chemische Stoffe gewerbsmäßig nach Russland ausgeführt haben. 

+++ 11:20 Munz: "Unmut gegen Verteidigungsministerium steigt" +++

Die erfolgreichen Angriffe der ukrainischen Armee auf die russische Infrastruktur machen der Wirtschaft im Land spürbar zu schaffen. ntv-Korrespondent Rainer Munz berichtet, dass nun ein Exportverbot für Benzin gilt - selbst in den Staatsmedien wird Kritik laut. 

+++ 10:41 Russland verhängt Exportstopp für Benzin +++

Russland verhängt einen bis Ende Juli befristeten Exportstopp für Benzin. Dies teilt die Regierung in Moskau mit. Mit der Maßnahme solle der heimische Markt stabilisiert werden, da die Nachfrage während der landwirtschaftlichen Aussaat saisonal hoch sei. Zudem verweist die Regierung auf die gestiegenen weltweiten Ölpreise. Das Verbot gilt nicht für Länder, mit denen Russland Regierungsabkommen über Treibstofflieferungen hat, wie die Mongolei. 

+++ 09:58 Toter und Verletzte im Südosten der Ukraine +++

Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk ist Gouverneur Olexander Hanscha zufolge ein Mensch bei russischen Angriffen mit Drohnen und Artillerie in der Stadt Synelnykowe getötet worden. Ein Zwölfjähriger und eine 42 Jahre alte Frau seien außerdem verletzt worden, heißt es.

+++ 09:16 Ukraine meldet Abwehr von 147 Drohnen +++

Die ukrainischen Luftwaffe melden die Abwehr eines großangelegten Drohnenangriffs in der Nacht. Wie sie auf Telegram berichten, griffen 172 feindliche Drohnen aus mehreren russischen Gebieten, der Krim und den besetzten Gebieten Donezk und Gwardijske an. Bis zum Morgen konnten die Streitkräfte 147 Drohnen abwehren. 22 Drohnen trafen zwölf Ziele, weitere Trümmer schlugen an acht Orten ein. Der Angriff dauert den Streitkräften zufolge an, mehrere Drohnen seien weiterhin im Luftraum, die Bevölkerung werde zur Vorsicht aufgerufen.

+++ 08:24 DRK kritisiert massive Defizite im Bevölkerungsschutz +++

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt vor erheblichen Defiziten im deutschen Bevölkerungsschutz. DRK-Präsident Hermann Gröhe sagt im "Tagesspiegel", die Strukturen seien trotz wachsender Risiken wie Hochwasser oder Stromausfällen "völlig unterfinanziert" und fordert mindestens eine zusätzliche Milliarde Euro. Gröhe mahnt, ohne wirksamen Bevölkerungsschutz gebe es keine echte Verteidigungsfähigkeit. Besonders Krankenhäuser müssten krisenfester werden, Ehrenamtliche besser eingebunden und bundesweit klare Regelungen geschaffen werden. Außerdem fordert er mehr Mittel für Erste-Hilfe-Kurse mit Selbstschutzinhalten, um die Widerstandskraft der Gesellschaft zu stärken.

+++ 07:48 Lybien stoppt Bergungsversuch des LNG-Tankers bei Malta +++

Die libyschen Behörden stoppen offenbar die Bergungsbemühungen für den beschädigten LNG-Tanker Arctic Metagaz. Wie die Nachrichten-Website gCaptain berichtet, treibt der Tanker rund 105 Seemeilen nordnordöstlich von Misrata nahe der maltesischen Rettungszone. Der russische Tanker ist seit Explosionen Anfang März manövrierunfähig. Um eine mögliche Umweltkatastrophe zu verhindern und das Schiff von der Offshore-Ölinfrastruktur fernzuhalten, sollte es geborgen werden. Laut Bericht sind die meisten Schlepper mittlerweile zurückgekehrt, sodass das Schiff nun weitgehend unbeaufsichtigt in internationalen Gewässern liegt. Wettervorhersagen für das zentrale Mittelmeer deuten auf eine Verschlechterung der Bedingungen hin, was das Risiko eines Kenterns oder Sinkens des beschädigten Tankers erhöht.

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Der Tanker gehört zur sogenannten russischen "Schattenflotte" westlicher Beamter. (Foto: via REUTERS)

+++ 07:04 Russland meldet Drohnenangriff auf Ölraffinerie in Ufa +++

In der russischen Stadt Ufa wird in den frühen Morgenstunden nach Berichten unabhängiger Medien eine Ölraffinerie durch ukrainische Drohnen angegriffen. Wie der "Kyiv Independent" berichtet, wird die Anlage Bashneft-Novoil laut dem ukrainischen Open-Source-Intelligence-Projekt CyberBoroshno getroffen, wodurch auf dem Gelände ein Brand ausbricht. Zudem wird nach Angaben des unabhängigen Telegram-Mediums Astra ein Wohngebäude in Ufa getroffen und in Brand gesetzt. Verletzte oder Todesopfer gibt es laut den örtlichen Behörden nicht. Das Feuer sei inzwischen gelöscht. Ufa liegt rund 1300 Kilometer nordöstlich der ukrainisch-russischen Grenze.

+++ 06:17 Ukraine weist russische Siegesmeldung zu Luhansk zurück +++

Das ukrainische Militär weist die Behauptung zurück, russische Truppen hätten die Oblast Luhansk vollständig unter Kontrolle gebracht. Laut dem "Kyiv Independent" kontrolliert Russland zwar den Großteil der Region, wobei die Luhansk und die Regionalregierung von Kreml-nahen Personen kontrolliert werden. Ein kleiner Teil im Westen des Gebiets bleibe jedoch umkämpft, so der Bericht. Ukrainische Truppen hielten weiterhin die letzten Verteidigungslinien in der Region, heißt es von der Dritten Angriffsbrigade auf Telegram. Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor erklärt, die Besetzung der Oblast sei abgeschlossen.

+++ 04:25 Moskau setzt Prozess gegen Bildhauer Tilly fort +++

In Moskau setzt ein Gericht das umstrittene Strafverfahren gegen den deutschen Bildhauer Jacques Tilly auch wegen angeblicher Beleidigung von Kremlchef Wladimir Putin fort. In dem Prozess, der in Abwesenheit des Angeklagten läuft, stehen noch der Abschluss der Beweisaufnahme und die Plädoyers aus.

+++ 03:18 Nato-Chef Rutte berät mit Trump zu Ukraine-Krieg +++

Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird in der kommenden Woche für Gespräche mit US-Präsident Donald Trump nach Washington reisen. Der Besuch in der US-Hauptstadt sei bereits seit längerer Zeit geplant gewesen. Es soll unter anderem um den Krieg in der Ukraine gehen.

+++ 01:29 Bericht: Trump droht mit Aus der Ukraine-Waffenlieferungen +++

US-Präsident Donald Trump hat einem Zeitungsbericht zufolge mit dem Ende von US-Waffenlieferungen an die Ukraine gedroht. Dadurch sollten die die europäischen Verbündeten dazu bewegt werden, sich einer "Koalition der Willigen" anzuschließen, die die Straße von Hormus wieder öffnen solle, berichtet die "Financial Times".

+++ 23:36 Selenskyj wirbt bei US-Unterhändlern für Oster-Waffenruhe +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, dass er in einer Videoschalte mit US-Unterhändlern und Nato-Chef Mark Rutte einen Oster-Waffenstillstand vorgeschlagen habe. Dies könnte zu Ostern "genau das Signal sein, das allen sagt: Diplomatie kann erfolgreich sein", erklärt Selenskyj. Russland hatte zuvor den Vorschlag für eine Waffenruhe zu Ostern als PR-Aktion zurückgewiesen.

+++ 20:45 Trump soll Europäern gedroht haben: Waffen für Ukraine nur bei Hormus-Teilnahme +++

US-Präsident Donald Trump hat einem Zeitungsbericht zufolge mit dem Ende von US-Waffenlieferungen an die Ukraine gedroht. Dadurch sollten die europäischen Verbündeten dazu bewegt werden, sich einer "Koalition der Willigen" anzuschließen, die die Straße von Hormus wieder öffnen solle, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Personen, die über die Gespräche informiert seien. Trump habe damit gedroht, die Lieferungen an die von europäischen Ländern finanzierte Nato-Initiative PURL zur Waffenbeschaffung für die Ukraine einzustellen.

+++ 20:15 Selenskyj berichtet von "positivem" Gespräch mit US-Vertretern +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat heute nach eigenen Angaben ein Videotelefonat mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte und dem US-Senator Lindsey Graham über eine Beendigung des Kriegs geführt. Das Gespräch sei "positiv" verlaufen, sagte Selenskyj anschließend in seiner täglichen, über Online-Netzwerke verbreiteten Videoansprache. "Wir haben vereinbart, die Sicherheitsgarantien zu verstärken, und ich habe unser Team bereits beauftragt, die Dokumente zügig zu aktualisieren, damit die Sicherheitsgarantien für die Ukraine solide sind, die Aussicht auf den Wiederaufbau nach dem Krieg realistisch ist und alles umgesetzt werden kann", sagte Selenskyj zudem. Vor eineinhalb Wochen waren Unterhändler der Ukraine und der USA zuletzt in Florida zusammengekommen, um weitere Dreier-Gespräche mit Russland über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs vorzubereiten. Selenskyj hatte im Anschluss seine Hoffnung auf weitere Gespräche zum Ausdruck gebracht. Eine trilaterale Gesprächsrunde mit Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA hatte zuletzt Mitte Februar in Genf stattgefunden. Diese brachte allerdings keine konkreten Ergebnisse.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.